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Hattersheim: Multikulti, aber nicht so ganz international

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Zum Bühnenprogramm beim Internationalen Fest im Alten Posthof gehörte unter anderem die griechische Tanzgruppe „Samiotissa“. FOTO: kröner
Zum Bühnenprogramm beim Internationalen Fest im Alten Posthof gehörte unter anderem die griechische Tanzgruppe „Samiotissa“. © Kröner, Sascha

Beim Internationalen Fest fehlen manche Vereine - Ausländerbeirat wirbt für Mitarbeit in dem Gremium.

Hattersheim -Selten trifft man in Hattersheim auf eine so geballte Mischung unterschiedlicher Nationalitäten wie beim Internationalen Fest. Das einzige was im Innenhof des Alten Posthofs zwischen den verschiedenen Kulturen stand, waren die Seitenwände von Pavillon-Zelten. Ansonsten arbeiteten Afghanen, Türken, Spanier und Griechen Schulter an Schulter und verkauften landestypische Spezialitäten wie Souflaki, Paella oder CousCous. Ebenfalls mit dabei waren am Samstag der alevitische Kulturverein, die Ahmadiyya Gemeinde sowie eine marokkanisch Mädchengruppe. Die Organisation lag in den Händen des stellvertretenden Ausländerbeiratsvorsitzenden Chris Savage - einem Hattersheimer mit englischen Wurzeln.

„Die Zukunft liegt in der Vielfalt“, erklärte Savage im Gespräch mit dieser Zeitung und meinte dabei nicht bloß die kulinarische Auswahl im Posthof. Dem Vertreter des Ausländerbeirats ging es vielmehr um ein funktionierende multikulturelle Gesellschaft. Vielfalt bedeute mehr als bloße gegenseitige Toleranz, so Savage. Der Zusammenhalt müsse darüber hinausgehen und gegenseitiges Verständnis beinhalten. „Gerade in Zeiten, wo es Kräfte gibt, die die Gesellschaft auseinander treiben wollen“, betonte der Hattersheimer. Eine der wichtigsten Ziele des Internationalen Festes sei deshalb, aus seiner Sicht, junge Leute für die parlamentarische Arbeit im Ausländerbeirat zu begeistern. Im Vorjahr hatte die Internationale Kulturvertretung, der Savage angehört, mehr Plätze gewonnen, als Namen auf der Kandidatenliste standen. Dadurch ist die Zahl der Vertreter im Ausländerbeirat von 13 auf zehn gesunken. Der Vorsitzende des Ausländerbeirats, Agustin Martin-Pelaez, freute sich über den starken Zuspruch der Besucher, die trotz Regen vor der Bühne im Innenhof des Posthofs ausharrten. „Man merkt richtig, dass die Leute wieder Lust haben, rauszugehen“, erklärte der Spanier. Auf Nachfrage räumte Martin-Pelaez aber ein, dass die Unterstützung beim Internationalen Fest nicht alle in Hattersheim vertretenen Nationalitäten widerspiegele. So gebe es etwa einen russischen Verein, den man nicht erreiche, und auch die vielen in Hattersheim lebenden Polen seien nicht vertreten. Der früher beteiligte Kroatische Verein sei weggefallen, nachdem sich keine Aktiven fanden. Außerdem seien die Italiener nicht als Verein organisiert. „Man kann niemanden zwingen, da zu sein“, sagt Agustin Martin-Pelaez, der dem Spanischen Elternverein angehört.

Nach zwei Jahren Unterbrechung durch Corona merken aber auch langjährig ehrenamtlich organisierte Gruppen wie die Spanier, dass die Vereinsarbeit schwierig wird. Viele Mitglieder seien während der Pandemie weggeblieben. „Die kommen auch nicht mehr“, vermutet Agustin Martin-Pelaez. Die Zahl der aktiven Tänzerinnen und Tänzer sei im Spanischen Elternverein von 20 auf acht gesunken. Die schwindende Zahl von Aktiven in den Vereinen habe auch die Organisation des Bühnenprogramms für das Internationale Fest erschwert, sagte Chris Savage. „Viele ausländische Gruppen waren noch nicht so weit“, erläuterte er. Dennoch gelang es ihm letztlich, eine abwechslungsreiche Show auf die Bühne zu bringen. Neben Schülern der Heinrich-Böll-Schule standen unter anderem Tänzer des Spanischen Elternvereins sowie die griechische Tanzgruppe Samiotissa im Rampenlicht. Ebenfalls mit dabei: Der Hattersheimer Frauenchor Cantabile und die Stimmungssänger „Haste Töne“. Den Abschluss machte die Band Viajando, die Flamenco- und Bossanova-Rhythmen spielte.

Wie die Organisation des Festes im nächsten Jahr weitergeht, ließ Chris Savage auf Nachfrage offen. Der Ausländerbeirat müsse schauen, in welchem Rhythmus die Veranstaltung zu stemmen sei. Agustin Martin-Pelaez erklärte, dass die Organisation auch eine Finanzfrage sei. „Wir müssen schauen, was die Stadt sagt“, so der Spanier. Die Stadt übernimmt beim Fest einige Kosten - unter anderem Gagen für Musiker. Erster Stadtrat Karl Heinz Spengler (FW) sah für die anhaltende finanzielle Unterstützung kein Problem. Wenn die Akteure da sind, unterstütze die Stadt gerne, erklärte Spengler auf Nachfrage. sas

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