Diese Installationen am Schwarzbach sollen von den Farbschmierereien befreit werden. Foto: meh
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Diese Installationen am Schwarzbach sollen von den Farbschmierereien befreit werden. Foto: meh

Regionalpark

Hattersheim: Kunst muss gepflegt werden

Bei einem Aktionstag werden die Installation an der Blauen Brücke gereinigt.

Hattersheim -Bei vielen Bewohnern der Kernstadt ist das vielleicht in Vergessenheit geraten, obwohl die Skulpturen gut sichtbar sind und eine dominante Rolle an der Wegführung einnehmen. Die Rede ist von einer auffälligen Installation, die sich trotz aller Besonderheit und des Materials gut zur Umgebung passt. In Hattersheim wurde einst als einer der ersten Erlebnispunkte in den ersten Jahren des Regionalparks das Raumbild mit Pyramide von Hubert Zimmermann als Installation vor der Blauen Brücke realisiert.

Starten Wanderer zur großen Regionalpark-Rundroute vom Hattersheimer Bahnhof aus, führt der Weg über die Blaue Brücke am Schwarzbach direkt hinein in den Regionalpark Rhein-Main. Sofort präsentiert sich auf einem großen Wiesenstück das von Hubert Zimmermann geschaffene Kunstwerk, "das allein schon wegen seiner Buntheit ins Auge fällt. Die spielt beim ,Raumbild mit Pyramide' aber über ihre vordergründige Farbigkeit hinaus eine zentrale Rolle: Acht auf zwei Ebenen übereinander liegende unterschiedlich große Farbtafeln veranschaulichen auf spielerische Weise die Gesetzmäßigkeiten der Perspektive. Die Farben entwickeln eine räumliche Wirkung. Gelb lässt entfernte Teile näher, Blau nähere Teile entfernter erscheinen" - so heißt es in einer Mitteilung der Regionalpark Pilot GmbH.

Doch wie alles Vergängliche, so ist auch die Installation gealtert und wurde außerdem mit Graffiti beschmiert. Dem Kunstwerk soll nun wieder zu altem Glanz verholfen werden. Heute wird dort ab 8.30 Uhr unter anderem "mit Kärcher, Schrubber und Graffiti-Entferner dem Dreck und den Verunstaltungen zu Leibe gerückt werden", teilt die Regionalpark-Pilot-Gesellschaft mit.

Die Objekte und Stationen der Regionalpark-Gesellschaft werden immer öfter von Vandalen in Mitleidenschaft gezogen. Die Mitarbeiter können davon ein Lied singen. Zum einen werden Einrichtungsgegenstände mutwillig beschädigt oder gar zerstört. Zum anderen gibt es an bestimmten Stellen im Regionalpark-Gelände immer wieder ein Stelldichein von Zeitgenossen, denen nichts anderes einfällt, als Bolzen von Metallträgern zu lockern - oder sie versuchen, Seile anzuzünden.

Auch die rührigen Paten des Rosariums sind manches Mal fassungslos über so viel destruktive taten, wenn wieder einmal die Inhalte von Mülleimern angezündet und Bäume schwer beschädigt wurden. Eigentlich hilft da nur eine ständige Kontrolle der öffentlich zugänglichen Bereiche. Dies kann aber nicht über 24 Stunden Tag für Tag erfolgen. So bleibt es dabei, dass fast alle Kunstwerke im Regionalpark-Gelände regelmäßig von Verschmierungen befreit werden müssen. Und es bleibt dabei, dass gegen sinnlose Zerstörungswut nur soziale Kontrolle hilft. Niklaus Mehrfeld

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