Eine Szene vor Corona auf dem Wiesenhof: Maike Höpp und Efenia vor dem Ausritt.  Archiv-Foto: Nie
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Eine Szene vor Corona auf dem Wiesenhof: Maike Höpp und Efenia vor dem Ausritt. Archiv-Foto: Nie

Vereine

Hattersheim: RSG Wiesenhof trotzt der Krise

Pressebericht über Probleme durch die Corona-Pandemie brachte neue Spender, die den Fortbestand sicherten.

Eddersheim -Schwere Wochen liegen hinter der Reitsportgruppe (RSG) auf dem Eddersheimer Wiesenhof. Der Verein, der Reitkurse und therapeutisches Reiten anbietet, musste sich im Vorjahr von Monat zu Monat durchschlagen. Anfang November wirkte die Zukunft ungewiss, weil alle Rücklagen aus Mitgliedsbeiträgen aufgebraucht waren. Nach einem Aufruf in der Presse konnte sich die RSG mit Spenden bis zum Jahresende retten. Im neuen Jahr flossen nun wieder Mitgliedsbeiträge. Dennoch bleibt die Lage angespannt, mahnt die Vorsitzende Katrin Förster.

"Das ist unser Notanker"

Es wiederholt sich, was bereits im ersten Lockdown Anfang 2020 unvermeidbar war: Die RSG müsse ihre Mitgliedsbeiträge für die Finanzierung der laufenden Kosten einsetzen, erklärt Förster. Durch die Abbuchung von Jahresbeiträgen der mehr als 300 Mitglieder seien rund 15000 Euro eingegangen. Dieses Geld diene dem Verein normalerweise als Rücklage. "Das ist eigentlich unser Notanker über das Jahr", sagt die Vorsitzende. Momentan hätten jedoch die laufenden Kosten Priorität. Das Geld fehle der RSG letztlich an anderer Stelle, erläutert Katrin Förster. Konkret stehe die Erneuerung der Beregnungsanlage für die Reithalle an. Das Bewässerungssystem, das die notwendige Feuchtigkeit des Bodens garantiert, sollte ursprünglich schon im Vorjahr ausgetauscht werden. Fördermittel seien bereits beantragt, sagt die RSG-Chefin. Diese würden jedoch nur einen Teil der Kosten in Höhe von bis zu 40000 Euro abdecken. 25 Prozent - und damit rund 10000 Euro - müsse der Verein selbst tragen. Außerdem werden die Rücklagen der RSG zur Anschaffung neuer Pferde benötigt und für den Fall, dass eines der momentan 17 Vereinstiere erkrankt.

In einigen Bereichen ist die derzeitige Situation schon besser als die Lage im Frühjahr 2020. Damals musste der Verein nämlich alle Reittherapiestunden absagen, obwohl therapeutische Angebote von den Einschränkungen des Lockdowns ausgenommen waren. Es sei den Mitgliedern damals nicht möglich gewesen, die Tiere regelmäßig zwischen den Therapiestunden zu bewegen, erklärt Katrin Förster. Der Verein könne aber nur "eingespielte" Pferde in der Therapie einsetzen. Mittlerweile habe sich diese Ausgangssituation verändert. Erfahrene Teilnehmer der Reitstunden träfen sich mit Übungsleitern in der Halle, um die Tiere in Bewegung zu halten, beschreibt Förster. Somit könne die RSG wieder Einzelstunden in der Reittherapie anbieten. Dies kommt nicht nur den Menschen zugute, die auf therapeutische Unterstützung angewiesen sind. Der Verein kann mit den Kursen auch wieder einen geringen Teil seiner üblichen Einnahmen erwirtschaften. Da momentan keine verschärften Ausgangssperren in Hattersheim gelten, ist die Vorsitzende zuversichtlich, dass die Mitglieder die Versorgung der Tiere auch in den nächsten Wochen organisatorisch stemmen können.

Hoffen auf das Frühjahr

Erfreulich für das Team des Wiesenhofs war außerdem der starke Anstieg der Spendenbereitschaft in der Weihnachtszeit. Die bis Ende November erreichte Spendensumme von 7000 Euro wuchs bis heute auf 18000 Euro. Ein einzelnes Unternehmen habe 2500 Euro gespendet, nachdem die Verantwortlichen in der Presse von den Problemen der RSG gelesen hatten, erzählt Katrin Förster.

Obwohl die drohende Schließung des Wiesenhofs vom Tisch ist, leidet die Vereinsarbeit unter der anhaltenden Corona-Krise. Trotz Spenden und der begrenzten Rückkehr des Therapieangebots würden weiterhin Einnahmen fehlen, sagt Katrin Förster. Sie hofft, dass im Frühjahr wieder Kurse und Therapiestunden in Kleingruppen möglich sind. sas

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