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Hattersheim: Vereinsring engagiert sich als Hallenverwalter

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Ohne Veranstaltungsort läuft in dem Stadtteil nichts: Unter anderem der Carneval Club Mainperle nutzt das Haus der Vereine an der Johann-Sebastian-Bach-Straße als Domizil für die Fastnachtssitzungen. ArchivFOTO: nietner
Ohne Veranstaltungsort läuft in dem Stadtteil nichts: Unter anderem der Carneval Club Mainperle nutzt das Haus der Vereine an der Johann-Sebastian-Bach-Straße als Domizil für die Fastnachtssitzungen. ArchivFOTO: nietner © Hans Nietner

Warum der Okrifteler Zusammenschluss einst die Verwaltung des Hauses der Vereine übernommen hat.

Okriftel -Den Gründern und Machern des Vereinsrings Okriftel ist es zu verdanken, dass alljährlich an Pfingsten im Wäldchen in der Nähe des Mainufers das Wäldchesfest gefeiert werden kann. Der Okrifteler Bernd Caspari, der als Initiator von zahlreichen Projekten für den Stadtteil über Jahrzehnte viel geschaffen hat, was heute noch Bestand hat, fasste in einer Chronik die Historie des Vereinsrings sowie des Wäldchesfestes zusammen. In einem ersten Teil (Kreisblatt vom 31. März) berichtete diese Zeitung über die Beschreibung der Vereinsring-Gründung und der Organisation mit Hilfe dieses Gremium beim ersten Wäldchesfest im Jahr 1951. Bekanntlich hätte vor zwei Jahren das Wäldchesfest im Stadtteil Okriftel seine 70. Auflage feiern können. Wegen der Corona-Pandemie musste in den vergangenen zwei Jahren auf die Austragung des Festes verzichtet werden. Nun soll es in diesem Jahr sozusagen eine Jubliäumsversion 70 2:0 geben - sogar mit einem Feuerwerk am Wäldchesfest-Dienstag und nicht am Pfingstmontag, wie irrtümlich zuvor berichtet wurde.

Zurück zur Chronik von Bernd Caspari. In der von ihm verfassten Aufzeichnung geht es vor allem um die Aktivitäten des Vereinsrings, der Ende 1950 als zunächst loser Zusammenschluss der Vereine seine Arbeit aufnahm. Caspari schreibt über diese Zeit: "Alle Aktivitäten wurden mit Unterstützung der Gemeinde Okriftel vollzogen. Der Volkstrauertag fand in den ersten Jahren am Kriegerdenkmal der Kirchgrabenstraße statt, bis der Gedanke aufkam, ein Mahnmal gemeinsam mit der Gemeinde Okriftel zu errichten, dessen Standort der Okrifteler Friedhof sein sollte. Für die Finanzierung wurden vom Vereinsring Bausteine verkauft, deren Erlös 4000 DM einbrachten. Die Grundsteinlegung war am 28. September 1963, die Einweihung erfolgte am Volkstrauertag 1963, es war der 17. November. Seit dieser Zeit finden die Gedenkstunde und eine stille Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal auf dem Friedhof statt. Nach dem freiwilligen Zusammenschluss zur Stadt Hattersheim wurde zentral im Wechsel der drei Stadtteile die Gedenkstunde begangen. Diese Arbeitsrichtlinien hatten ihre Gültigkeit bis zum Jahr 1995." Mit der Gründung des Vereinsringes als Verein und der Eintragung in das Vereinsregister wurde außerdem eine Satzung beschlossen, berichtet Bernd Caspari in der Chronik. "Hier wurden wir dankenswerter Weise vom damaligen Vorsitzenden des Turnvereines Hattersheim, Herrn Aschoff, juristisch beraten. Stimmberechtigt waren die Vereine, die der Satzung zugestimmt und diese unterzeichnet hatten. Der Vorstand wird seit diesem Zeitpunkt auf Vorschlag gewählt." Die Zusammensetzung des ersten gewählten Vereinsring-Führungsgremiums sah wie folgt aus: Vorsitzender wurde Bernd Caspari, Zweiter Vorsitzender Helmut Löw, Schriftführerin Helga Daudert, Kassierer Wolfgang Deul und Zeugwart Günther Wlach. Sitzungsleiter bei der Vorstandswahl war der damalige Hattersheimer Bürgermeister Alfred Schubert.

In der Chronik beschreibt Bernd Caspari die weiteren Aktivitäten des damals neu gegründeten Gremiums. "Die Aufgaben des Vereinsringes sind nach wie vor drei Hauptthemen: Die Ausrichtung des Wäldchestages, der Volkstrauertag und die Koordination der Termine. Nach der Entstehung vom Haus der Vereine durch die Stadt und dem Innenausbau der Nebenräume unter Mitwirkung von fünf Vereinen - Sänger, Turner, Fanfarenzug, L' espérance und CCM - wurden auch für die Veranstaltungen im Saal Regelungen getroffen.

Den Anspruch auf Nutzung der Räumlichkeiten hat vorrangig die Stadt Hattersheim, dann der Vereinsring, danach die Vereine, die nicht dem Vereinsring angeschlossen sind, und erst dann Privatpersonen. Vor der Fertigstellung des Hauses der Vereine fanden alle Veranstaltungen in der Radfahrerhalle statt." Bernd Caspari geht zudem noch auf die - aus Spargründen vorgenommene - Übergabe der Verwaltung für das Haus der Vereine von der Stadt auf den Vereinsring ein: "Nach langer Vorbereitungszeit zwischen dem Vereinsring und der Stadt wurde am 1. Januar 2003 nach der Vertragsunterzeichnung durch den Vorsitzenden Wolfgang Deul und dem Zweiten Vorsitzenden Helmut Löw das Haus der Vereine in Selbstverwaltung übernommen. Die ,Vier' vom Verwaltungsrat waren Bernd Caspari, Wolfgang Deul, Friedhelm Gutenberger und Helmut Löw. Im Jahr 2010 sind es Ralf Becker, Bernd Caspari, Jochen Fassl und Walter Fey."

Eine weitere Episode in der von Bernd Caspari formulierten Aufzeichnung sind die Vorbereitungen zur 900-Jahr-Feier des Stadtteils Okriftel, die seit 2002 in Angriff genommen worden waren. Dazu schreibt der Verfasser der Chronik: "Im Ausschuss waren Bernd Caspari, Wolfgang Deul und Helmut Löw. Bernd Caspari war für die Ehrenpforte, einschließlich dem Bau und der Organisation von Vereinsständen und Handwerkern in Straßen, Höfen und dem Mainufer bis hin zu den Einsatzfahrzeugen zuständig. Wolfgang Deul hatte die Vereine übernommen und besprach mit ihnen den Ablauf der Veranstaltungen einschließlich des Festumzugs. Helmut Löw kümmerte sich um die Stromversorgung und den Festzug, sowie dessen Verlauf bis hin zu Behördengenehmigungen und den zuständigen Einsatzkräften." Diese Aufzählung umfasse nur einen Teil der damaligen Arbeiten, "viele Kleinigkeiten liefen noch nebenbei. Die Ehrenpforte wurde in abgeänderter Höhe am Mainufer postiert, ebenso der von Bernd und Markus Caspari geschaffene Wegweiser für die Städtepartnerschaften". meh

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