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Hattersheim: Personalnot und Ausfallzeiten im Schulkinderhaus

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Magistrat beantwortet Anfrage der SPD zur Situation - Eltern ärgern sich über Betreuungsgebühren.

Hattersheim -Zwei Situationen sind es, die berufstätige Eltern, egal, ob als Ehepaar oder als Alleinerziehende, im negativen Sinne auf die Palme bringen können. Zum einen, wenn es einen Ausfall an Betreuungszeiten gibt und zum anderen, dass für diese Ausfallzeiten Gebühren bezahlt werden müssen, die nicht zurückerstattet werden. Diese zwei Situationen hat schon während dem Höhepunkt des Corona-Lockdown für Ärger gesorgt. So zum Beispiel in der Nachbarstadt Flörsheim, weil in der Kita Betreuungszeiten ausfielen, ebenso wie die Essensversorgung. Zahlen mussten die Eltern trotzdem.

Verbittert und enttäuscht zeigen sich deshalb viele Eltern darüber, dass sie die ausgefallenen Betreuungszeiten quasi mitfinanzieren. Das kann für sie im schlimmsten Fall noch teurer werden. Nämlich dann, wenn während der Ausfallzeiten private Betreuungsmöglichkeiten in Anspruch genommen werden, für die ebenfalls gezahlt werden muss. Ein schwieriges Terrain also für die Kommunalverwaltungen und Kommunalpolitiker, die sich schnell den Unwillen der Elternschaft zuziehen können.

In Hattersheim hatte die SPD-Fraktion für die jüngste Stadtverordnetenversammlung die Probleme wegen der Ausfallzeiten im Schulkinderhaus an der Rathausstraße in einer Anfrage zusammengefasst. In der Anfrage der Sozialdemokraten heißt es: „Im Schulkinderhaus in der Rathausstraße kommt es in letzter Zeit wiederholt zu Einschränkungen der Betreuungsleistungen. Laut Schreiben der Leitung des Schulkinderhauses sind die Einschränkungen unter anderem auf einen Personalmangel zurückzuführen. Wir fragen daher den Magistrat: Wie oft und in welchem Umfang wurden Betreuungsleistungen im Schulkinderhaus eingeschränkt? Welche Gründe und Ursachen liegen vor, die diese Einschränkungen erforderlich machen? Welche Maßnahmen hat der Magistrat unternommen, um den Personalmangel zu beseitigen? Warum haben diese Maßnahmen nicht ausgereicht? Wurde den von Leistungseinschränkungen betroffenen Familien eine Erstattung von Betreuungsgebühren angeboten? Falls nein, warum nicht.“

In seiner Antwort geht der Magistrat auf alle angefragten Punkte ein: „Im Schulkinderhaus wurde die Hausaufgabenbetreuung für die Zeit der Personalknappheit auf freiwillige Hausaufgaben mit reduziertem Personal umgestellt. Außerdem gab es ein Schreiben der Einrichtungsleitung mit der Bitte, die Kinder früher abzuholen wenn es möglich ist. Dies ist aber auf freiwilliger Basis und alle Kinder konnten selbstverständlich auch bis zur gebuchten Zeit betreut werden. Die Buchung von zusätzlichen Betreuungszeiten konnte nicht angeboten werden.“

Weiter erläuterte der Magistrat in seiner Antwort: „Da es sich bei der Betreuung im Schulkinderhaus Rathausstraße um ein Hortangebot handelt, müssen immer ausreichend Fachkräfte vor Ort sein und der Mindeststandard nach dem Kinder-und Jugendhilfegesetz eingehalten werden. Aufgrund von kurzfristigen Personalausfällen (Krankheit), aber auch durch den bereits bestehenden Fachkraftmangel können Angebote wie die Hausaufgabenbetreuung derzeit nicht vollumfänglich durchgeführt werden.“

Um die Personalsituation zu entschärfen, seien Springerkräfte der Stadt Hattersheim eingesetzt und Kontakt zu Personaldienstleistern aufgenommen worden. Aber auch diese hätten selten Bewerbungen von Fachkräften bekommen. Auf der städtischen Internetseite gebe es zudem eine Stellenausschreibung. „Der Einsatz der Springkräfte ist relativ kurzfristig umsetzbar. Die sonstige kurzfristige Personalgewinnung gestaltet sich schwierig“, gibt der Magistrat unumwunden zu.

Zum Thema bezahlter Gebühren formulierte der Magistrat folgende Antwort auf die SPD-Anfrage: „Da das Schulkinderhaus bis zur gebuchten Zeit geöffnet war, gab es keine Leistungseinschränkungen, die eine Erstattung von Betreuungsgebühren nötig gemacht hätte. Des Weiteren ist durch Paragraf 4 (3) der Kostenbeitragssatzung der Stadt Hattersheim am Main geregelt, dass bei vorübergehender Schließung der Kostenbeitrag weiter zu zahlen ist.“ meh

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