Impfen ist nicht schwer - die Terminvergabe dafür manchmal aber sehr. Darüber gab es erneut eine Beschwerde.
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Gegen Corona Impfen ist nicht schwer - die Terminvergabe dafür manchmal aber sehr. Darüber gab es erneut eine Beschwerde – diesmal in Hattersheim bei Frankfurt. (Symbolbild)

Impfkampagne

Corona: Trotz Impf-Termin weggeschickt – Kuddelmuddel sorgt für Ärger

In einem Corona-Impfzentrum in Hattersheim bei Frankfurt sorgt ein Kommunikationsproblem zwischen Land und Kreis für Ärger.

Hattersheim – Viele Menschen warten derzeit sehnsüchtig auf die Vergabe eines Impftermins gegen das Coronavirus. Wenn die lange erwartete Spritze in greifbare Nähe rückt, nimmt man für den Piks auch manche Unannehmlichkeit in Kauf. Impfwillige müssen bereit sein, früh aufzustehen, kurzfristig andere Termine abzusagen oder spätabends ins Impfzentrum zu kommen. Das sollte einem die beabsichtigte Immunisierung wert sein. Ärgerlich wird es allerdings, wenn die Anfahrt umsonst war. Dies erlebte Karl-Heinz Oertel beim Impftermin am vergangenen Mittwoch.

Oertel sollte am 12. Mai für seine Zweitimpfung mit dem Vakzin von Astrazeneca im Impfzentrum des Main-Taunus-Kreises erscheinen. Um den Termin um 14 Uhr wahrzunehmen, habe er sich extra den halben Tag Urlaub genommen, berichtet der Bad Sodener. Als er pünktlich zur Anmeldung auf dem Hattersheimer Kastengrund-Areal erschien, stellte sich jedoch heraus, dass seine Impfung an diesem Tag gestrichen war.

Corona-Impfung in Hattersheim bei Frankfurt: Trotz Termin weggeschickt

Karl-Heinz Oertel erzählt, man habe ihn weggeschickt, weil kein Astrazeneca-Impfstoff vorhanden war. Er finde es einen "absoluten Hammer", dass Leute erst durch die Warteschleifen der Anmeldeprozedur gejagt werden und dann in Hattersheim gesagt bekommen, dass kein Impfstoff da ist, macht Oertel seinem Ärger Luft. Der Termin sei zuvor mehrfach per E-Mail bestätigt worden.

Der Kreisblatt-Leser fragt sich deshalb, wieso man ihm keine rechtzeitige Absage per E-Mail zukommen ließ. Vor Ort habe er den Eindruck gehabt, dass mehrere Impfwillige an diesem Tag wieder weggeschickt wurden. Oertel berichtet, dass er anschließend einen neuen Termin für Samstag, 15. Mai, erhielt, an dem alles glatt lief. Er wundert sich dennoch, welche Panne zu seiner unnötigen Anfahrt geführt haben könnte. Vielleicht sei eine mehrtägige Aktion mit nächtlichen Impfungen im Kreis Offenbach der Auslöser gewesen, spekuliert Oertel, der sich vorstellen kann, dass deswegen Impfstoff für den Main-Taunus-Kreis zurückgehalten wurde.

Impfung gegen Coronavirus in Hattersheim bei Frankfurt: Keine ausgebliebene Lieferung

Das Kreishaus in Hofheim dementiert diese Spekulation und liefert eine eigene Erklärung für die abgesagte Impfung am 12. Mai. Die Lage, die der Impfwillige schilderte, habe nichts mit ausgebliebenen Impfstofflieferungen zu tun gehabt und folglich nichts mit der Aktion in Offenbach.

Kreishaus-Sprecher Johannes Latsch verweist auf wiederholte Änderungen in der Impfstrategie des Landes als Auslöser. Bei diesen Anpassungen sei es etwa um die Wahl des Impfstoffs oder die Frist für die Zweitimpfung gegangen. Das Impfzentrum habe auf diese Landesstrategie aber keinen Einfluss. Doch was genau führte zu dem zweifellos ärgerlichen Erlebnis für Karl-Heinz Oertel?

Impf-Ärger in Hattersheim bei Frankfurt: Keine Verschwenung von Corona-Impfstoff

Anscheinend kam es zu Überschneidungen bei den Zuständigkeiten von Kreis und Land. Aus dem Kreishaus heißt es, dass das Impfzentrum die Impftermine neu strukturieren musste, um die vorhandenen Astrazeneca-Dosen effizient einzusetzen und zu verhindern, dass übriggebliebener Impfstoff verfällt. Deshalb sei ein gebündelter Termin für Impfungen mit diesem Vakzin am 15. Mai eingerichtet worden.

Nach Aussage des Kreises seien Impfkandidaten auch vorab durch das Impfzentrum über die Anpassung informiert worden. Leider habe das Land Hessen, das normalerweise für die Terminvergabe zuständig ist, zeitgleich eine Einladung zum Ursprungstermin am 12. Mai verschickt, zu dem einige Impfwillige kamen. Die Folge des Kuddelmuddels: Astrazeneca-Kandidaten wurden weggeschickt, da am Mittwoch nur andere Impfstoffe genutzt wurden. "Es ist das Ziel des Impfzentrums, Termine so zu planen, dass kein Impfstoff verschwendet wird", so der Landratsamt-Sprecher. (sas)

In der Vergangenheit kam es in Hessen bereits häufiger zu Ärger rund um den Corona-Impfstoff von Astrazeneca.

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