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Hattersheim: Mit Spenden mobil machen

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Das Foto zeigt einen Teil der 9-Euro-Tickets, die mit Spendengeldern erworben wurden. FOTO: privat
Das Foto zeigt einen Teil der 9-Euro-Tickets, die mit Spendengeldern erworben wurden. FOTO: privat © Privat/

Haus Sankt Martin verteilt 9-Euro-Tickets an wohnungslose Menschen.

Hattersheim -Die für die Monate Juni, Juli und August geltenden 9-Euro-Tickets haben für Furore gesorgt. Doch nicht nur in positiver Hinsicht. Überfüllte Züge oder Zugverbindungen, die ausfallen mussten, hatten für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Doch bei alledem darf nicht vergessen werden: Die für die regionalen Bahnen und Bussen gültigen 9-Euro-Tickets lassen viele Menschen, die sich ansonsten nicht so einfach Zug- oder Busfahrten leisten können, für eine eingeschränkte Zeit mobil sein. Dies vor allem, ohne Angst vor Kontrollen haben zu müssen, wenn das Ticket ordnungsgemäß erworben und mit der Unterschrift des jeweiligen Eigentümers gekennzeichnet ist. So muss der Ticket-Inhaber sich nur noch entsprechend ausweisen können, falls es zu einer Fahrkartenkontrolle kommt.

Wer sich mit Kontrollen und Kontrolleuren gut auskennt, sind viele obdachlose Menschen. Viele von ihnen fahren manches Mal mangels Geld nämlich ohne Fahrscheine von Stadt zu Stadt - und werden dann dabei erwischt. Um diese Gefahr für Obdachlose wenigstens in der Zeit der 9-Euro-Tickets zu bannen, hatte der Caritasverband Main-Taunus über die Facheinrichtung für Obdachlose, dem Haus Sankt Martin am Autoberg an der Frankfurter Straße, eine Spendenaktion initiiert, die nun weitergeführt werden soll.

Nach den ersten Spendeneingängen konnte die Facheinrichtung, pünktlich zum Monatsbeginn Juli, insgesamt 25 der 9-Euro-Tickets an wohnungslosen Menschen im Haus Sankt Martin am Autoberg ausgeben. Torsten Gunnemann, Vorstand des Caritasverbandes Main-Taunus, unterstützte persönlich bei der Verteilung. "Wir freuen uns mit den Spenderinnen und Spendern, dass wir so einen wichtigen Beitrag zur Mobilität, zur Entkriminalisierung und gegen die Verschuldung von Wohnungslosen leisten können. Wir erreichen damit, dass wohnungslose Menschen mit einem gültigem Ticket Zug fahren können", erklärt der Leiter der Einrichtung, Klaus Störch.

Der Caritasverband hatte vor knapp zwei Wochen die Spendenaktion nach dem Motto "Mobilität im ÖPNV - auch für Wohnungslose" gestartet. Das Leben auf der Straße fordert den obdachlosen Menschen "ein hohes Maß an Mobilität und Flexibilität ab", so Klaus Störch weiter. Die Ausgaben für einen Fahrschein könnten sie sich oft nicht leisten. Werden sie dann beim "Schwarzfahren" ertappt, müssen sie nicht nur die erhöhten Beförderungsentgelte entrichten "sondern sie riskieren außerdem empfindliche Geldstrafen, die sie dann jedoch wiederum nicht bezahlen können", berichtet der Einrichtungsleiter aus der Praxis. "Es wird bestimmt nicht die letzte Ausgabe an Tickets für Wohnungslose durch die Mitarbeitenden der Facheinrichtung sein, uns erreichen immer wieder Spenden für die Aktion und die Zeit danach. Wir müssen hier längerfristig und nachhaltig denken. Mit dem Spendenaufruf wollen wir auch eine Debatte zur rechtssicheren Mobilität von Wohnungslosen anstoßen", erläuterte Torsten Gunnemann. "Wer die Spendenaktion unterstützen möchte, nutzt einfach den QR-Code der Spendenaktion oder den Link zu unserem Online-Spendenformular. Alternativ ist auch eine klassische Überweisung mit dem dafür vorgesehenen Betrag auf das Caritas-Spendenkonto mit dem Verwendungszweck ,Mobilität für Wohnungslose' möglich", erklärt Klaus Störch. Wer Geld überweisen möchte: Das Caritas-Spendenkonto bei der Taunussparkasse hat folgende Bezeichnung: IBAN DE 50 51 25 00 00 00 02 00 19 00; BIC HELADEF1TSK. Als Verwendungszweck sollte "Mobilität für Wohnungslose" angegeben werden. Im Internet geht es zum Spendenformular über die Kennwörter "Spenden Stiften Strahlen" unter der Adresse https://ogy.de/Wohnungslose. meh

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