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Günter Fuchs, Vorsitzender des FCE, spricht Klartext zur derzeitigen Situation.

Vereine

Hattersheim: "Ohne Publikum gehen die Vereineüber kurz oder lang kaputt"

Das Zuschauer-Verbot trifft den Fußball-Hessenligisten FC Eddersheim finanziell besonders hart.

Eddersheim -"Null Zuschauer macht keinen Sinn", betont Günter Fuchs, Vorsitzender des FC Eddersheim (FCE). Die Fußballer, die mit ihrer Ersten Mannschaft in der Hessenliga antreten, leiden unter den derzeitigen Corona-Regelungen. Aufgrund steigender Infektionszahlen sind seit dieser Woche keine Zuschauer mehr auf dem Sportplatz am Mainufer erlaubt. Diese Regelung soll vorerst bis zum 31. Oktober gelten. Für den FCE bedeutet dies die Verschärfung einer ohnehin schon schwierigen Situation. Eintrittskarten sowie der Verkauf von Essen und Getränken seien Haupteinnahmequellen des Fußballvereins, erläutert Fuchs.

Kosten pro Spieltag: 500 Euro

Während die Einnahmen wegbrechen, sehen sich die Hessenligisten ständigen Kosten gegenüber: Der Vorsitzende zählt Strom, Wasser, Gas und die Ausgaben für den Spielbetrieb auf. Für Schiedsrichter und weitere Anforderungen würden regelmäßig Kosten von rund 500 Euro an einem Spieltag entstehen. Die Vorrunde in der Hessenliga läuft noch bis Mitte Dezember. Im kommenden Jahr würde es Ende Januar weitergehen. Die Spiele seien schon seit geraumer Zeit zum Verlustgeschäft geworden, berichtet Günter Fuchs. Selbst als in den vergangenen Wochen noch 250 Zuschauer die Mannschaften anfeuern durften, sei dies nur ein Bruchteil des früheren Publikums gewesen. Im Spiel gegen die SG Barockstadt hätte man normalerweise mit bis zu 800 Zuschauern rechnen können, nennt der FCE-Chef ein Beispiel. "Da gehen natürlich immense Gelder verloren." Mittlerweile sei es schon so weit gekommen, dass der Verein froh wäre, wenn er wenigstens das Geld für die Schiedsrichter über den Eintritt und den Essensverkauf wieder reinbekommen würde.

Der Vorsitzende der Eddersheimer Kicker stört sich auch daran, dass die Ausgangslage nicht einheitlich für alle Vereine ist. In Wiesbaden seien 100 Zuschauer erlaubt, in Fulda dürften sogar 700 Besucher auf den Platz. Aus seiner Sicht sei dies Wettbewerbsverzerrung, ärgert sich Günter Fuchs. "Das kann ja irgendwo nicht sein."

Nachdem zuletzt noch 100 Zuschauer erlaubt waren, gilt seit Beginn der Woche ein komplettes Zuschauerverbot im Kreis. Der FCE habe diese Neuregelung schon vorzeitig bei seinen Jugendspielen am vergangenen Wochenende umgesetzt. "Es ist keine schöne Situation", sagt Günter Fuchs. Er hinterfragt die momentane Regelung. Die Vorgabe des Landes Hessen sehe vor, dass bei einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 75 noch 100 Zuschauer erlaubt seien. Im Main-Taunus-Kreis lag die Inzidenz gestern bei 67,8.

Auf alternative Einnahmequellen können die Fußballer nicht bauen, weil Feste oder andere Veranstaltungen ebenfalls nicht möglich sind. Der FCE berate täglich, wie er die Einbußen auffangen soll, sagt Günter Fuchs. Dieses Problem betreffe aber nicht nur die Eddersheimer, sondern alle Vereine im Kreis. "Der Unmut wächst", sagt der Vorsitzende, der glaubt, dass die Situation bei vielen Vereinen an die Existenz gehen werde.

Irgendwann müsse man schauen, ob es noch Sinn mache, die laufende Runde zu Ende zu spielen, betont Fuchs. Er möchte jedoch zunächst abwarten, was die in dieser Woche laufenden Gespräche im hessischen Fußball ergeben. In blinden Aktionismus zu verfallen, wäre seiner Ansicht nach genauso falsch.

Was bleibt, sind Hoffnung und Zuversicht. Er hoffe, dass die Null-Zuschauer-Regelung gekippt wird - möglichst noch in dieser Woche, sagt Günter Fuchs. "Ohne Publikum gehen die Vereine über kurz oder lang kaputt." sas

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