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Hattersheim: Post entschuldigt sich für Verzögerungen

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Dies sollte der gewohnte Alltag sein: Eine Zustellerin der Post trägt Briefe aus. FOTO: dpa
Dies sollte der gewohnte Alltag sein: Eine Zustellerin der Post trägt Briefe aus. © picture-alliance / dpa

Die Corona-Pandemie beutele auch die Zusteller und führe zu Engpässen, erklärt ein Pressesprecher.

Hattersheim/Frankfurt -Prompt reagiert hat die Post auf eine Anfrage dieser Zeitung, die sich mit der mangelhaften Zustellung befasste. Am nächsten Tag war die Antwort eines Pressesprechers im E-Mail-Ordner, der sich zu den Vorwürfen von Bewohnern aus der Kernstadt äußerte und detailliert auf die gesamte Problematik einging.

Stefan Heß von der Pressestelle Frankfurt der Deutschen Post DHL Group erklärte zu den seit Wochen in Hattersheim auftretenden Problemen folgendes: „Jawohl, in Hattersheim gibt es zurzeit in einzelnen Zustellbezirken personelle Engpässe und die von Ihnen in ihrem Artikel skizzierten Verzögerungen. Dafür bitten wir im Namen unseres Unternehmens um Entschuldigung, aber auch um Verständnis angesichts einer sehr speziellen Situation, die viele Unternehmen und Institutionen vor Herausforderungen stellt. Denn die Corona-Pandemie macht um kein Unternehmen einen Bogen, auch um unseres nicht.“ Es treffe daher zu, dass die Zustellung in einigen Bezirken von Hattersheim momentan nicht in der Qualität erfolge, „wie es unsere Kundinnen und Kunden gewohnt sind. Eben weil selbst der beste personelle Puffer an seine Grenzen geraten kann, wenn es zu zahlreichen, kurzfristigen Erkrankungen kommt. Allerdings tun wir betrieblich alles dafür, um auch in diesen besonders herausfordernden Pandemie-Zeiten, mit zwischenzeitlich dramatisch hohen Inzidenzwerten, die Funktion und Arbeitsfähigkeit unserer postalischen Netze aufrecht zu erhalten und etwaige Verzögerungen auf ein Minimum zu begrenzen“, so Stefan Heß weiter.

„Stellen Versorgung bundesweit sicher“

„Das ist uns im Großen und Ganzen auch gut gelungen, weil unsere Sicherheitsmaßnahmen greifen und weil wir dabei auch auf die medizinische Inhouse-Expertise unserer Betriebsärzte setzen können“, erläutert der Post-Pressesprecher. Das gelte insbesondere für die Zustellerinnen und Zusteller, für die Home Office ja keine Option sei und „die mit ihrer Arbeit vor Ort auch während der Hochphasen der Corona-Krise für ein Stückchen mehr Normalität und Verlässlichkeit im Alltag vieler Menschen gesorgt haben“. Corona sei nun mal eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, und werde das vermutlich auch im Herbst noch bleiben.

„Betonen möchten wir an dieser Stelle, dass wir im Vergleich zu anderen Branchen, die ihre Dienstleistungen zum Teil massiv einschränken und den Service für ihre Kunden zum Teil ganz streichen müssen, bundesweit stets eine flächendeckende Versorgung mit Briefen und Paketen uneingeschränkt sicherstellen“, erklärte der Pressesprecher. Wichtig sei für die Post, dass dabei die Gesundheit der Mitarbeiter sowie Kunden weiter an erster Stelle stehe-

Stefan Heß erinnert in diesem Zusammenhang an die an deutschlandweiten Aufgaben der Post: „Kurz zur mengenmäßigen Einordnung: In unseren bundesweit 82 Briefzentren bearbeiten wir werktäglich rund 49 Millionen Briefsendungen. Repräsentative, vom TÜV zertifizierte Messungen zeigen regelmäßig, dass der Versand dieser Sendungen in Deutschland, übrigens auch im internationalen Vergleich, nicht nur sehr schnell, sondern auch sehr zuverlässig und sicher funktioniert. Danach erreichen zum Beispiel 88 Prozent aller Inlandsbriefe ihre Empfänger in ganz Deutschland bereits nach einem einzigen Tag (E+1). Mehr als 95 Prozent erreichen ihre Empfänger nach spätestens zwei Tagen (E+2). Wohl wissend, dass das nicht weiterhilft, wenn man persönlich betroffen ist und andere Erfahrungen gemacht hat, gehört dies aber trotzdem auch zur Wahrheit.“

Die Anzahl er Postzusteller sei innerhalb weniger Jahre bundesweit von 113 500 auf 118 600 gestiegen. Die im Kreisblatt-Artikel erwähnte Vermutung, dass es immer weniger Postboten gibt, treffe daher nicht zu. „Gleichwohl ist es auch für unser Unternehmen, besonders in Ballungsräumen wie dem Rhein-Main-Gebiet, bisweilen eine Herausforderung geeignetes Personal zu finden und zu binden. Hier profitieren wir allerdings davon, dass wir als Deutsche Post bereits seit mehr als 500 Jahren ,am Markt’ sind und wir daher gewachsene soziale Standards und gute Löhne anbieten können, die zu den besten unserer Branche zählen“, meint der Post-Pressesprecher.

„Wir sind ein großer Arbeitgeber“

Überdies sei die Post ein großer Ausbildungsbetrieb und bilde jedes Jahr rund 2000 junge Menschen in unterschiedlichen Berufen aus, was einen kontinuierlichen ,Nachschub’ an selbst ausgebildeten Kräften sichere und sich von zahlreichen Wettbewerbern sehr deutlich abhebe. „Wie loyal unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, zeigt übrigens auch die Tatsache, dass unsere Postniederlassung Wiesbaden, in deren Betreuungsbereich auch Hattersheim fällt, Anfang September insgesamt 78 Jubilare ehren konnte, die entweder 25, 40 oder bereits 50 Jahre bei uns beschäftigt sind“, gab Stefan Heß bekannt. Auch dies unterstreiche den Stellenwert der Post „als großer und verlässlicher Arbeitgeber für zahlreiche Menschen, auch in unserer Region“. meh

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