1. Startseite
  2. Region
  3. Main-Taunus
  4. Hattersheim

Hattersheim: Kritik an verpasster Vorreiterrolle der Stadt

Erstellt:

Kommentare

Die Hattersheimer Grünen hatten zu einem Info-Nachmittag zu Gebäudewärme in den Südringtreff geladen. FOTO: privat
Die Hattersheimer Grünen hatten zu einem Info-Nachmittag zu Gebäudewärme in den Südringtreff geladen. © Privat

Infoabend von Bündnis90/Die Grünen zum Thema Wärmewende.

Hattersheim -Mehr als 30 Interessierte folgten der Einladung der Grünen in den Südringtreff. Bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen sei „intensiv“ über die „Wärmewende“ diskutiert worden. Zunächst referierte der ehemalige Grünen-Kommunalpolitiker Gerhard Schuster, der sich als Physikingenieur am Max-Planck-Institut für Chemie früh mit Themen rund um den Klimawandel beschäftigte.

Nach einer kurzen Einleitung zu Energieerzeugung, den Anteilen regenerativer Energien und statistischen Daten über den Energieverbrauch in Deutschland, beleuchtete Gerhard Schuster konkret die Bereiche Gebäudedämmung und nachhaltige Wärmeversorgung. Dabei wurden neben den technischen Möglichkeiten auch durchschnittliche Kosten und aktuelle Förderprogramme vorgestellt.

Im Neubaubereich sei es mit geringen Mehrkosten recht einfach, dauerhaft Heizenergie einzusparen. Dort amortisieren sich die Investitionen in kurzer Zeit. Bei einer nachträglichen Dämmung der Fassade oder des Daches oder beim Austausch der Fenster müssen die Gegebenheiten beachtet werden. Deshalb ist in jedem Fall eine fachliche Beratung durch Energieberater zu empfehlen, so Gerhard Schuster.

Bei der Versorgung der Gebäude mit Wärme können Hausbesitzer auf Einzellösungen setzen. Der Einbau einer Wärmepumpe wird mittlerweile auch für ältere Gebäude empfohlen. Die Effizienz und der damit verbundene Stromverbrauch hänge aber davon ab, wie die Wärmepumpe betrieben wird. Eine Luftwärmepumpe ist in der Anschaffung am kostengünstigsten, teurer seien Erd- oder Grundwasserwärmepumpen, die dann aber im Betrieb deutlich sparsamer seien. Am sinnvollsten sei es aber, wenn die Stadt nachhaltige Planungen frühzeitig mit den Bürgerinnen und Bürgern kommuniziere, erklärt Grünen-Sprecher Henning Eller. So könnte anfallende Abwärme, zum Beispiel von Rechenzentren, in Verteilnetzen den privaten Haushalten zur Verfügung gestellt werden. Die Fraktionssprecherin der Hattersheimer Grünen, Nathalie Ferko, berichtet, dass Eigentümer aus der Goethestraße initiativ wurden und bei der Stadt ihr Interesse bekundet haben, die Abwärme der Rechenzentren zur Beheizung ihrer Gebäude nutzen zu wollen.

Da bei den Rechenzentren aber auch im Sommer Wärme anfällt, könnte damit das Beckenwasser im Hattersheimer Freibad erwärmt werden. Diese Anregung hatte die Grüne Fraktion bereits im vergangenen Sommer im Zusammenhang mit ihrem Antrag auf Reduzierung des Gasverbrauchs im Schwimmbad in die Diskussion eingebracht.

Nathalie Ferko, erläuterte, dass bisherige Anträge für eine verbindliche Wärmeplanung von der Regierungskoalition aus CDU, Freie Wähler und FDP in der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt worden seien. Nun aber würden durch das Land Hessen alle Kommunen mit mehr als 20 000 Einwohnern verpflichtet, eine solche Wärmeplanung aufzustellen. „Hier hätte Hattersheim durchaus frühzeitig eine Vorreiterrolle einnehmen können“, monieren die Grünen. red .

Auch interessant

Kommentare