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Hattersheim: "Vordere Voltastraße" ist Streitthema

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In der Sporthalle am Karl-Eckel-Weg fand die jüngste Stadtverordnetenversammlung statt. FOTO: meh
In der Sporthalle am Karl-Eckel-Weg fand die jüngste Stadtverordnetenversammlung statt. © Mehrfeld, Niklaus

Stadtverordnete diskutierten über die Inhalte des städtebaulichen Vertrages für das Neubaugebiet.

Hattersheim -Der Bürgermeister-Wahlkampf ist seit einigen Tagen im vollem Gange. Nicht nur im Stadtbild sind dazu Aktionen sichtbar, sondern auch bei den Sitzungen der Stadtverordneten. Auf der jüngsten Versammlung in der Sporthalle am Karl-Eckel-Weg prallten dabei bei einem Punkt besonders die Ansichten von Regierungskoalition und Opposition aufeinander und zugleich die der drei Bürgermeisterkandidaten Nathalie Ferko (Bündnis 90/Die Grünen), Mesut Cetin (SPD) sowie Klaus Schindling (CDU). Nämlich bei der Diskussion zur Abstimmung über den städtebaulichen Vertrag für die Bebauung des Gebietes "vordere Voltastraße". Die Themen Wohnungsbau sowie Kindertagesstätten-Neubau waren die Streitpunkte.

Mesut Cetin vermisste in den Planungen den Bau von öffentlich geförderten Wohnungen. Für seine Partei sei es nicht hinnehmbar, ein Baugebiet ohne bezahlbaren Wohnraum zu errichten. "Welches Zeichen geben sie den Menschen" die dringend Wohnraum benötigen, fragte der Sozialdemokrat in Richtung der CDU/FDP/FWG-Regierungskoalition. Es könne nicht sein, dass die Stadt einem Investor aus Bayern zuliebe auf den Bau von Sozialwohnungen verzichte. Auch sei das Vorhaben, eine Kindertagesstätte (Kita) über einem Supermarkt zu errichten, nicht akzeptabel. In dem Baugebiet gebe es genügend Platz für den Bau einer Kita auf ebener Fläche. SPD-Fraktionskollege Thomas Abicht erklärte, dass man deutlich merke, dass man bei diesem Thema schon mitten im Wahlkampf sei. Abicht stellte die Frage, ob es doch nicht möglich sei, einen kleinen Anteil an Sozialwohnungen in dem Neubaugebiet errichten zu lassen. Von einer Kita auf dem Dach eines Supermarktes halte er nichts. Der Sozialdemokrat wies auf verschiedene Stellen im Stadtgebiet hin, in denen Kitas in Containern anscheinend vorübergehend untergebracht seien. Die Frage sei, ob man sich darauf einstellen müsste, dass an der Voltastraße die Kita ebenfalls in Containern untergebracht werden sollten.

Nathalie Ferko trug die gleichen Kritikpunkte vor. Zum einen fehle der soziale Wohnungsbau, zum anderen sei es nicht gut eine Kita auf dem Dach eines Supermarktes unterzubringen. Die Kinder würden dort nur auf Schallschutzwände sehen. Außerdem könnten Eltern und Kinder nur umständlich in das höhere Stockwerk gelangen. Versäumt worden sei bei den Planungen, so Ferko weiter, dass die Pflicht für den Bau von Solaranlagen sowie Zisternen festgeschrieben wird. Ihre Fraktion können dem Antrag für den Bebauungsplan "vordere Voltastraße" wegen der genannten Kritikpunkte nicht zustimmen. FDP-Stadtverordneter Dietrich Muth, der sich seit 1977 in der Stadtverordnetenversammlung engagiert, wies darauf hin, dass sich bei Kritik erst einmal jeder den Spiegel vors Gesicht halten sollte. Muth hatte sich die Mühe gemacht, die Pläne von der ehemaligen rot-grünen Koalition in den Jahren circa 2010 bis 2016 realisierten Baugebiete zu durchforsten. Auf dem ehemaligen Kauth-Gelände seien unter Rot-Grün "null öffentlich geförderter Wohnraum entstanden". Im Baugebiet Südwest zwischen Dürer- und Schulstraße seien ebenso keine Sozialwohnungen oder öffentlich geförderten Wohnungen entstanden. Wie auch im Bereich Gärtnertor (Dürerstraße bis Leonhardstraße). Und auf der einstigen Industriebrache "Schokoladenfabrik" sei ebenfalls keine einzige Sozialwohnung oder öffentlich geförderter Wohnraum errichtet worden. Im Gegensatz zur CDU/FDP/FWG-Koalition, die an der Ölmühle 20 bezahlbare Wohnungen in den Bestand der Hattersheimer Wohnungsbau Gesellschaft (Hawobau) überführt habe.

Verwaltungschef Klaus Schindling wies den Vorwurf zurück, dem Investor bei der Gewinnmaximierung behilflich zu sein. Er sei dafür zuständig, für die Stadt das bestmöglichste herauszuholen. An Mesut Cetin gerichtet erklärte Schindling, dass die Investoren hessische Unternehmen seien, keine bayerischen.

Beim Thema Kita auf dem Dach sah der Bürgermeister dies noch gar nicht endlich festgeschrieben. Klar sei nur, dass der Investor eine sechszügige Kita errichten muss. In welcher Art und Weise diese dann gebaut werde, sei von verschiedenen Faktoren abhängig. Die Fürsorge für die Bewohner von Hattersheim beinhalte auch den ökonomischen Weitblick und das Bemühen die Balance zu halten zwischen Ökonomie und Ökologie.

Mit den Stimmen der CDU/FDP/FWG-Koalition wurde die Vorlage für den städtebaulichen Vertrag für die "vordere Voltastraße" beschlossen. meh

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