Sie engagieren sich für die Stadthistorie: Erster Stadtrat und Kulturdezernent Karl Heinz Spengler sowie Stadtarchivarin Anja Pinkowsky. Das Foto entstand bei der Eröffnung der Ausstellung "Hattersheim wird Stadt". FOTO: Kröner
+
Sie engagieren sich für die Stadthistorie: Erster Stadtrat und Kulturdezernent Karl Heinz Spengler sowie Stadtarchivarin Anja Pinkowsky. Das Foto entstand bei der Eröffnung der Ausstellung "Hattersheim wird Stadt".

Kultur

Hattersheim: Stadtarchiv dokumentiert die Zeit der Pandemie

Verwaltung legt Arbeitsbilanz für 2021 vor - Anfragen zur Ortsgeschichte werden weiterhin bearbeitet.

Hattersheim -Wenn es um die Historie der Stadt sowie der Stadtteile geht, ist Hattersheim sehr gut aufgestellt. Nicht nur, dass sich rührige Heimatforscherinnen und Heimatforscher engagieren, sondern es gibt außerdem das Stadtarchiv und das künftige Stadtmuseum, das im ehemaligen Sarotti-Werkstattgebäude sein Domizil hat. Anja Pinkowsky ist die Ansprechpartnerin, wenn es um das Stadtarchiv geht. Sie hat trotz der Einschränkungen, die durch die Corona-Pandemie erfolgten, keine Langeweile. Das Stadtarchiv ist verwaltungstechnisch dem Dezernat Kultur zugeordnet, das vom Ersten Stadtrat Karl Heinz Spengler (FWG) geleitet wird. Zur Arbeit des Stadtarchivs im vergangenen Jahr stellte die Verwaltung eine Zusammenfassung zur Verfügung.

Zwar habe sich, wie auch schon im Jahr zuvor, der Ausbruch der Corona-Pandemie auch im Jahr 2021 auf die Arbeit im Stadtarchiv ausgewirkt. Die Anzahl der Anfragen lag mit 75 Stück auf dem Niveau der Vorjahre. "Dem Pandemie-Geschehen geschuldet, wurde jedoch ein Großteil der Anfragen telefonisch oder per E-Mail bearbeitet. Die Anzahl der Besucherinnen und Besucher im Archiv konnte auf diese Weise reduziert werden", erklärte die Verwaltung in einer Mitteilung.

Außerdem wurde im laufenden Jahr für die städtische Internetseite eine Online-Präsenz für das Stadtarchiv erstellt. Sie ist unter https://www.hattersheim.de/stadtarchiv aufrufbar. Neben allgemeinen Informationen sind dort unter anderem Übersichten über die Bestände sowie Hinweise zu Recherchen zu finden. Zudem werden auf der Internetseite Hinweise und Nachberichte zu Veranstaltungen veröffentlicht. Auch die Arbeit im pädagogischen Bereich war im Vorjahr weiterhin vom Pandemie-Geschehen beeinflusst. Da der Besuch von Schulklassen im Stadtarchiv aufgrund der räumlichen Gegebenheiten unter Corona-Bedingungen nicht möglich war, wurden Alternativen angeboten. So fand etwa im Juli eine Stadtführung für Schülerinnen und Schüler einer Hattersheimer Grundschule statt. Im November wurde, in Kooperation mit der Stadt Flörsheim sowie dem Main-Taunus-Kreis, eine Theatervorstellung des Theaterstücks "remembeRING" für die Heinrich-Böll-Schule organisiert. Im letzten Quartal wurde in Kooperation mit einer Grundschule mit der Gestaltung einer Stadtrallye über eine App begonnen.

Bei allen neuen Aktionen kam ein Stadtteiljubiläum nicht zu kurz: 876 Jahre - so lange reicht die Ersterwähnung Eddersheims zurück. Nachdem im vergangenen Jahr die Feierlichkeiten zum Jubiläum wegen der Corona-Krise abgesagt werden mussten, boten die sogenannten Tage der Industriekultur im August den Anlass, das Jubiläum aufzugreifen und einen Beitrag zur Präsentation der Geschichte von Eddersheim zu leisten. Im Rahmen eines Stadtteilspaziergangs wurden die Teilnehmer zu Orten in Eddersheim geführt, an denen es in der Vergangenheit zu spannenden Geschehnissen gekommen war, die für die Entwicklung des Ortes wichtig waren. Die Zeit des Winter-Lockdowns sei unter anderem dazu genutzt worden, um die Bestandserschließung im Stadtarchiv fortzuführen. So sei beispielsweise die Katalogisierung der Präsenzbibliothek abgeschlossen worden. Die Publikationen wurden über den Online-Katalog der Stadtbücherei erschlossen und sind über den WebOPAC (https://opac.winbiap.net/hattersheim/index.aspx) einsehbar. "Durch die Vergabe von Schlagworten ist eine thematische Recherche möglich", erläuterte eine Sprecherin der Stadtverwaltung das Prozedere.

Das Stadtarchiv hatte zudem im Jahr 2021 zahlreiche Neuzugänge an Archivgut zu verzeichnen. Zu nennen sind hier beispielsweise Altbestände des Bau-Archivs sowie des Ortsgerichts und die Übernahme von Schenkungen und Nachlässen aus privater Hand. Darüber hinaus wurde die Sammlung zur Dokumentation des Verlaufs der Corona-Pandemie in Hattersheim und den Stadtteilen fortgeführt.

Übrigens: 100 Jahre wäre Hattersheims berühmtester Künstler, Gerhard Matzat, in diesem Jahr geworden. 2021 wurden erste Vorbereitungen für eine Ausstellung getroffen, die künftig in der sanierten Stadthalle gezeigt werden soll. Außerdem wurde im Vorjahr eine neue Archivsatzung mit einer Archivordnung erarbeitet, und es wurden Vorarbeiten zur Erstellung eines Digitalisierungs-Konzeptes geleistet. Personell wurde aufgestockt: Seit Herbst unterstützen zwei ehrenamtliche Mitarbeiter die Projekte im Hattersheimer Stadtarchiv. red/meh

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare