1. Startseite
  2. Region
  3. Main-Taunus
  4. Hattersheim

Hattersheim: Stella ist nicht mehr einsam

Erstellt:

Kommentare

Manuel Ferkau und Tochter Mia Ferkau begrüßen die beiden neuen Esel-Damen im Tierpark. FOTO: kröner
Manuel Ferkau und Tochter Mia Ferkau begrüßen die beiden neuen Esel-Damen im Tierpark. © kröner, Sascha

Der Tierpark am Südring hat mehrere neue Bewohner - darunter sind unter anderem zwei Esel.

Hattersheim -Hinter dem grünen Zaun des Tierparks haben die unterschiedlichsten Arten ein Zuhause gefunden. Meerschweinchen, Gänse oder Ziegen erfreuen sich vor allem bei Besuchern im Kindesalter großer Beliebtheit. Und die genannten Tiere haben noch etwas gemeinsam: Es gibt sie alle in der Mehrzahl. Ganz anders erging es einer anderen Bewohnerin des Geheges. Esel-Dame Stella hatte kein gleich aussehendes Huftier, mit dem sie sich im Stall aneinander schmiegen konnte. Seit Artgenossin Lotte vor einiger Zeit verstarb, war die Vierbeinerin mit dem braunen Fell die einzige ihrer Art.

Alleinsein macht unglücklich - da geht es den Tieren wie den Menschen. Denn auch Esel empfinden Einsamkeit. Eine Einzelhaltung sei auf Dauer nicht zu empfehlen, erklärt Manuel Ferkau, Vorsitzender des Fördervereins für den Tierpark. "Sonst werden die Esel depressiv", sagt der Vereinschef. Er habe beobachtet, wie sich Stella seit dem Tod von Lotte immer mehr zurückgezogen hat. Deshalb suchte der Förderverein schon länger nach Neuzugängen, die Stella Gesellschaft leisten. Seit dem Wochenende gibt es nun Erfolg zu vermelden. Stella wird künftig wieder in die netten Augen von Artgenossen blicken. Denn die alleinige Esel-Existenz hinter dem Zaun des Tiergeheges endete am Samstag. Dem Förderverein war es nämlich gelungen, zwei Eselstuten und drei Zwergschafe "aufzutreiben", die an diesem Tag in dem kleinen Zoo am Schwarzbach eintrafen. Die rund 25 Jahre alte Stella ist künftig die alte Dame der Esel-Gemeinschaft. Ihre beiden neuen Genossinnen sind ein Jahr und zwölf Jahre alt. Laut Manuel Ferkau können die Lasttiere ein Alter zwischen 35 und 40 Jahren erreichen. Wenn alles gut geht, steht dem Trio also noch eine lange gemeinsame Zeit bevor.

Bisher durften sich Stella und die Neuen erst durch den Zaun kennenlernen. Der Vorsitzende hat jedoch schon einen positiven Eindruck vom vorsichtigen Aufeinandertreffen der Esel gewonnen. "Die haben sich durch den Zaun beschnuppert und waren ganz entspannt", erzählt der Hattersheimer. Bis zum näheren Kontakt müssen sich die drei Vierbeiner trotzdem noch etwas gedulden. Wenn sich die Esel weiter gut vertragen, wolle er in ein bis zwei Wochen das Tor öffnen, das Stella von ihren Artgenossen trennt, so Manuel Ferkau. Die Suche nach neuen Eseln hatte sich zunächst schwierig gestaltet. Zwar gibt es den Verein Esel-Nothilfe, dieser habe die Abgabe von Tieren jedoch an Auflagen geknüpft, die der Tierpark nicht erfüllen konnte, sagt der Vereinschef. Beispielsweise sei vorgeschrieben gewesen, dass ein bestimmter Anteil des Geheges gepflastert werden muss, damit die Esel ihre Hufe ablaufen können. Dies sei in Hattersheim aber gar nicht notwendig, argumentiert Manuel Ferkau. Der Tierpark arbeite mit einem Schmied zusammen, der regelmäßig nach den Hufen der Tiere schaue und das überschüssige Horn herauskratze. Dass dennoch neue Esel in den Tierpark einziehen konnten, verdankt der Förderverein dem Kontakt zu einem Züchter aus Ginsheim-Gustavsburg. Der Mann habe seinen Privatzoo auflösen wollen und Abnehmer für Tiere gesucht. "Für alle ist das optimal gelaufen", berichtet Manuel Ferkau. Beide Seiten seien sich über die Übernahme der drei Schafe und zwei Esel einig geworden, sagt der Vorsitzende ohne genauer auf Kosten einzugehen. Diese entstehen dem Förderverein aber auf jeden Fall in Folge der Neuzugänge. Benötigt werden ein Schuppen für Stroh und Heu, der mit rund 4000 Euro zu Buche schlägt, sowie ein neuer Stall für rund 2000 Euro. Außerdem rechnet Manuel Ferkau mit Tierarztkosten in Höhe von bis zu 1500 Euro. Bei den neuen Tieren stehen nämlich Zahnkontrollen, Impfungen und Entwurmungskuren an. Der Förderverein hat einen Spendenaufruf gestartet, den Interessierte unter anderem in den sozialen Medien finden. Wenn keine Spenden generiert werden, mache der Verein bald dicht, sagt der Vereinschef.

Er sei jedoch sehr zuversichtlich, da sich auch in den vergangenen Jahren Unterstützer fanden. Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) habe außerdem einen Zuschuss der Stadt zugesagt. Dieses Geld werde aber für die laufenden Personalkosten benötigt.

Die neuen Esel werden übrigens auch eigene Namen tragen. Die ältere Stute hat der Vereinsvorstand bereits auf den Namen Luna getauft. Den Namen für die jüngere Artgenossin will der Vorsitzende der Kreativität der Mitglieder überlassen. Vielleicht könne man Ideen sammeln und dann aus den besten Namen einen Sieger auslosen, stellt Manual Ferkau in Aussicht. sas

Auch interessant

Kommentare