So farbenfroh geht es bei den Sitzungen der Wilden Weiber Okriftel zu. ArchivFOTO: nietner
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So farbenfroh geht es bei den Sitzungen der Wilden Weiber Okriftel zu. ArchivFOTO: nietner

Vereine

Hattersheim: Nun gibt es wieder eine Perspektive

WWO-Fastnachterinnen entscheiden sich nach reiflicher Überlegung für die 2 G-Regelung bei ihren Sitzungen.

Okriftel -Alle Fastnacht treibenden Vereine stehen derzeit vor einer grundlegenden Entscheidung: Lassen sie ihre Sitzungen im kommenden Frühjahr erneut ausfallen, oder beschränken sie ihr Publikum auf Geimpfte und Genesene, um die schärfsten Corona-Einschränkungen zu umgehen. Die Wilden Weiber Okriftel (WWO) entschieden sich für letzteres. Die Freundinnen der Okrifteler Fastnacht kündigten bereits vor einigen Wochen drei Damensitzungen an. Nun beschloss der Verein, bei allen Terminen auf die sogenannte 2 G-Regelung zu setzen.

Die Form der Hygienebestimmungen ist auch eine finanzielle Frage. Sobald nur Geimpfte und Genesene Zutritt erhalten, dürfen die Säle nämlich voll besetzt werden. "Ich kann kein normales Programm mit einem halben Saal anbieten", sagt Daniela Heislitz, Vorsitzende der Wilden Weiber. Bei der Entscheidung für 2 G sei es aber auch um die Atmosphäre gegangen.

"Alles, was die Fastnacht ausmacht, können wir unter 3 G nicht machen", erklärt Heislitz. Wenn neben den Geimpften und Genesenen auch Getestete zugelassen werden, würden Schunkeln, Singen und die Stimmung eines gefüllten Hauses der Vereine aufgrund der Abstandsregeln wegfallen. Wenn man sich genau anschaue was 3 G bedeute, erkenne man, wie blöd dies sei. "Das ist nicht die Fastnacht, die wir kennen", betont die Okriftelerin.

Die 3 G-Regelung funktioniere im Theater oder in Restaurants, aber nicht in der Fastnacht. Deshalb habe es für die WWO keine Alternative gegeben. "Die Entscheidung für uns war 2 G oder gar nicht", sagt Daniela Heislitz. Sie freue sich nun, dass der Verein die Tradition der Saalfastnacht wieder aufleben lasse. Das Motto: "WWO's wild und süß im Candy-Land".

Die Entscheidung für 2 G sei gefallen, nachdem das Land die neuen Corona-Regelungen für den Herbst bekannt gegeben hat. Die WWO hatten ihren Kartenvorverkauf zu diesem Zeitpunkt bereits gestartet. Man habe die Ticketkäuferinnen angeschrieben und die Situation erläutert, erklärt Daniela Heislitz. Der Verein bitte alle Zuschauerinnen, die Entscheidung zu akzeptieren. Nach Angabe der Vorsitzenden waren die bisherigen Rückmeldungen positiv.

Vonseiten der Mitglieder gibt es keine Hürde. Die Möglichkeit ein Fastnachtsprogramm unter 2 G anzubieten, bestehe, weil alle aktiven WWO-Damen geimpft sind, berichtet Daniela Heislitz. Allerdings stellte sich für die Wilden Weiber auch die Frage, ob sie ihr Programm füllen können. Der Verein kauft seine Nummern nämlich von außerhalb ein. Heislitz hat Kontakt zu den befreundeten Fassenachtern aufgenommen. "Die Solo-Künstler sind alle geimpft", erklärt die WWO-Chefin. Bei den Tanzgruppen warte sie noch auf Rückmeldungen.

Die späte Entscheidung für die Kampagne bedeutet für die Okrifteler Fassenachterinnen auch, dass sie noch einiges vorzubereiten haben. "Jetzt geht's an die Deko und die Kostüme", verrät Daniela Heislitz. Normalerweise wären die Wilden Weiber schon einen Schritt weiter. Sie sei auch froh über die Rückkehr der Sitzungen, weil es für manche Aktive schwierig sei, ohne eine Perspektive bei der Stange zu bleiben. Sie habe schon von Tanzgruppen gehört, die sich aufgelöst haben, sagt die Vorsitzende der Wilden Weiber. .

Übrigens: Die WWO-Damensitzungen sollen am 21., 22. sowie am 29. Januar im Haus der Vereine über die Bühne gehen. Sie würde sich freuen, alle Gäste, die 2022 nicht dabei sind, im Jahr 2023 begrüßen zu können, wagt Daniela Heislitz einen Ausblick in die Zukunft. sas

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