Unser Archiv-Foto zeigt (re.) Bürgermeister Klaus Schindling, zugleich Vorsitzender der Hattersheimer CDU, bei einer Stadtverordnetenversammlung am Rednerpult im Haus der Vereine. Foto: nietner
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Unser Archiv-Foto zeigt (re.) Bürgermeister Klaus Schindling, zugleich Vorsitzender der Hattersheimer CDU, bei einer Stadtverordnetenversammlung am Rednerpult im Haus der Vereine.

Parteien

Hattersheim: Stadtverordneten-Mehrheit verpflichtet

Die CDU will nach dem fulminanten Wahlsieg "mit Demut weiter beharrlich arbeiten" und hält an der Koalition fest

Hattersheim -Satte 51,1 Prozent Stimmenanteil und damit die absolute Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung standen als Ergebnis für die CDU bei der Kommunalwahl am 14. März zu Buche. Unter dem außergewöhnlich guten Wahlergebnis für die Christdemokraten litten die beiden Koalitionspartner FDP und FWG. Sie mussten leichte Einbußen hinnehmen. Obwohl die CDU/FWG/FDP-Koalition sichtlich gut funktionierte und vieles in der Stadt anpackte, was schon längst überfällig gewesen war, konnten wie oben beschrieben anscheinend nur die CDU davon profitieren. Doch wie geht die siegreiche Partei mit diesem Vertrauensbeweis der Wähler um?

Beharrlich weiter arbeiten und die vielen Dinge zu Ende bringen, die in den vergangenen Jahren angefangen wurden - so laute die Losung für die Hattersheimer CDU. Deren Vorsitzender Klaus Schindling zeigt sich immer noch überwältigt vom Wahlerfolg. Deswegen ist der redegewandte Parteichef sowie stets jovial und eloquent auftretende Okrifteler nicht sprachlos geworden. Aber er sieht sich und seine Mitstreiter in der Pflicht, jetzt umso mehr "den einmal eingeschlagenen Weg fortzusetzen". "Nicht große Reden schwingen, sondern demütig sein und weiter beharrlich arbeiten", fordert Klaus Schindling von sich selbst und seinen Parteifreunden. Dabei sei das Wählervotum eindeutig gewesen, meint der CDU-Chef. Der bisherige Weg der Koalition sei ja bisher erfolgreich gewesen. Deshalb solle die Koalition mit FWG und FDP fortgesetzt werden. Das hatte der CDU-Chef schon am Wahlabend verlauten lassen.

Klaus Schindling erinnerte in diesem Zusammenhang an die Wahlversprechen für die Sanierungen der Stadthalle und der Sportanlagen, außerdem erinnerte er an die Zusage für die Südring-Anwohner, dass sie keine Straßenbeiträge für die Sanierungsarbeiten zahlen müssen. Ebenso hatte er die Ansiedlung von Unternehmen zur "Chefsache" erklärt. Dieses Sprichwort wird oft gerne von Bürgermeisterkandidaten benutzt, aber oft nach der Wahl nicht mit Taten erfüllt. In Hattersheim war das sichtlich anders. Mit dem Rechenzentrum von E-Shelter an der Voltastraße hatte es begonnen und fand seine Fortsetzung mit weiteren Unternehmen, die sich auf dem ehemaligen Horn-Gelände am Bahnhof sowie im Gewerbegebiet Nord niederlassen. Ganz zu schweigen vom Kastengrund-Areal, auf dem in einigen Jahren ein weiterer Branchenriese der Rechenzentren-Zunft, nämlich Digital Realty, seine Gebäude errichten wird.

Doch es geht dem CDU-Vorsitzenden Klaus Schindling nicht nur um die Wirtschaft, wenn es um die Entwicklung der Stadt geht. Vor allem die Schaffung von Betreuungsplätzen für Kinder galt es voranzutreiben. Als er in das Amt des Bürgermeisters gekommen sei, habe es keinen Plan dafür gegeben - und schon gar keine Vorarbeiten. Inzwischen geht es bei den Betreuungsplätzen voran, auch wenn einige unangenehme Überraschungen, wie zum Beispiel der Wasserschaden in der katholischen Kita in Eddersheim zwischenzeitlich für zusätzliche Probleme sorgten.

Spannende Fragen sind noch ohne Antworten

Doch was steht nun an für die CDU mit einer klaren Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung sowie im Magistrat im Rücken? Zuerst einmal eine Koalitionsvereinbarung, wie Klaus Schindling erklärte. Was genau diese beinhaltet, daran werde derzeit noch gearbeitet. Sicher ist nur: Die spannenden Fragen sind die nach Projekten, die von der Stadt nach der Corona-Krise gestemmt werden sollen und müssen.

Außerdem gehört die Frage nach dem Parteienproporz dazu wenn es um die Besetzung für die Stelle eines hauptamtlichen Ersten Stadtrates geht - oder um deren Wegfall. meh

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