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Der Wasserwerkswald in Okriftel ist schützenswert. Darüber sind sich alle Politiker einig.

Politik

Hattersheim: Umgehung würde eventuell die Wasserwerkchaussee queren

Der Vorschlag der Grünen, die städtische Planungshoheit zum Schutz der Waldflächen einzusetzen, wurde abgelehnt.

Hattersheim -Seit einigen Monaten beherrschen anscheinend drei Themen fast alle politischen Ebenen. Da ist zum einen die Corona-Krise, die so tief in das Leben der Menschen eingreift. Zum anderen ist es die Klimakrise, die für Unsicherheit in großen Teilen der Bevölkerung sorgt. Dazu kommt noch die Flüchtlingskrise, deren Auswirkung auf die Bundesrepublik zwar derzeit unterbrochen scheint, die aber noch lange nicht vorbei ist.

Um die Umwelt - und damit gleichzeitig das Klima - zu schützen, achten viele Kommunalpolitiker mehr denn je darauf, dass keine Waldflächen gerodet werden. Vor diesem Hintergrund ist ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zu verstehen, der sich mit der Sicherung von Waldflächen beschäftigte.

In einem Antrag zur jüngsten Stadtverordnetensitzung hatte die Grünen-Fraktion die "zukunftsweisende Sicherung von Waldflächen" in den Mittelpunkt gestellt. Der Magistrat solle beauftragt werden, "zum Sichern der wertvollen Flächen ,Auf der Hub' und Wasserwerkswald die Möglichkeiten der kommunalen Planungshoheit zu prüfen und der Stadtverordnetenversammlung eine entsprechende Beschlussempfehlung" vorzulegen. In der Begründung für ihren Antrag erinnerten die Grünen an eine Sitzung im August 2019. Bei dieser hatten die Stadtverordneten den Magistrat einstimmig aufgefordert, bei der Regierungspräsidentin das Okrifteler Wäldchen, den Wasserwerkswald sowie das Wäldchen "Auf der Hub" als mögliche Bannwälder zu beantragen.

"Da darf nichts gemacht werden"

Der Magistrat habe daraufhin in der Stadtverordnetenversammlung im Dezember 2019 berichtet, dass das Regierungspräsidium in Darmstadt die Ausweisung für das Wäldchen "Auf der Hub" sowie für das Okrifteler Wäldchen als Bannwald wegen der zu geringen Größe nicht in Aussicht gestellt habe. Zu dem Antrag der Grünen, dass die drei Waldflächen zu erhalten seien und nicht umgewandelt werden dürften, hatte Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) im Januar 2020 im Fachausschuss für Umwelt, Bauen und Verkehr erläutert, dass eine Selbstverpflichtung nur für Flächen im städtischen Eigentum festgelegt werden könne. Die Stadtverordneten beschlossen deshalb im Februar nur für das Okrifteler Wäldchen, dass diese Fläche zu erhalten sei und künftig nicht umgewandelt werden darf. "Wir regen daher für die beiden anderen Waldflächen, die sich nicht im Eigentum der Stadt befinden, an, das hohe kommunale Planungsrecht anzuwenden", schlugen die Grünen in ihrem neuen Antrag vor. Ralf Depke (FWG), der einen ähnlichen Antrag zum Schutz der Waldflächen gestellt hatte, wies darauf hin, dass der Wasserwerkswald zur Wasserschutzzone 1 gehöre. "Da darf nichts gemacht werden", meinte der FWG-Stadtverordnete. Winfried Pohl hakte in Sachen Okrifteler Wäldchen nach und fragte, ob Teile dieses Areals von Straßenbaumaßnahmen beeinträchtigt werden könnten. Rathauschef Klaus Schindling antwortete dem Grünen-Fraktionschef direkt: "Wir haben eine Machbarkeitsstudie für die Umgehungsstraße in Auftrag gegeben." Es könne sein, dass die Umgehungsstraße die Wasserwerkchaussee queren soll. "Da gebe ich ihnen recht." Das Okrifteler Wäldchen werde davon aber nicht betroffen.

Der Antrag der Grünen wurde von der CDU/FWG/FDP-Koalition mehrheitlich abgelehnt. meh

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