Christine Kartuschs Taschen sind Unikate, die die Kundinnen "anspringen" - so sie wieder in den Laden kommen dürfen.
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Christine Kartuschs Taschen sind Unikate, die die Kundinnen "anspringen" - so sie wieder in den Laden kommen dürfen.

Einzelhandel

Hattersheim: Online-Verkauf ist nicht drin

Taschen-Designerin Christine Kartusch setzt lieber auf das individuelle Kauferlebnis.

Hattersheim -Seit mehr als drei Jahren begrüßt Christine Kartusch in der Weingartenstraße Kundinnen. Ihr ehemaliges Atelier wandelte sich mit der Zeit mehr und mehr zur Verkaufsfläche und das gemütliche Ladeninnere spricht für sich: Entgegen der hellen und minimalistischen Einrichtung üblicher Kaufhäuser ist der Laden stilvoll eingerichtet - ein Ort zum Wohlfühlen. Das spielt für die Ladenbesitzerin eine besonders wichtige Rolle.

Neben handgefertigter Kleidung und selbstgemachtem Schmuck ist die Künstlerin besonders für ihre handgearbeiteten Handtaschen bekannt. Diese werden dort nicht nur verkauft, sondern zuvor von Christine Kartusch selbst skizziert und entworfen. Das Material kommt hauptsächlich aus Deutschland, weshalb durch die Coronapandemie keine Lieferengpässe entstanden und die Herstellung problemlos weiterlief.

Den stolzen Preis der Handtaschen und der Kleidung zahlen die Kundinnen gerne. Ihnen ist es wichtig zu wissen, woher die Produkte und die Materialien kommen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurden. Sie wollen etwas Einmaliges und qualitativ hochwertiges, was man kein zweites Mal auf der Straße sieht. Die Taschen überzeugen besonders mit ihrer Einzigartigkeit, denn es sind alles Unikate.

"Ich stelle keine Tasche zweimal her", sagt die Künstlerin. Die meisten ihrer Taschen sind Eigenkreationen. So kommt es vor, dass sich die Taschen während der Anfertigung noch verwandeln und am Ende ein ganz anderes Ergebnis herauskommt als ursprünglich geplant.

Christine Kartusch richtet sich zudem nach speziellen Kundenwünschen - sowohl bezüglich der Produkte, als auch der Öffnungszeiten. Ihr Laden hat keine fixen Geschäftszeiten. Da die meisten ihrer Kundinnen berufstätig sind und sie zu den üblichen Öffnungszeiten nicht besuchen können, wird das Geschäft je nach Terminkalender des Kunden individuell geöffnet.

Der Termin ist telefonisch, per E-Mail oder WhatsApp zu vereinbaren. So könnten sich die Kundinnen auf ein Einkaufserlebnis freuen, bei dem sie nicht gehetzt sind, sondern sich in Ruhe umschauen, stöbern und plaudern können. Christine Kartusch legt großen Wert darauf, dass ihre Kunden keine Hemmungen haben - weder bei einer individuellen Terminvereinbarung, noch sollen sie sich zum Kauf eines Produktes gezwungen fühlen.

Selbstverständlich freut sich die Ladenbesitzerin über den Verkauf ihrer Handtaschen und Kleidung, jedoch steht das gesellige Zusammensein mit den Kundinnen - gelegentlich auch bei einem Glas Prosecco oder einer Tasse Kaffee - im Vordergrund. "Mir ist es wichtig, dass die Frau gut gelaunt und glücklich aus dem Laden herausgeht", so Christine Kartusch.

Diesem Geschäftsprinzip steht die aktuelle Coronapandemie natürlich im Weg, denn das gemütliche Beisammensein kann momentan nicht wie üblich umgesetzt werden. Das anfängliche "Click and meet"-Vorgehen lief sehr gut für Christine Kartusch. Durch die neuen Beschränkungen ist jedoch nur noch "click and collect" möglich, was zusätzlich mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test oder einem vollständigen Impfschutz verbunden ist.

Trotz der neuen Maßnahmen werden die Produkte nicht online versendet, da den Kundinnen sonst das Kauferlebnis fehlen würde. "Meine Taschen springen die Frau an", so Christine Kartusch. Die Frau muss sich die Tasche anschauen und anfassen können - erst wenn die Kundin sich sicher ist, könne sie die Tasche kaufen. Das wäre online nicht realisierbar.

Christine Kartusch freut sich darauf, nach der Pandemie wieder auf Künstlermärkten wie dem Designparcours in Höchst oder dem Fine Arts auf Kloster Eberbach ausstellen zu können und den ein oder anderen Plausch mit ihren Kunden im eigenen Laden zu halten. akb

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