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In der Weingartenstraße sollen bald Radler dominieren.

Koalition ist sich einig

In Hattersheim soll das Radeln sicherer werden

Die Koalition von CDU, FWG und FDP ist sich einig, wenn es um das Fahrradfahren geht. Dafür sollen künftig mehr sichere Wege angeboten werden.

Hattersheim - Ein „schwarzer“ Bürgermeister, der eine „normale“ Straße zu einer Fahrradstraße umwidmen lassen möchte und beharrlich an der Realisation arbeitet. Gibt es so etwas? Ja. Jedenfalls auch in Hattersheim. Rathauschef Klaus Schindling (CDU) hatte die Umgestaltungsmaßnahme vor einigen Monaten bei einem Pressegespräch verkündet. Vor allem um die Schulkinder geht es dabei, die ein Stück des Weges auf einer möglichst sicheren Fahrbahn zurücklegen können. Sie sollen keine Angst vor Autos haben müssen. Im Gegenteil. Die Kraftfahrzeuge müssen Rücksicht auf die Radler nehmen und sind sozusagen in der Rangfolge die Verkehrsteilnehmer an zweiter Stelle. In den nächsten Monaten soll also die Weingartenstraße zur Fahrradstraße werden.

In der Zwischenzeit hat sich die örtliche SPD mit dem Thema befasst. Zwar gab es während der rot-grünen Koalition in Hattersheim mehrmals die Absicht, eine Fahrradstraße als Verlängerung des Schulweges an der Heinrich-Böll-Schule einzurichten. Es blieb aber bei der Absicht. Eine Realisation war dann später aus finanziellen Gründen nicht mehr angedacht. Eine der größten Verfechterinnen von sicheren Radwegen war und ist die ehemalige Erste Stadträtin Karin Schnick (Grüne). Die Kommunalpolitikerin setzte sich über Jahre hinweg für Verbesserungen bei den Wegeverbindungen für Radfahrer ein. So zum Beispiel beim langwierigen Projekt für die Errichtung eines Fahrradweges zwischen Hattersheim und Weilbach.

Zurück zur Hattersheimer SPD. Rund dreißig Anwohner seien auf ihre Einladung hin zu einem sogenannten Bürgersteiggespräch in die Weingartenstraße gekommen, erklärte SPD-Vorsitzende Christel Hesse. Hauptthema sei der Plan der Stadt gewesen, die Straße in eine Fahrradstraße umzubauen. Ein konkretes Konzept dazu solle ja im April vorliegen, wie die Stadtspitze auf eine entsprechende Anfrage der SPD-Fraktion mitgeteilt habe.

„Viele Anwohnerinnen und Anwohner wussten noch gar nicht Bescheid“, stellten die SPD-Vorstandsmitglieder Birgid Oertel und Volker Igstadt fest, die selbst in der Weingartenstraße wohnen und begeisterte Radfahrer sind. „Sobald das Konzept fertiggestellt ist, müssen alle Betroffenen informiert werden. Wir brauchen eine umfassende Informationspolitik durch die Stadt.“

Bei dem Bürgersteiggespräch wurden von den Anwohnern mehrere Punkte angesprochen. Unter anderem wurde kritisiert, dass der Verkehr stark zugenommen habe und oft von Autofahrern die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht eingehalten werde. „Hier wäre es gut, wenn die Stadt öfter kontrollieren würde“, erklärten Birgid Oertel und Volker Igstadt unisono. Durch die Eröffnung der EVIM-Kindertagesstätte am Ende der Weingartenstraße sei besondere Rücksichtnahme von allen Verkehrsteilnehmern geboten, meinten die beiden Anwohner.

Übrigens plant die SPD, die Bürgersteiggespräche regelmäßig in allen drei Stadtteilen zu wiederholen. Im vergangenen Herbst waren bereits rund 80 Anwohnerinnen und Anwohner zu einem Gespräch mit den Genossen im Südring gekommen. „Es wird deutlich, dass ein Informationsbedürfnis seitens der Bürgerinnen und Bürger gegeben ist“, teilt die SPD-Chefin Christel Hesse mit. Die Hattersheimer SPD sei „ gerne bereit, mit den Bürgern direkt ins Gespräch zu kommen und sie über aktuelle Entwicklungen zu informieren“.

von Niklaus Mehrfeld

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