Claudia Hoss und Anna Pauli genießen es, wenn noch nicht so viele andere Badegäste im Schwimmbad sind.
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Claudia Hoss und Anna Pauli genießen es, wenn noch nicht so viele andere Badegäste im Schwimmbad sind.

Saison-Ende

Hattersheim: Sie würden gerne noch länger schwimmen

Nach zwei Verlängerungen ist das Freibad nun allerdings geschlossen.

Hattersheim -Es ist ein Morgen wie viele andere zuvor. Die Hattersheimerinnen Claudia Hoss und Anna Pauli kommt gegen 10.30 Uhr am Hattersheimer Freibad an, wo sie sich zufällig vor der Kasse begegnen. Ein freundlicher Gruß - man kennt sich unter Stammgästen - dann machen sich beide schwimmbereit. Während Pauli in der Umkleidekabine verschwindet, genügt Hoss eine Bank, an der sie ihre Oberbekleidung ablegen kann. Den Badeanzug trägt die Frühschwimmerin bereits darunter.

Anschließend erfrischen sich beide kurz unter den kalten Duschen am Beckenrand, bevor es schließlich ins kühle Nass geht. Alle Abläufe wirken gut eingespielt. Die beiden Damen erlebten ihre Freibad-Routine am Freitag jedoch zum letzten Mal in diesem Jahr.

Die Hattersheimerinnen gehören zum harten Kern, der sich am Saisonende auch nicht von einem bewölkten Himmel abschrecken ließ. Nach zwei Verlängerungen wegen des schönen Wetters öffnete die Stadt das Schwimmbad gestern zum letzten Mal in diesem Jahr.

Trotz der Zugaben blicken Badefans auf eine kürzere Saison zurück als gewohnt, da die Einrichtung aufgrund von Corona erst Anfang Juni geöffnet hatte. Viele Stammgäste wollten die Betriebszeit nun so lange wie möglich auskosten.

"Ich liebe die letzten Öffnungstage, weil es dann schon sehr leer ist", sagt Claudia Hoss. Als Schwimmerin hat sie die Bahn dann fast ganz für sich. Aus dem selben Grund gehe sie auch gerne an Regentagen schwimmen, so die Hattersheimerin.

Ab der zweiten Öffnungswoche sei sie regelmäßig im Wasser gewesen. "Ich brauche immer erst mal einen kurzen Anlauf." Dann machte sie allerdings ernst: Insgesamt 66 Mal sei sie seit Juni im Freibad gewesen. "An heißen Tagen war ich auch schon um halb acht hier."

Wer regelmäßig morgens schwimmt, trifft auf bekannte Gesichter. Oftmals entstehen auch Bekanntschaften unter den Dauergästen. "Ich kenne hier Leute, weil ich schon seit Jahren ins Schwimmbad gehe", sagt Claudia Hoss. Wenn man jemanden habe, mit dem man sich unterhalten könne, gehe die Zeit schneller rum.

Dass die Badesaison so schnell vorbeigegangen ist, bedauert die Hattersheimerin allerdings. Wenn das Freibad bis Ende September offen bliebe, würde sie auch weiterhin zum Schwimmen kommen. Dass es mittlerweile schon etwas kühler ist, stört Claudia Hoss überhaupt nicht. Das morgendliche Schwimmen härte ab. "Ich war vergangenes Jahr keinen einzigen Tag krank." Nach der Schließung des Freibads in ein Hallenbad zu wechseln, kommt für sie nicht in Frage. Sie könne die stickige Luft und den Geruch in einem überdachten Bad nicht leiden, sagt Hoss.

Auch Anna Pauli hätte nichts dagegen, wenn sie ein paar Tage länger ihre morgendlichen Bahnen ziehen könnte. "Wenn die Wassertemperatur so bleibt wie heute, würde ich auch noch weiter schwimmen." Gestern war die Temperatur am Eingang des Schwimmbads mit 23,5 Grad angegeben. Dies empfand Anna Pauli als ausreichend. Erst bei Temperaturen um die 20 Grad werde es ihr im Becken zu frisch.

Ein wenig hat die Hattersheimerin ihren Schwimmbadbesuch bereits an die spätere Jahreszeit angepasst: Sie gehe mittlerweile nicht mehr ganz so früh schwimmen wie zu Saisonbeginn. "Früh morgens ist es mir jetzt zu dunkel und zu unheimlich", so Anna Pauli. Pläne, um nach der Schließung des Freibads in Form zu bleiben, hat sie auch schon geschmiedet: "Ab sofort nehme ich wieder meine Nordic Walking Stöcke."

Für das Team des Freibads geht die Arbeit nach der Schließung noch einige Zeit weiter. Schwimmmeister Manouchehr Dehnady berichtet, dass das bewegliche Material weggeräumt werden muss. Außerdem kümmern sich die Mitarbeiter darum, Pumpen und Filter zu spülen sowie alle Edelstahlteile zu reinigen.

Als größeres Bauprojekt stehe außerdem die Installation neuer Duschen an. Noch in diesem Jahr solle ein Teil der Umkleidekabinen abgerissen und durch weitere Duschmöglichkeiten ersetzt werden. "Das war dringend nötig", sagt Dehnady. Vor den bestehenden Duschen hätten sich oft Schlangen gebildet. sas

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