Sie nahmen im vergangenen Jahr an einer Veranstaltung im Innovation Campus teil (von li.): Bürgermeister Klaus Schindling, Toan Nguyen, Oona Horx-Strathern, Dr. Stephan Söhnge und Professor Dr. Sven Henkel.
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Sie nahmen im vergangenen Jahr an einer Veranstaltung im Innovation Campus teil (von li.): Bürgermeister Klaus Schindling, Toan Nguyen, Oona Horx-Strathern, Dr. Stephan Söhnge und Professor Dr. Sven Henkel.

Stadtentwicklung

Hattersheim: "Wir wollen zum Prototypen werden"

Wie sich die Stadt mit einem Verein auf die Digitalisierung sowie Zukunftstechnologien vorbereitet.

Hattersheim -Was sich die Gründer des "Taunus Innovation Campus" (TIC) auf ihre Fahne geschrieben haben, klingt ambitioniert. Der Verein, der vor rund vier Monaten aus der Taufe gehoben wurde, will künftig Vorreiter für Digitalisierung und Zukunftstechnologien in der Region sein. "Wir wollen zum Prototypen für andere Standorte werden", erklärt der städtische Wirtschaftsförderer Alexander Schwarz, der den Posten des Vereinsvorsitzenden übernommen hat.

Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) spricht von einer "Strahlkraft", die dazu beitrüge, dass neue Entwicklungen einen Platz zur Entfaltung finden könnten. Schindling wurde zum Aufsichtsratsvorsitzenden des Innovations-Campus gewählt. Der Verein schlägt in dieselbe Kerbe, die Hattersheim bereits in den vergangenen Jahren mit der Ansiedlung von Rechenzentren begonnen hat. Erklärte Ziele des TIC sind die Förderung von Bereichen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Industrie 4.0 sowie die Bereitstellung einer Plattform für wissenschaftliche Experimente und die Unterstützung von Unternehmensgründern. So kann sich Alexander Schwarz vorstellen, dass in Hattersheim Testmöglichkeiten für computergesteuerte Fahrzeuge angeboten werden.

Viele Inhalte werden die künftigen Partner mitbestimmen. Neben der Stadt Hattersheim haben sich mehrere Wirtschaftsunternehmen sowie Bildungseinrichtungen unter dem Dach des Campus zusammengeschlossen. Doch apropos Dach: Genau daran fehlt es dem Verein derzeit noch. "Momentan ist noch viel Theorie angesagt", räumt Alexander Schwarz ein. Es existieren jedoch bereits Pläne, dem Innovations-Campus eine feste Heimat in einem Gebäude auf der Nordseite des Bahnhofes zu geben.

In der Schulstraße 29 bis 31 sollen die Büros und Bildungsangebote des TIC in den kommenden Monaten einziehen. Derzeit gebe es erfolgversprechende Gespräche mit den Grundstückseigentümern und die notwendigen baulichen Maßnahmen zum Umbau des Gebäudes werden ermittelt. Beispielsweise müsse die gesamte Haustechnik erneuert werden, erläutert Schwarz. Mit einem sogenannten "Edge Data Center" soll das Gebäude über ein eigenes Rechenzentrum verfügen. Außerdem laufen Gespräche mit der European Business School in Wiesbaden, die Räume im künftigen TIC-Bau beziehen wolle. Der Vereinsvorsitzende zeigt sich zuversichtlich, dass der Startschuss in den fertigen Räumen am Bahnhof im Herbst oder Winter fällt.

Bis zum Einzug sollen Gespräche mit weiteren Interessenten geführt werden. Neben dem Hattersheimer Unternehmen Hilscher habe der Verein unter anderem die Barmer Krankenkasse und ein großes Kreditinstitut gewinnen können. Der Campus finanziert sich durch abgestufte Beiträge seiner Partner: Während die Stadt Hattersheim jährlich 12 000 Euro zahlt, gibt es weitere Beitragskategorien für Unternehmen, Vereine und Privatpersonen in Höhe von 7200, 3600 und 600 Euro. Außerdem ist eine Premiumpartnerschaft in Höhe von 30 000 Euro im Jahr vorgesehen. Bedauerlich findet der Vorstand des Vereins, dass es nur in anderen Bundesländern Förderprogramme für Digitalisierungszentren gibt.

Bürgermeister Klaus Schindling blickt angesichts der Entwicklung optimistisch voraus: "Wir sind mit unserer Stadt auf einem guten Weg in die digitale Zukunft", erklärt der TIC-Aufsichtsratschef. sas

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