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Hattersheim: "Sinnbild für Wirtschaftskraft in der Region"

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An der Voltastraße entstehen neben den Rechenzentren von NTT weitere Gewerbebauten sowie Wohngebäude. Im Gewerbegebiet Nord an der Heddingheimer Straße sollen weitere Rechenzentren errichtet werden. ArchivFOTO: mehrfeld
An der Voltastraße entstehen neben den Rechenzentren von NTT weitere Gewerbebauten sowie Wohngebäude. Im Gewerbegebiet Nord an der Heddingheimer Straße sollen weitere Rechenzentren errichtet werden. ArchivFOTO: mehrfeld © Hans Nietner

Mit welchen Branchen und CO2-Einsparungen die Rechenzentren zu tun haben.

Frankfurt/Hattersheim -Andere Kommunen, gleiche Probleme: So könnte die Kurzform lauten, wenn es um Rechenzentren geht. Denn diese benötigen viel Platz und sehr viel Strom. Das sorgt in manchen Gesellschaftskreisen für Kritik. Dabei wird es in Zukunft ohne Rechenzentren nicht gehen, wenn Klimaschutz, Verkehrswende und Energieproduktion unter einem Hut gebracht werden sollen. Ohne digitale Prozesse läuft schon heute nichts mehr. Auch wenn es Störungen und Absurditäten gibt, die an den angeblichen Segnungen der neuen digitalen Welt erhebliche Zweifel zulassen.

In Frankfurt war vor Monaten eine Diskussion darüber entbrannt, wie Rechenzentren auszusehen haben, wie viele und wo sie gebaut werden sollen. Ähnliche Diskussionen gab es in Hattersheim. Erinnert sei an das Thema Abwärme und Fassadengestaltung sowie an der Kritik des Flächenverbrauchs für die Rechenzentrums-Gebäude. Doch der letztgenannte Kritikpunkt ist - wie beim Thema Bauen - tückisch. Denn zwar werden neue Wohnungen dringend benötigt, doch die damit einhergehende Versiegelung von Flächen ist unumgänglich. Deswegen lautet die Maxime auch beim Bauen von Rechenzentren: Möglichst wenig Fläche versiegeln. Wie das im Einzelfall gehen soll, müssen Planer, Baubehörden und Politiker auf die Reihe bekommen.

Zurück zu den nicht überall geliebten Rechenzentren. Frankfurt ist zwar die Digitalhauptstadt von Deutschland. Das ist darauf zurückzuführen, dass eine bereits vor einigen Jahren erteilte Genehmigung für Privat-Unternehmen zur Verlegung eines Glasfasernetzes die Grundlage dafür bildete. Dass Frankfurt "heute den weltweit größten Internetknoten hat und sich Datenzentren und Unternehmen, die auf eine gute digitale Infrastruktur angewiesen sind, hier ansiedeln", teilte die Industrie- und Handelskammer (IHKFRA)Frankfurt in einer Stellungsnahme zum vor einigen Wochen beschlossenen Rechenzentrenkonzept der Stadt Frankfurt mit. Doch der Beschluss erschwere die Ansiedlung neuer Datenzentren in der Stadt, "indem die Ansiedlung nur noch auf wenige kleine Gebiete beschränkt werden soll", so die IHK. Anna Klaft, Vorstandsvorsitzende der German Datacenter Association (GDA), appelliert: "Rechenzentren bilden ein wesentliches Fundament der Digitalisierung in Deutschland. Das von der Stadt Frankfurt am Main beschlossene Rechenzentrenkonzept birgt die Gefahr, die Position der Stadt als Digitalstandort insgesamt zu gefährden. In der Folge wird Unternehmen die nötige digitale Infrastruktur fehlen, um Wachstum und digitale Innovationen voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit auch langfristig zu erhalten. Während die Rechenzentrumsbranche allein in Hessen rund 35 000 zukunftssichere Arbeitsplätze schafft und somit Sinnbild für Digitalisierung und Wirtschaftskraft in der Region ist, stellt das Konzept nun einen entscheidenden Einschnitt dar - nicht nur für die Digitalisierungsstrategie des Standorts Frankfurt, sondern potenziell für die gesamte deutsche Wirtschaft."

Aus Sicht der IHK soll der Ausbau der digitalen Infrastruktur unterstützt statt ausgebremst werden. "Das Ergebnis einer künstlichen Flächenverknappung wäre eine Bodenpreissteigerung bei den verbleibenden Restflächen und damit eine massive Ansiedlungsbehinderung", gab IHKFRA-Präsident Ulrich Caspar zu bedenken. Immer mehr Branchen und Arbeitsplätze seien direkt und indirekt von der digitalen Infrastruktur abhängig. Insbesondere die Kreativ-Branche, die Finanzwirtschaft, Industrie und innovative Dienstleister bewirkten mit immer neuen Ideen "eine Dynamik, die erforderlich ist, um durch neue, zukunftsfähige Arbeit Wirtschaftskraft zu schaffen", so der Präsident weiter. Vor allem sensible Branchen wie die Finanzbranche seien auf die Verfügbarkeit größter Datenmengen mit Zugriffszeiten von Bruchteilen von Sekunden angewiesen, erklärte der IHK-Chef Caspar. Diese Übertragungszeit werde durch die räumliche Nähe zu den Datenzentren verkürzt. Und: "Knapp die Hälfte der dafür erforderlichen CO2-Einsparungen können durch den Einsatz digitaler Anwendungen erzielt werden, in dem klimaschädliche Produktion ersetzt und durch Energieeffizienz Ressourcen geschont werden", sagte Caspar weiter. meh/red

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