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Hattersheim: Spenden-Kampagne für Obdachlose

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Vor allem in der kalten Jahreszeit benötigen Obdachlose, wie hier in der B-Ebene des Frankfurter Hauptbahnhofes, warme Kleidung und Schuhe. FOTO: dpa/roessler
Vor allem in der kalten Jahreszeit benötigen Obdachlose, wie hier in der B-Ebene des Frankfurter Hauptbahnhofes, warme Kleidung und Schuhe. © picture alliance / dpa

Für das Haus Sankt Martin und die Caritas haben sich dazu zwei heikle Fragen ergeben.

Hattersheim -Das Netzwerk rund um die Plattform „Spenden Stiften Strahlen“ der Caritas-Gemeinschaftsstiftung im Bistum Limburg startet eine Informations- und Spendenkampagne für die Wohnungslosenhilfen, an der sich auch das Caritas-Haus Sankt Martin am Autoberg beteiligt. Die eigene Wohnung und damit das Zuhause zu verlieren, kommt für viele Betroffene einer persönlichen Endstation gleich. Sie kämpfen mit gesundheitlichen Problemen und sind in hohem Maße von Einsamkeit und Isolation betroffen. Um Wohnungslosen angemessen zu helfen und ihnen einen Weg zurück in die Gesellschaft aufzuzeigen, braucht es ergänzende Hilfen. Neben Zahlen und Fakten zur Wohnungslosigkeit, gibt es im Internet unter www.spendenstiftenstrahlen.de/raum geben weitere Informationen sowie aktuelle Spendenaktionen der Wohnungslosenhilfen. Die Hattersheimer Facheinrichtung für Wohnungslose, das Haus Sankt Martin des Caritasverbandes Main-Taunus an der Frankfurter Straße, hat sich dieser Kampagne angeschlossen. In der täglichen Arbeit dort hat man die Erfahrung gemacht, dass es zwei Bereiche gibt, die sowohl bei Spendern, wie auch bei den Wohnungslosen selbst heikel zu sein scheinen - vielleicht einfach, weil sie sehr in einen ganz privaten und damit intimen Bereich gehen, über den man nicht so gerne spricht und deswegen nicht wirklich nachdenkt. Für Anne Domachowski-Schneider im Haus Sankt Martin und auch für die im Caritasverband für den Bereich „Hilfen in besonderen Lebenslagen“ zuständige Abteilungsleiterin Ute Schuler haben sich dazu Fragen ergeben: „Wer würde wohl gerne gebrauchte Unterwäsche oder getragene Socken anziehen?“ Wohl eher niemand. Die Kleidung, die uns am nächsten ist, hat sicher bei den meisten Menschen einen besonderen Stellenwert, sie ist etwas ganz Privates. Auch ohne eine Wohnung haben Menschen eine Privat- und Intimsphäre. „Uns im Haus Sankt Martin ist es wichtig, diese zu achten und zu respektieren“, erklärt Anne Domachowski-Schneider. „Wir möchten daher den Wunsch unserer Besucherinnen und Besucher nach neuer, ungetragener Unterwäsche gerne öfter erfüllen können und sie mit neu gekaufter Unterwäsche und mit neuen Socken versorgen.“ Die zweite Frage ruft sicher auch bei vielen Menschen ähnliche Empfindungen hervor: „Wer zieht sich den Schuh an?“ Dazu heißt erklärt sie weiter: „Würden sie gern irgendwelche Schuhe, die von anderen Leuten schon getragen wurden, anziehen, weil sie sich keine neuen Schuhe leisten können und solche ihnen eben geschenkt werden?“, fragt Ute Schuler. „Wir möchten den Menschen, die ins Haus Sankt Martin kommen, ihren Alltag zu Fuß sehr gerne etwas erleichtern. Gerade jetzt vor dem Herbst und Winter brauchen sie gute, feste Schuhe.“

Unter der Internet-Adresse www.spendenstiftenstrahlen.de/raumgeben sind die beiden Spendenaufrufe des Hauses Sankt Martin leicht zu finden. Von dort aus kann direkt für Unterwäsche und Socken oder für neue Schuhe gespendet werden. Das Team des Hauses Sankt Martin wird sich um die Anschaffung dieser Sachen kümmern und sie an die Wohnungslosen weitergeben. red

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