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Hattersheim: Vom Spatenstich zur Vorzeige-Immobilie

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Das war der Start für ein ungewöhnliches Bau-Projekt: Yaskawa Europa-Chef Bruno Schnekenburger (Mitte) bei der Grundsteinlegung im vergangenen Jahr. archivFOTO: mehrfeld
Das war der Start für ein ungewöhnliches Bau-Projekt: Yaskawa Europa-Chef Bruno Schnekenburger (Mitte) bei der Grundsteinlegung im vergangenen Jahr. archiv © Mehrfeld Niklaus

Mit Photovoltaik und einer besonderen Klimatechnik ist die Yaskawa-Unternehmenszentrale ausgestattet.

Hattersheim -So eine Dauerberieselung mit Vorschlägen zum Energiesparen, zur alternativen Energiegewinnung und zur Verkehrswende gab es noch nie wie zurzeit. Doch mit Vorschlägen alleine ist es nicht getan, mit Ideen auch nicht. Schließlich muss das Gedachte umgesetzt werden. Und da setzen die Schwierigkeiten dann in massiver Art und Weise ein. Mal gibt es die benötigten Materialien nicht, mal sind des Personalprobleme und manchmal gibt es Lieferprobleme. Ganz abgesehen davon, dass die marode Infrastruktur beim öffentlichen Schienennetz einer dringenden Sanierung bedarf und Bürokratie allerorten vieles zu kompliziert macht. Alles zusammengenommen sind dies Aufgaben, für die es mehr als ein Jahrzehnt dauern wird, um sie abzuarbeiten.

Doch es gibt auch andere Beispiele. Nämlich von denjenigen (Privat-) Unternehmen, die sich mit Pragmatismus und dem schier Machbaren an einer schnellen Umsetzung der ökologisch Notwendigkeiten orientieren. In Hattersheim kann damit das Unternehmen Yaskawa Europe GmbH an der Philipp-Reis-Straße reüssieren. Im Industriepark Hattersheim entsteht die neue Unternehmenszentrale von Yaskawa für Europa. Als global agierender Technologielieferant im Bereich Robotik, Antriebs- und Steuerungstechnik sowie regenerativer Energien investiert Yaskawa am neuen Standort in Hattersheim rund 23 Millionen Euro in ein Bürogebäude sowie einem Parkhaus. Bisher war das Unternehmen seit dem Jahr 2008 übrigens in Eschborn ansässig. In Hattersheim hatte das Unternehmen ein Grundstück gefunden, das den Anforderungen für die Unternehmenszentrale gerecht wird.

Doch was ist so besonders an der künftigen Yaskawa Europe-Zentrale? Die Antwort ist einfach: Die Immobilie kann sich mit der eigenen Stromerzeugung per Photovoltaik und weiterer alternativer Technik selbst mit Strom und Wärme versorgen. Alles, was in dem Gebäude an Wärme erzeugt wird, verpufft nicht einfach wieder, sondern wird genutzt.

Der Spezialist für Robotik, Antriebs- und Steuerungstechnik nutzt dabei sein Know how aus diesen Unternehmensbereichen. Eigentlich ist die künftige Europa-Zentrale von Yaskawa so etwas wie ein geistiger Vorläufer von Smart-City. Diese Idee wird von der städtischen Wirtschaftsförderung oft ins Spiel gebracht wird um die Ressourcen aufzuzeigen, die durch sparsamen Energieverbrauch bei dieser Art von Steuerung durch digitale Prozesse erfolgen kann.

Der Spatenstich für das neue Gebäude im Industriepark Hattersheim fand im Jahr 2021 statt. Auf dem 8316 Quadratmeter großen Grundstück ist ein vierstöckiges Bürogebäude mit 3450 Quadratmetern Bürofläche für circa 220 Mitarbeiter entstanden, ein europäisches Schulungszentrum mit 1150 Quadratmetern sowie ein Innovationszentrum mit Showroom mit einer Fläche von 206 Quadratmetern. Es gibt auf dem Areal neben 17 Parkplätzen im Außenbereich für Gäste auch ein Parkhaus mit 177 Stellplätzen für die Mitarbeiter. Davon sind mehrere mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge bestückt. Der Neubau wurde als Energieeffizienz-Haus gemäß dem Standard KfW 55 konzipiert und gebaut. Mit verschiedensten Maßnahmen soll so eine besonders hohe Energieeffizienz erreicht werden. Zur Ausstattung zählen nicht nur die bereits erwähnte Photovoltaik-Anlage, sondern außerdem auch eine besonders energieeffiziente Klimatechnik für die Büroräume sowie stromsparende LED-Leuchten. Zudem wird die Wärmeerzeugung über eine Luftwasserwärmepumpe erzeugt. Kein Wunder also, dass der hessische Finanzminister Michael Boddenberg und Landrat Michael Cyriax sowie Bürgermeister Klaus Schindling (alle CDU) der bald fertiggestellte Immobilie einen Besuch abstatteten. Bis zum Ende des Jahres soll das Bauwerk bezogen sein, lautete der Zeitplan. Daran hat sich in der Zwischenzeit nichts geändert. meh

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