Hochzeiten in Zeiten der Corona-Krise? Ja, das ist möglich. Doch das künftige Brautpaar muss bestimmte Regeln einhalten. In Hattersheim sind Trauungen im historischen Garten des Nassauer Hofes beliebt.
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Hochzeiten in Zeiten der Corona-Krise? Ja, das ist möglich. Doch das künftige Brautpaar muss bestimmte Regeln einhalten. In Hattersheim sind Trauungen im historischen Garten des Nassauer Hofes beliebt.

Hochzeiten

Hattersheim: Lust am Heiraten ist fast ungebrochen

Die Anzahl der Eheschließungen hat nur merklich abgenommen.

Hattersheim -Eine Hochzeit gehört für viele Menschen zu den wichtigsten Ereignissen im Leben, an die man sich lange positiv erinnern möchte. Freunde und Verwandte sollen in besonderer Atmosphäre zusammenkommen. Es wird gegessen, gesungen und getanzt. Doch was, wenn die geplante Hochzeit plötzlich mitten in eine weltweite Gesundheitskrise fällt? Die Corona-Pandemie scheint unbeschwerten Feiern den Riegel vorzuschieben. Sind Hochzeiten also weniger gefragt? Die Hattersheimer Standesbeamtin Ina Schöttler-Gann kann bisher keinen großen Einbruch der Nachfrage verzeichnen.

"Die Leute wollen schon noch heiraten", stellt die Verwaltungsmitarbeiterin fest. Sie habe gerade erst einen Anruf von jemandem erhalten, der einen Termin vereinbaren wollte. Nach dem Ausbruch von Covid-19 im Frühjahr habe sie ein wenig Verunsicherung gespürt, sagt Ina Schöttler-Gann. Einige wenige Hochzeiten seien abgesagt worden. Insgesamt hätten die Eheschließungen in Hattersheim jedoch nicht merklich abgenommen.

Während die Standebeamtin für das Jahr 2019 auf 173 Eheschließungen zurückblickt, waren es im Corona-Jahr 2020 immerhin noch 161. Dass das Interesse nicht stärker abnimmt, liegt wohl auch daran, dass Hattersheim viele Paare von außerhalb für eine Trauung begeistern kann. Die Zahl der auswärtigen Brautpaare stieg von 45 im Jahr 2019 auf 55 im vergangenen Jahr an. Ina Schöttler-Gann führt dies unter anderem auf ein attraktives Umfeld zurück. In der ehemaligen Rosenstadt können sich Paare nämlich im historischen Garten des Nassauer Hofes unter freiem Himmel trauen lassen. Und das ist nicht nur atmosphärisch - es erleichtert auch die Einhaltung von Hygienebestimmungen.

Manche große Städte würden die Eheschließungen während der Pandemie auf das Brautpaar beschränken, erläutert Ina Schöttler-Gann. Im Hattersheimer Trausaal im Alten Posthof seien derzeit immerhin zehn Personen zugelassen - allerdings mit Masken und mit einer Plexiglasscheibe vor der Standesbeamtin. Der Vorteil des Gartens sei es, dass solche Hygienevorkehrungen wegfallen. Außerdem wurden die Trauungen auf der Grünfläche im Nassauer Hof mit bis zu 20 Personen durchgeführt. "Man will ja Freunde und Verwandte dabei haben", erklärt Ina Schöttler-Gann. 83 Ehen seien 2020 im historischen Garten geschlossen worden. "Es spricht sich rum", glaubt die Beamtin. Brautpaare müssen sich aber noch bis zum Sommeranfang gedulden. Einen festen Termin gibt es nicht. "Wir haben den Garten auch schon Ende April aufgemacht", sagt Schöttler-Gann. "Da sind wir flexibel."

Manche begrüßen die Einschränkungen

Die Hattersheimer Ehe-Expertin bietet auch sogenannte "Schreibtisch-Trauungen" an, bei denen die Partner nur kurz ins Büro kommen, um den Vertrag zu unterschreiben. Normalerweise sei dies etwa dreimal im Jahr vorgekommen. Mittlerweile habe diese Form der Eheschließung zugenommen, erklärt Schöttler-Gann. Der Wandel habe jedoch bereits vor der Corona-Krise begonnen. So wurden im Jahr 2019 schon 27 "Schreibtisch-Ehen" geschlossen - 2020 waren es 37.

Schließlich hat die Standesbeamtin festgestellt, dass manche Brautpaare die ungewöhnlichen Einschränkungen während der Pandemie sogar begrüßen. Die äußeren Rahmenbedingungen bieten in solchen Fällen eine willkommene Ausrede, für ein abgespecktes Fest. "Super. Dann wird es nicht so teuer", habe sie von einem Bräutigam gehört, erzählt Ina Schöttler-Gann. sas

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