Der Rewe-Markt an der Straße "Im Nex" soll einem Neubau weichen. Archiv-FOTO: nietner
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Der Rewe-Markt an der Straße "Im Nex" soll einem Neubau weichen. Archiv-FOTO: nietner

Stadtentwicklung

Hattersheim: Magistrat setzt auf neuen Rewe-Markt

Im Obergeschoss des Supermarktes soll eine Kindertagesstätte eingerichtet werden.

Hattersheim -Landauf und landab wird seit Jahren über den stetigen Zerfall der Geschäftswelt in den Innenstädten geklagt. Nicht nur die Konzentration auf Einkaufszentren und der Online-Handel haben dazu geführt, dass immer mehr Geschäfte aufgeben müssen. Teure Mieten, das Ausbleiben von Stammkunden, der Niedergang von einstigen Einkaufspassagen zu Orten von Billigläden und Wettbüros, Parkprobleme sowie ein im Verhältnis zu den Großmärkten eingeschränktes Warenangebot sind weitere Gründe dafür. Das Tüpfelchen auf dem I-Punkt war für viele Geschäfte die Corona-Krise, die wie ein Brennglas wirkte. Wo sich kein Kunde mehr wegen der Pandemie in den Laden traut, da gibt es auch keinen Umsatz und keinen Ertrag. Die Folge davon sind überall sichtbar. Ladenlokale stehen über Monate, manchmal sogar über Jahre leer und prägen in negativer Weise das Stadtbild.

Doch wie kann in der einstigen Rosenstadt, in der vor allem einst die Frankfurter Straße eine typische Innenstadt-Einkaufsstraße war, dagegen gesteuert werden? Eine der Antworten liefert eine Beschreibung der Hattersheimer Wirtschaftsförderung, die sich für das Landesförderprogramm mit dem Titel "Zukunft Innenstadt" beworben hatte und bekanntlich einen Förderbescheid erhielt. Von den rund 290 000 Euro zuwendungsfähigen Ausgaben hat die Stadt einen Eigenanteil von knapp 44 000 Euro zu tragen, berichtete der Magistrat den Stadtverordneten.

Platz-Neugestaltung ist minimaler Anfang

In der Bewerbungsmappe der Stadt Hattersheim für das Förderprogramm war detailliert auf die teils problematische Situation in der Innenstadt eingegangen worden. So beispielsweise, dass die Nachfrage für leerstehende Ladengeschäfte in Hattersheim stark rückläufig ist. Wo ansonsten die Wohnbevölkerung und Umfeld der Innenstadt kontinuierlich bleibe, sei dies bei den Geschäften nicht so. Zwar wurden schon vor der Pandemie einige Maßnahmen ergriffen, berichtet die städtische Wirtschaftsförderung, doch die reichten auf Dauer natürlich nicht aus. Zu den bereits realisierten Maßnahmen zählt ein zentraler Platz, nämlich der vor der Taunussparkasse an der Hauptstraße. Diese Fläche wurde mit Beteiligung der Stadt neu gestaltet. Der Platz werde die Attraktivität der Innenstadt "erheblich aufwerten", hatte die Wirtschaftsförderung bei ihrer Bewerbung angegeben. Ein Vogel macht aber bekanntlich noch keinen Sommer. So sind weitere Initiativen, Verbesserungen und Projekte geplant.

Dazu gehören die Verhandlungen mit Handelsunternehmen über die Erweiterung von Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt, vor allem im Hinblick auf die weiterhin steigende Bevölkerungszahl. Seit einigen Jahren werden Gespräche über eine Erweiterung, beziehungsweise einen Neubau, mit der Rewe-Unternehmenszentrale geführt. Die Verhandlungen zur Neubebauung an der Unterführung "Im Nex" ziehen sich hin, die derzeitigen Gespräche werden aber als "gut" bewertet. Eigentlich ist aber klar, was an diesem Standort geschehen soll. Die Stadt möchte für ein Neubauprojekt dort Grundstücke einbringen, um die Verkaufsfläche und damit zugleich die Kundenfrequenz zu erhöhen, was wiederum insgesamt der Innenstadt zugute kommen soll, wie die städtische Wirtschaftsförderung betont. Außerdem ist im Obergeschoss des neuen Supermarktgebäudes die Einrichtung einer Kindertagesstätte geplant.

Was bereits an Maßnahmen geschehen ist, wird ebenfalls aufgeführt. So die Initiative für ein Immobiliengeschäft, das von ihr initiiert wurde. In der Innenstadt wird sich ein Unternehmen mit rund 80 Mitarbeitern ansiedeln. In dem Gebäude werden eine Drogerie sowie Wohnraum entstehen. Es sei wichtig, zum einen den Leerstand von Geschäftsräumen zu beheben und zum anderen mit weiteren Maßnahmen zur (Wieder-)Belebung der Innenstadt beizutragen.

Da der Bevölkerungszuwachs in Hattersheim, das in dieser Hinsicht als äußerst dynamische Kommune im Main-Taunus-Kreis gilt, weiterhin nicht abreißen werde, gebe es viele neue Bürger, "die neugierig auf die Innenstadt" gemacht werden sollten, meint die städtische Wirtschaftsförderung. meh

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