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Hattersheim: Racheakte nach der Festnahme

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In Hattersheim musste die Feuerwehr in den vergangenen Jahren viele brennende Autos löschen, wie hier auf dem Archivfoto. Eine dieser Brandstiftungen hängt mit einem Kriminalfall zusammen, der bald vor Gericht verhandelt wird.
In Hattersheim musste die Feuerwehr in den vergangenen Jahren viele brennende Autos löschen, wie hier auf dem Archivfoto. Eine dieser Brandstiftungen hängt mit einem Kriminalfall zusammen, der bald vor Gericht verhandelt wird. © Feuerwehr Hattersheim

Anklageerhebung gegen ehemaligen Jugendfußball-Trainer wegen sexueller Übergriffe auf Minderjährige.

Hattersheim/Frankfurt -Die Nachricht wurde am gestrigen Nachmittag an die Medien geschickt: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat in einem seit Juni 2021 geführten Ermittlungsverfahren gegen den Ex-Trainer einer Junioren-Fußballmannschaft von Wiesbaden-Wehen, Sven B., "Anklage zur Jugendkammer als Jugendschutzgericht des Landgerichts Frankfurt erhoben", teilte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwältin Nadja Niesen, mit. Dem mittlerweile 35 Jahre alten deutschen Staatsangehörigen aus Hattersheim "werden Vergewaltigung, sexuelle Nötigung unter Ausnutzung eingeschränkter Willens- oder Äußerungsfähigkeit, sexueller Missbrauch von Kindern, Herstellung kinder- und jugendpornografischer Inhalte sowie gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt", erklärte die Staatsanwaltschaft weiter.

Unklar war zunächst, ob es sich bei den betroffenen Jugendlichen um Jugendspieler des Vereins handelt. Der Mann sitzt bereits seit 9. Dezember 2021 in Untersuchungshaft. Sven B. steht außerdem im Verdacht, sich zwischen 2007 und 2014 an drei weiteren Jugendlichen im Alter von 13 bis 16 Jahren vergangen zu haben. Nach dem bisherigen Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen ist der Angeschuldigte verdächtig, "zwischen dem 9. und 26. Oktober 2021 fünf männliche Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren und einen seinerzeit zehn Jahre alten Jungen unter Verwendung einer falschen Identität und der Vorspiegelung einer tatsächlich nicht bestehenden Bedrohungslage kontaktiert und sich ihnen sodann unter seinem richtigen Namen als Vertrauensperson und Helfer angeboten zu haben", erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. In der Folge soll Sven B. die Minderjährigen in seine Wohnung eingeladen, dort durch Verabreichung von Alkohol und Schoko-Drops, die zuvor mit einem Schlafmittel versetzt worden waren, betäubt und dann sexuelle Handlungen an den widerstandsunfähigen Opfern vorgenommen haben. Seine Taten soll er zudem mit seinem Mobiltelefon gefilmt haben.

Der Angeschuldigte wurde im Vorjahr am 9. Dezember nach seiner Festnahme dem Ermittlungsrichter in Frankfurt vorgeführt, der antragsgemäß Haftbefehl erließ. Seitdem befindet sich der Hattersheimer in Untersuchungshaft. Zu den Tatvorwürfen hat er sich bislang nicht geäußert. "Soweit dem Angeschuldigten noch weitere, zu einem früheren Zeitpunkt begangene, ähnlich gelagerte Taten zur Last gelegt werden, dauern die Ermittlungen an und werden in gesonderten Verfahren fortgeführt", erläuterte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt. Das Landgericht Frankfurt werde nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Die Termine dafür seien durch die Jugendkammer noch nicht bestimmt worden.

Die Verhaftung von Sven B. hatte Folgen für die Familie des Festgenommenen: So wurden Autos und Geschäftsräume des Stiefvaters sowie Stiefbruders aus Rache in Brand gesetzt, beziehungsweise beschädigt. Im Hattersheimer Stadtgebiet war der heute 35-Jährige auch als Jugendtrainer engagiert gewesen. red/meh

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