hka_schindling_220317_4c_4c
+
Bürgermeister Klaus Schindling hat die Sperrung von städtischen Spielplätzen wieder aufgehoben.

Beschränkungen

Hattersheim: Spielplatz-Schließung ist erst mal vom Tisch

Rathauschef reagierte auf Beschwerden von Eltern über die Sperrung von Spielflächen.

Hattersheim -Nachdem die Stadtverwaltung am Freitag bekanntgegeben hatte, dass wegen der Bekämpfung der Corona-Pandemie die Spielplätze geschlossen werden, gab es einen Sturm der Entrüstung in den sozialen Netzwerken. Ziemlich schnell war klar: Viele Mütter - und auch Väter - wollten nicht die Sperrung nicht hinnehmen, da den Kindern wegen der Beschränkungen sowieso viele Unterhaltungsmöglichkeiten versagt blieben.

Aufgrund der hohen Infektionszahlen in Hattersheim, die höher liegen als zum Beispiel in der größeren Kreisstadt Hofheim,hatte Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) die Vorgaben der Bundesregierung unterstützt, alle Freizeiteinrichtungen zu schließen. Darunter fallen Spiel- und Bolzplätze, sowie Jugendtreffs und Sportanlagen. Der Rathauschef, der die Schließung angeordnet hatte, versprach am Freitagabend einigen Eltern, die sich darüber beschwert hatten, in Ruhe über die Angelegenheit nachzudenken. Tatsächlich kam am Ende des Abwägungsprozesses ein - aus Sicht mancher Erziehungsberechtigten - erfreuliches Ergebnis heraus. Klaus Schindling erklärte am Samstagmorgen: "Es sind nicht die Kinder, die auf den Spielplätzen ein erhöhtes Risiko der Weitergabe von Infektionsketten darstellen. Vielmehr sorgen wir uns um die Anzahl der Erwachsenen, die dort teilweise zusammensitzen. Allerdings haben die zahlreichen E-Mails und Nachrichten mich letztlich dazu bewegt, meine Entscheidung für den Bereich der Spielplätze zu überdenken, so dass alle Spielplätze nun bis auf weiteres geöffnet bleiben können."

SPD verweist auf Hofheim

"Die Schließung aller Spielplätze ist ein Alleingang der Stadt Hattersheim, für den es keine Rechtsgrundlage gibt und der sofort rückgängig gemacht werden muss", forderte SPD-Fraktionschef Dr. Marek Meyer am Samstag in einer Mitteilung. "Weder die Bundesregierung noch die hessische Landesregierung haben beschlossen, dass in Deutschland oder in Hessen die Spielplätze geschlossen werden müssen", so Meyer weiter. In den anderen Städten des Main-Taunus-Kreises, wie beispielsweise in der Kreisstadt Hofheim, seien die Spielplätze geöffnet. "Wenn Hattersheim die einzige Stadt im Main-Taunus-Kreis ist, die ihre Spielplätze schließt, dann wäre das eine echte Blamage und ein Beispiel für eine familienfeindliche Politik", meinte Marek Meyer.

Es sei auch unlogisch, wenn Schulen, Krippen und Kindertagesstätten weiterhin geöffnet seien, aber die Spielplätze geschlossen würden. Zudem würden die Spielplätze von Schulen für Sportunterricht im Freien genutzt. Meyer schlug vor, dass die Verbotsschilder an den Spielplätzen abmontiert werden: "Man könnte stattdessen einfach Schilder anbringen, mit denen die Stadt die Eltern auf ein umsichtiges Handeln aufmerksam macht."

10-Personen-Regel gilt auch auf Spielplätzen

Verärgert zeigte sich Verwaltungschef Klaus Schindling über die Verlautbarungen der Sozialdemokraten in dieser Sache. Die SPD habe das ernste Thema Corona-Pandemie "für Wahlkampfzwecke benutzt", kritisierte der Bürgermeister. Er wies noch einmal eindringlich darauf hin, dass auf den Spielplätzen die Regelung gelte, dass sich dort nicht mehr als zehn Personen aus maximal zwei Haushalten aufhalten dürfen. "Wir möchten den Familien entgegenkommen und vertrauen darauf, dass sie die Regelungen zur Kontaktbeschränkung einhalten." Es werde "engmaschige Kontrollen" auf den Spielplätzen geben, ob den Bestimmungen Folge geleistet wird, kündigte der Verwaltungschef an. Letztlich würden die Nutzerinnen und Nutzer der Spielplätze darüber entscheiden, ob diese weiterhin geöffnet bleiben können. Schindling warb um Verständnis für die Maßnahmen, die getroffen treffen werden müssten, "um das Infektionsgeschehen einzudämmen". meh

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare