Geimpft wird, wenn die Impfstoffe in den dafür eingerichteten Zentren, bei den Haus- und Betriebsärzten vorhanden sind. Doch daran mangelt es derzeit noch immer.
+
Geimpft wird, wenn die Impfstoffe in den dafür eingerichteten Zentren, bei den Haus- und Betriebsärzten vorhanden sind. Doch daran mangelt es derzeit noch immer.

Corona-Pandemie

Hattersheim: Vorerst ändert sich nichts

Warum die Aufhebung der Priorisierung nicht zu mehr Impfterminen führt.

Hattersheim -Der Ansturm auf Impftermine hat begonnen. Seit gestern morgen um 8 Uhr können sich Impfwillige ohne Priorisierung für die Corona-Immunisierung anmelden. Bis 10.30 Uhr seien hessenweit bereits rund 50 000 Registrierungen online oder telefonisch eingegangen, erläuterte ein Sprecher des Innenministeriums. Wer aufgrund der großen Nachfrage nicht im Online-Portal durchkam, wurde in einen virtuellen Warteraum umgeleitet. Zu den 28 hessischen Impfzentren, die künftig ohne Berücksichtigung von Gesundheitszustand, Alter oder Berufsgruppe impfen, gehört das Impfzentrum des Main-Taunus-Kreises auf dem Kastengrund-Gelände.

Durch die Aufhebung der Priorisierung und die Einbeziehung von Betriebsärzten werden zunehmend neue Impfmöglichkeiten geschaffen. Doch was bedeutet dies praktisch angesichts anhaltender Impfstoffknappheit? Wegen der Aufhebung der Priorisierung ergeben sich im Impfzentrum des Main-Taunus-Kreises keine einschneidenden Änderungen, hieß es dazu gestern aus dem Kreishaus. Das Land vergebe weiterhin die Termine, während das Impfzentrum die Impfungen bis zu seiner Kapazitätsgrenze durchführe. Die maximal Auslastung der Impfstraßen im Kastengrund ist mit 1200 Personen pro Tag vorgesehen. Aufgrund der vom Land gelieferten Impfstoffmengen sei diese Kapazität aber bisher nur an einigen Tagen ausgeschöpft worden, erläuterte die Pressestelle des Landratsamtes. Von Freitag bis gestern wurden 2634 Personen im Impfzentrum und durch mobile Teams geimpft; 1063 erhielten ihre Erstimpfung.

Vergabe nach dem Zufallsprinzip

Die Aufhebung der Priorisierung bedeutet also nicht, dass in den kommenden Wochen bereits jeder Interessierte einen Impftermin bekommt. Derzeit warten hessenweit noch 486 000 Impfwillige aus den drei Priorisierungsgruppen auf einen Termin. Sie sollen vorrangig geimpft werden. Die Anmeldefrist für eine bevorzugte Impfung lief am Sonntag aus. Aus dem Innenministerium heißt es, dass sich die Erstimpfungen in der Priorisierungsgruppe 3 bis in den Juli ziehen werden. Menschen, die sich seit gestern ohne Priorisierung anmelden, sollten demnach nicht mit Terminen vor Juli rechnen.

Nach Angabe des hessischen Innenministeriums warten im Main-Taunus-Kreis derzeit 25 000 angemeldete Impfwillige auf einen Termin - davon 24 800 aus der Priorisierungsgruppe 3. 29 200 Angehörige der Priorisierungsgruppe 3 haben bereits einen Termin erhalten. Das Land verfüge momentan wöchentlich über 180 000 Impfdosen, die auf die Impfzentren verteilt werden, der Rest gehe an Hausärzte und Betriebsärzte. Bei den Vakzinen für die Impfzentren handele es sich überwiegend um Biontech und Moderna. Der Impfstoff von Astrazeneca komme in Impfzentren vor allem für Zweitimpfungen zum Einsatz. Das Land vergibt die Termine weiterhin nach dem Zufallsprinzip. Solange die Impfstoffe knapp sind, sei dies die fairste Lösung, erklärte ein Ministeriumssprecher.

HK-Leserin bekam endlich Impftermin

Die wiederholten Änderungen bei Vorgaben und Lieferungen des Landes stellten große Anforderungen an die Organisation des Impfzentrums, so Main-Taunus-Kreis-Pressesprecher Johannes Latsch. Derzeit sei die Versorgung mit Impfstoff für Zweitimpfungen gesichert. Die vom Land zugeteilten Mengen für die Erstimpfungen seien aber überschaubar. Angebote wie die Impfbrücke und eine Sonderimpfaktion für das Vakzin des Herstellers Johnson & Johnson würden zeigen, dass der Kreis so flexibel wie möglich handele. Der Main-Taunus-Kreis hatte in der Vorwoche 1700 Dosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson vom Land erhalten und dafür gesonderte Anmeldungen angeboten. "Impfungen mit Johnson & Johnson können nicht über das zentrale Impfportal des Landes eingestellt werden", erläutert Latsch. Es sei jedoch versucht worden, gezielt ältere Impfwillige ohne Termin mit dieser Sonderaktion zu erreichen. Das Impfzentrum habe sich Anmeldelisten vom Land besorgt und darüber 444 Johnson-Termine für Menschen über 60 Jahre vergeben. Weiteren 152 Impfwilligen dieser Altersgruppe, die sich über die Impfbrücke und die Sonderaktion des Kreises gemeldet hatten, habe man ebenfalls ein Impfangebot machen können. Die restlichen Johnson & Johnson-Dosen gingen an jüngere Personen.

Im Rahmen der Sonderaktion fand auch die Geschichte von Kreisblatt-Leserin Irmtraud Fischer ein gutes Ende. Wir berichteten, dass die 67-Jährige seit Ende April auf einen Termin wartete und sich um ihre Registrierung sorgte. Gestern konnte sie nun ihren über die Impfbrücke vermittelten Termin wahrnehmen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare