Da während der Arbeiten im Bahnhofsbereich keine Züge fahren dürfen, wird vor allem in den Nachtstunden dort gewerkelt.
+
Da während der Arbeiten im Bahnhofsbereich keine Züge fahren dürfen, wird vor allem in den Nachtstunden dort gewerkelt.

Infrastruktur

Hattersheim: Nachts wird es noch mal laut am Bahnhof

Mehrere Masten für die Strom-Oberleitungen an der S-Bahnstrecke werden versetzt sowie teilweise abgebaut.

Hattersheim -Anwohner des Bahnhofes wunderten sich in der vergangenen Woche über nächtliche Arbeiten und Baufahrzeuge. Die betroffenen Hattersheimer spekulierten über die mögliche Ursache des Baulärms. Die Theorien reichten von Arbeiten auf dem ehemaligen Gelände der Firma Horn an der Schulstraße bis hin zu Gleisarbeiten. Dass auf dem Firmengelände nördlich des Bahnhofs gebaut werden soll, ist bekannt. Das Medienunternehmen GMS plant dort ein Büro- und Veranstaltungsgebäude. Doch warum nächtliche Arbeiten? Eine Nachfrage bei der Stadt ergab den wahren Grund für Tätigkeiten entlang der Bahnstrecke.

Bei den Arbeiten, die Anwohner wahrgenommen haben, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Vorbereitungen für eine Baumaßnahme der Deutschen Bahn. Das aufwendige Projekt soll heute Nacht durchgeführt werden. Wie die Stadt mitteilt, geht es um Veränderungen im Bereich der Oberleitungen. Dabei lässt die Bahn Masten entlang des Hattersheimer Bahnhofes versetzen. Ein Baukran soll heute in den Nachtstunden anrücken, um die Masten zu stellen. In den vergangenen Tagen seien bereits Fundamente an den neuen Standorten eingebaut worden, heißt es aus dem Rathaus. Diese Vorarbeiten mussten, genau wie die Maßnahme heute Nacht, zu später Stunde erfolgen, da während der Arbeiten keine Züge fahren dürfen. Bei den nächtlichen Aktivitäten, die Anwohner in der Vorwoche bemerkten, könnte es sich um die Herstellung der Fundamente gehandelt haben.

Doch warum werden die Stützen der Oberleitung überhaupt angepasst? Auf Nachfrage erläutert ein Mitarbeiter der Bauabteilung der Deutschen Bahn, dass durch die neue Aufteilung der Masten eine mittlerweile ungenutzte Ladestrecke auf der Nordseite des Bahnhofs frei gemacht werden soll. Derzeit würden die Leitungen von sogenannten Quertragwerken gestützt, die mehrere Gleise überspannen. Tragwerke, die den gesamten Bahnhofsbereich abdecken, sind heute jedoch nicht mehr erforderlich. Da nicht jedes Gleis befahren wird, soll die von Masten abgedeckte Fläche entsprechend verringert werden. Dazu stellt die Deutsche Bahn 21 einzelne Masten auf neue Fundamente zwischen den Gleisen. Sie ersetzen die bisherigen Querverbindungen. Die Fläche nördlich des Bahnhofs kann deshalb künftig anderweitig genutzt werden.

Arbeiten auf dem Firmengelände des ehemaligen Kartenherstellers Horn kommen hingegen nicht als Quelle des Baulärms in Frage. Auf einer rund 2700 Quadratmeter umfassenden Fläche des Areals, das von der Schulstraße Richtung Bahnhof verläuft, ist zwar ein Neubau des Unternehmens GMS geplant. Nach Auskunft aus dem Hattersheimer Rathaus haben die Arbeiten dort allerdings noch nicht begonnen.

GMS möchte bekanntlich auf dem Gelände ein modernes Gebäude als Unternehmenssitz errichten und dafür rund 15 Millionen Euro investieren. Ebenfalls einziehen soll das auf Gebäudetechnik spezialisierte Start-Up Thing Technologies. Die Firma ist unter anderem für die digitalisierte Steuerung des Gebäudemanagements zuständig.

Neben Büroflächen wird es einen Showroom sowie Logistikflächen geben. Der Baubeginn für den Firmensitz ist für die kommenden Monate vorgesehen. Im Sommer sollen dann die Baumaschinen anrücken. sas

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare