Auf das Impfen mit Astrazeneca, hier wird eine Spritze mit dem Impfstoff aufgezogen, verzichten viele Berechtigte. Foto: dpa
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Auf das Impfen mit Astrazeneca, hier wird eine Spritze mit dem Impfstoff aufgezogen, verzichten viele Berechtigte.

Corona-Pandemie

Hattersheim: Viele Absagen für Impfung mit Astrazeneca

Große Skepsis bei vielen Bewohnern des Main-Taunus-Kreises.

Hattersheim -Berichte über vereinzelte schwere Nebenwirkungen beim Impfstoff von Astrazeneca haben dazu geführt, dass Impfungen mit dem Vakzin häufiger abgelehnt werden. Es sei leider vermehrt festzustellen, dass Impfwillige ihre Termine nicht wahrnehmen, heißt es dazu auf Nachfrage des Kreisblatts aus dem Hessischen Innenministerium. Die Pressestelle bezeichnete die Rate der Termine, die trotz Vereinbarung nicht wahrgenommen werden, als "No-Show-Rate". In Hessen liege dieser Anteil durchschnittlich bei rund 25 Prozent.

Auch im Impfzentrum des Main-Taunus-Kreises auf dem Hattersheimer Kastengrund-Areal ist die Skepsis gegenüber dem Impfstoff zu spüren. Der Anteil, der Impfwilligen, die sich vor einer Immunisierung mit dem Astrazeneca-Vakzin zurückziehen, fällt sogar noch höher aus als der hessische Durchschnitt.

Wie aus der Pressestelle des Kreishauses zu erfahren ist, werden täglich zwischen 800 und 1200 Impfungen auf dem Hattersheimer Gelände durchgeführt. Die Zahl schwanke abhängig von der Verfügbarkeit der Impfstoffe. Auf Astrazeneca entfielen momentan 420 Termine pro Tag. Davon würden etwa 30 Prozent der Impfwilligen absagen oder nicht erscheinen. Aufgrund der Öffnung der Impfstoffvergabe für die Altersgruppe ab 60 Jahre erwartet der Main-Taunus-Kreis demnächst eine höhere Nutzung der Astrazeneca-Angebote.

Abgesagte Termine würden aktuell über die Main-Taunus-"Impfbrücke" an Nachrücker vergeben. Es sei bisher möglich gewesen, mehr als 800 Menschen über diese Plattform zu impfen. "Wir tun also alles, um alle Impfdosen zu verimpfen", erklärt Pressesprecher Johannes Latsch. Bis zum Beginn der vergangenen Woche seien 94 Prozent aller gelieferten Impfdosen verimpft worden. Damit liege das Impfzentrum des Kreises weit über dem Durchschnitt auf Bundes- und Landesebene.

Neben der Terminvergabe an Nachrücker gibt es in Hessen verschiedene kreative Lösungen, um die Impfstoffe an den Mann oder die Frau zu bekommen. Das Innenministerium teilt mit, dass Impfzentren bei Bedarf "Sonderimpfaktionen" in Eigenregie organisieren. So habe der Rheingau-Taunus-Kreis beispielsweise über Ostern alle Bürgerinnen und Bürger des Jahrgangs 1942, die bis dahin keinen Termin erhalten hatten, zu einer Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca eingeladen, um Impfstoff, der für abgesagte Termine vorgesehen war, schnell und verordnungsgerecht zu verimpfen.

Abgesehen von den Astrazeneca-Absagen sei der Zuspruch für eine Registrierung in Hessen ungebrochen. Alle Angehörigen der Priorisierungsgruppe 1 und 2, die noch keine Termine für ihre Erst- und Zweitimpfungen erhalten haben, sollen diese bis Ende des Monats bekommen und bis Ende Mai mindestens einmal geimpft sein. Wenige Tausend Registrierte aus Gruppe 1 und rund 250 000 aus Gruppe 2 hätten bisher über die Terminvergabe des Landes noch keine Impftermine erhalten.

Größere Verfügbarkeit, höheres Impftempo

Das Impftempo scheint sich in den vergangenen Wochen erhöht zu haben, nachdem neben den Impfzentren auch Hausärzte einbezogen wurden. Die Beschleunigung sei allerdings nicht unbedingt aufgrund der Mitarbeit der Arztpraxen zustande gekommen, so ein Sprecher des Innenministeriums.

Die Impfgeschwindigkeit sei maßgeblich von der Verfügbarkeit des Impfstoffs abhängig. Erst als mehr Impfstoff zur Verfügung stand, sei es auch möglich und sinnvoll gewesen, die Hausärzte in die Kampagne einzubeziehen. Dass sich mit mehr Impfstoff nun das Impftempo erhöht, sei somit unabhängig von der Einbindung der Hausärzte folgerichtig.

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