Sie sind ein Herz und eine Seele: die leukämiekranke Clara und ihr Papa Carsten Heil. FOTO: privat
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Sie sind ein Herz und eine Seele: die leukämiekranke Clara und ihr Papa Carsten Heil.

Porträt

Hattersheim: Schöne Bescherung für den "Weihnachtsfan"

An ihrem Geburtstag erfährt Clara (5), dass für sie ein Knochenmarkspender gefunden wurde.

Hattersheim -Carsten Heil und Tochter Clara sind ein unzertrennliches Team. Wenn der Hattersheimer vom Kampf gegen Claras Blutkrebs erzählt, spricht er stets in der Mehrzahl. "Das freut uns total", sagt Carsten Heil über die erfolgreiche Suche nach einem Knochenmarkspender. Vor der Operation muss dass Duo aber zunächst eine schwere Chemotherapie überstehen. "Da haben wir am meisten Angst vor", sagt der Vater.

Seit dem Wochenende ist die Frankfurter Uniklinik zum Lebensmittelpunkt von Carsten Heil und Clara geworden. Dort startete die jüngste Therapie zur Vorbereitung der Knochenmarktransplantation. Die fünf Jahre alte Clara schläft in einem Patientenzimmer, während ihr Vater im benachbarten Elternhaus untergebracht ist. Jeden Morgen sei er bei Clara, erzählt Carsten Heil. Wenn alles gut geht, könne nächste Woche die Transplantation folgen.

Dass die Hattersheimer so weit gekommen sind, verdanken sie einem besonderen Geschenk: Zu Claras Geburtstag am 9. Oktober hätten sie erfahren, dass eine geeignete Knochenmarkspende gefunden wurde, erzählt Carsten Heil. Viele Menschen ließen sich von der bewegten Geschichte der beiden zur Registrierung bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) bewegen. Als das Kreisblatt Ende August berichtete, lag die Zahl der Anmeldungen noch bei 350. Mittlerweile seien über den Aufruf für Clara 817 Registrierungen zusammengekommen. "Ich freue mich über jeden, der sich registriert", sagt der Hattersheimer, der bis zur Erkrankung seiner Tochter als selbstständiger Pflegesachverständiger arbeitete. Claras Krankheit war nicht der erste Schicksalsschlag für die Familie: Bereits vor drei Jahren musste Carsten Heil stark sein, als Claras Mutter Antonelle an den Folgen eines Hirntumors verstarb.

Heil weiß, dass das Finden eines passenden Spenders nur der erste Schritt ist. "Das hat uns gefreut, aber auch viel Angst gemacht", sagt der Pflegesachverständige. Denn nun beginnt der entscheidende Kampf gegen die Leukämie. Bis Freitag werde mit der bisher aggressivsten Chemotherapie Claras Knochenmark zerstört, erklärt Carsten Heil. Wenn die Fünfjährige diese belastende Behandlung überstanden hat, könne das neue Knochenmark übertragen werden. Wie der kleine Körper die Transplantation annimmt, werde sich in den folgenden zwölf Monaten zeigen. "Da kann alles und nichts passieren", erklärt Carsten Heil und nimmt einen tiefen Atemzug. "Wenn das nächste Jahr vorbei ist, ist alles safe."

Voraussichtlich im Februar könne er mit Clara aus der Klinik zurückkehren, berichtet der Vater. Solange er seine Tochter im Krankenhaus begleitet, ist nicht an seine berufliche Tätigkeit zu denken. "Da hat man auch gar keinen Kopf für", sagt Carsten Heil. Um die finanzielle Belastung während der einkommenslosen Zeit aufzufangen, sammelt Heil online Unterstützung. Unter www.gofundme.com/f/tagesmutter-fr-clara können ihm Menschen finanziell unter die Arme greifen. Die bisherige Hilfe sei "ganz toll", freut sich der Hattersheimer. "Ohne die Spenden könnte ich nicht hier sein."

Trotz aller Herausforderungen und Ungewissheiten war die Stimmung gestern hoffnungsvoll. Carsten Heil musste lachen, als er Clara während des Pressegesprächs beim Singen und Basteln zuschaute. "Wir freuen uns, den Spender irgendwann einmal kennenzulernen", sagt der Hattersheimer.

Doch zunächst gilt es, in den nächsten Wochen stark zu bleiben. Leider müssten sie über Weihnachten und Silvester im Krankenhaus bleiben, erklärt der Vater. Diese festliche Zeit zu gestalten, werde schwer. "Clara ist großer Weihnachtsfan." sas

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