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Bernhard Weber vor der Sporthalle am Karl-Eckel-Weg. Er führt den Turnverein Hattersheim durch die Corona-Krise. Archiv-foto: Nietner

Vereine

Hattersheim: "Die Treue zum Verein ist da"

Der Vorsitzende des 900 Mitglieder zählenden TV Hattersheim erklärt die derzeitige Lage.

Hattersheim -Wer die Internet-Präsenz des Turnvereins Hattersheim (TVH) besucht, erkennt sofort, wie viel Arbeit sich die Ehrenamtler in den vergangenen Monaten gemacht haben. Die Startseite listet 17 genehmigte Hygienekonzepte auf, die das Training für verschiedene Gruppen während der Corona-Pandemie regeln. Momentan sind die Verknüpfungen zu den einzelnen Dokumenten allerdings durchgestrichen. Denn seit Beginn dieses Monats ruhen alle Angebote des TV Hattersheim aufgrund der bundesweiten Lockdown-Bestimmungen. "Wir sind komplett zu", erklärt der Vorsitzende Bernhard Weber auf Nachfrage.

Beim TVH gibt es zurzeit keine Aktivitäten

Nach dem ersten Lockdown im März und April hätten die Abteilungen intensiv an Konzepten für einen sicheren Betrieb gearbeitet, erläutert Weber. Der TV Hattersheim betreibt mit seinen Abteilungen Handball, Turnen, Judo und Volleyball. Vor allem für die Turner sei die Abstimmung sehr aufwendig gewesen, weil sich die Abteilung in verschiedene Untergruppen von Hip-Hop über Yoga bis zur Rückenschule unterteile. Alle Konzepte seien mit der Stadt abgestimmt worden. Wenn der Verein wieder Sport treiben dürfe, lasse sich jedes Konzept schnell wieder reaktivieren, betont der TVH-Vorsitzende. Es könne jedoch sein, dass manche Pläne an neue Vorgaben angepasst werden müssen.

Vorerst liegt aber die gesamte Aktivität des knapp 900 Mitglieder starken Vereins auf Eis. Virtuelle Trainingseinheiten im Internet gebe es nicht, weil der Turnverein Hattersheim keine eigenen Räume habe, um solche Angebote zu präsentieren, erklärt Bernhard Weber. Normalerweise verteilen sich die sportlichen Angebote auf Flächen in der städtischen Sporthalle im Karl-Eckel-Weg, auf den Südringtreff sowie auf Schulen. Diese Räume können derzeit nicht genutzt werden.

Ein Verein ohne Aktivitäten hat seinen Mitgliedern zugleich wenig zu bieten. Deshalb stellt sich die Frage, ob Mitglieder dem Turnverein angesichts der anhaltenden Einschränkungen den Rücken kehren. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr seien einige Abgänge zu verzeichnen gewesen, berichtet Bernhard Weber. So hätten beispielsweise einige Eltern ihre Kinder abgemeldet. Dies komme aber auch in normalen Jahren immer mal wieder vor, wenn die Kinder ein gewisses Alter erreichen. Gleichzeitig habe es in den vergangenen Monaten auch Neueintritte gegeben, sagt Weber. Seit der Ankündigung des derzeitigen Lockdown seien keine neuen Kündigungen bei ihm eingegangen. "Corona hat eine leichte Auswirkung gehabt", fasst der Vereinschef zusammen. Der befürchtete Mitgliederschwund sei aber bisher ausgeblieben. "Die Treue zum Verein ist da", meint Weber.

Finanzen sind noch in Ordnung

Finanziell muss sich der Turnverein, nach Angaben des Vorsitzenden, noch keine Sorgen machen. Und dies, obwohl der Vorstand den Mitgliedern bei den Beiträgen im zweiten Halbjahr entgegenkomme. Zur Entspannung der Finanzlage trage unter anderem bei, dass ehrenamtliche Trainer auf ihre Honorare verzichten. Ansonsten habe der Verein außer Gebühren, die an die Sportverbände gezahlt werden, keine laufenden Kosten. "Wir sind noch liquide", berichtet Bernhard Weber.

Zur Jahreshauptversammlung trafen sich die Mitglieder des Turnverein Hattersheim in diesem Jahr nicht. Das Treffen, das laut Satzung im März stattfindet, fiel genau in den Beginn der ersten Corona-Welle. In diesem Jahr müsse die Versammlung nicht nachgeholt werden, erläutert der Vorsitzende. Er hofft, dass die Lage im kommenden März entspannter aussieht. sas

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