Die Stadt möchte das ehemalige Sarotti-Werkstattgebäude, in dem das Stadtmuseum eingerichtet wird, erwerben.
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Die Stadt möchte das ehemalige Sarotti-Werkstattgebäude, in dem das Stadtmuseum eingerichtet wird, erwerben.

Stadtentwicklung

Hattersheim: Über den Kauf des Museums wird verhandelt

Der Magistrat hat für das ehemalige Sarotti-Werkstattgebäude bereits ein Wertgutachten in Auftrag gegeben.

Hattersheim -Nach etlichen Verzögerungen wegen Einsprüche von Nachbarn sowie dem Wechsel bei den Investoren für das Stadtmuseum, das in dem umgebauten ehemaligen Sarotti-Werkstattgebäude eingerichtet wird, befindet sich das Projekt nun bekanntlich endlich auf der Zielgeraden. Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) hatte bereits vor einigen Wochen bei einer Stadtverordnetenversammlung angedeutet, dass es durchaus vorstellbar sei, dass die Stadt wegen einer Übernahme des Werkstattgebäudes verhandeln würde.

Zur Gewissheit wurde diese angekündigte Absicht nun durch eine Mitteilung des Hattersheimer Geschichtsvereins (HGV). Dieser hatte nämlich erklärt, dass am 21. September die erste Jahreshauptversammlung - nach der Unterbrechung des Vereinslebens durch die Corona-Pandemie - abgehalten wurde. Bürgermeister Klaus Schindling sowie Erster Stadtrat Karl-Heinz Spengler hätten dabei Grußworte an die Versammlung gerichtet. Beide Redner hätten den Mitgliedern des Geschichtsvereins die Anerkennung für die Leistungen in der Vergangenheit ausgesprochen. Das Lob für die Leistung der Vereinsmitglieder bei der Realisierung des Museums und der bevorstehenden Einrichtung der Dauerausstellung sei einhergegangen mit der Ankündigung des Bürgermeisters, dass das Sarotti-Werkstattgebäude von der Stadt übernommen werden soll. Auch soll der Geschichtsverein Unterstützung nicht nur in ideeller, sondern auch in finanzieller Hinsicht erhalten. "Die Rathausspitze freut sich darauf, dass Hattersheim mit dem Museum einen identitätsstiftender Anlaufpunkt für Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen bekommt sowie überregional und touristisch eine wichtige Aufwertung erfährt", erklärte der Geschichtsverein in seiner Mitteilung weiter mit.

Bürgermeister Klaus Schindling bestätigte auf Nachfrage des Kreisblatts, dass die Stadt mit dem Investor Selim Balcioglu in Gesprächen über einen Verkauf des Ex-Sarotti-Gebäudes sei. Selim Balcioglu ist nicht nur als Versicherungsmakler und Immobilien-Investor in Hattersheim bekannt. Er ist SPD-Stadtverordneter und Vorsitzender der Hattersheimer Sozialdemokraten. Zudem fungiert er als Vorsitzender des Stadtverordneten-Ausschusses für Bauen, Umwelt und Verkehr. Für den Rathauschef haben die Ehrenämter bei den Verhandlungen keine Rolle. Er verhandele nicht mit einem Stadtverordneten oder SPD-Vorsitzenden, sondern mit dem Geschäftsmann Selim Balcioglu, erklärte Klaus Schindling. Um die Angelegenheit auf sichere Füße zu stellen, hat die Stadt ein Wertgutachten in Auftrag gegeben. Zur Frage, in welcher Euro-Größenordnung die Stadt für den Erwerb des Gebäudes zahlt, wollte sich der Bürgermeister deshalb nicht genau festlegen. Nur so viel sei klar: Es werde sich dabei um eine sechsstellige Summe handeln. Mit einem Kauf des ehemaligen Sarotti-Werkstattgebäudes würde die Stadt zugleich den Anbau mit erwerben, in dem ein Cafe eingerichtet werden soll. Noch nicht klar ist, wann die Verhandlungen zu Ende gebracht werden können.

Nicht zu dem Verhandlungspaket für das ehemalige Werkstattgebäude gehört ein benachbartes, rund 3000 Quadratmeter großes Gelände. Darauf möchte Selim Balcioglu nach eigenen Angaben, die er bereits vor einigen Wochen publik gemacht hatte, Reihenhäuser errichten. Damit wären die Flächen rund um das ehemalige Sarotti-Gebäude und künftige Stadtmuseum mit Wohngebäuden bebaut. niklaus mehrfeld

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