Die Frage, warum in manchen Fällen die Zustellung von Briefen vergleichsweise sehr lange dauert, beschäftigt manche Postkunden in Hattersheim bei Frankfurt.
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Die Frage, warum in manchen Fällen die Zustellung von Briefen vergleichsweise sehr lange dauert, beschäftigt manche Postkunden in Hattersheim bei Frankfurt.

Deutsche Post DHL

Lange Lieferzeiten und fehlende Post: Schon wieder Ärger um fehlende Briefe und Pakete

  • VonSascha Kröner
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Der Ärger nimmt kein Ende. Es gibt weitere Beschwerden wegen der Lieferung von Briefen und Paketen in Hattersheim bei Frankfurt. Die Deutsche Post gibt Erklärungsversuche.

Okriftel - Dürfen Pakete einfach vor der Haustür abgestellt werden? Und wieso brauchen Briefe trotz vorheriger digitaler Ankündigung manchmal lange? Warum kommt montags keine Post? Solche Fragen rund um die Postzustellung beschäftigen Kreisblatt-Leser. Wir berichteten vor einigen Tagen vom Fall des Eddersheimers Volker Borchert, der darüber klagte, dass ihn wichtige Briefe nicht erreichten. Borchert ist jedoch nicht der einzige Hattersheimer, der sich über die Post wundert. Als Reaktion auf seine Geschichte meldete sich der Okrifteler Peter Horn mit eigenen Erfahrungen und Fragen.

Horn kann eine ganze Palette von Ärgernissen aufzählen: Schon mehrfach habe er festgestellt, dass ihn Briefe erst nach langer Zeit erreichen. In einem Extremfall sei ein Schreiben 14 Tage lang zu ihm unterwegs gewesen. Der Okrifteler nutzt einen E-Mail-Service, der in Zusammenarbeit mit der Post digitale Benachrichtigungen liefert, sobald ein Brief auf dem Weg zu ihm ist. Manchmal dauere es nach der Information per E-Mail aber noch drei Tage, bis die Post in seinem Briefkasten landet. Erstaunt habe ihn auch, dass Anfang des Jahres Briefe zwischen 23 und 0.30 Uhr nachts zugestellt wurden. "Ich habe die Briefkastenklappe gehört", erzählt der Kreisblatt-Leser. Peter Horn hat außerdem festgestellt, dass montags überhaupt keine Briefe mehr eintreffen. "Früher habe ich an sechs Tagen die Woche Post bekommen", so der Okrifteler.

Lange Lieferzeiten in Hattersheim bei Frankfurt: Deutsche Post Sprecher liefert Erklärung

Der Rückgang der Montagspost scheint kein Einzelfall in Okriftel zu sein. Postsprecher Heinz-Jürgen Thomeczek hat eine Erklärung, warum es sich dabei um eine ganz normale Entwicklung handelt. Früher sei die Post noch nicht so automatisiert gewesen wie heute, sagt der Pressesprecher. Deshalb seien Behördenschreiben, die freitags aufgegeben wurden, meist erst am Montag ausgeliefert worden. Heute würde diese Post aber schon samstags die Empfänger erreichen. Da am Samstag wenig Post aufgegeben werde, falle montags dann kaum etwas an. Montags würden auch weniger Werbesendungen ausgeliefert, da viele Werbekunden ihre Prospekte zusammen mit der Tagespost ausliefern lassen. Zur Verspätung mancher Schreiben führt der Postsprecher an, dass es sich bei Briefen um ein Massenprodukt handele. Es reiche schon, wenn an einer Stelle ein Lkw ausfalle, um eine Verzögerung zu verursachen. Grundsätzlich würden Briefe jedoch in 90 Prozent der Fälle am nächsten Tag zugestellt. Dies werde kontrolliert.

Peter Horn beschäftigt noch ein weiteres Thema - die Paketzustellung. Zwar würden Päckchen und Pakete bei ihm zeitnah geliefert, sagt der Okrifteler. Infolge der Corona-Pandemie müsse er sich aber daran gewöhnen, dass Zusteller klingeln und die Pakete - ohne abzuwarten - vor die Tür legen. Bisher habe er immer Glück gehabt, dass er zu Hause war, sagt Horn. Er frage sich jedoch, wer hafte, falls das Paket vor der Tür verschwinde. "Ich kann ja nicht nachweisen, dass ich es nicht gekriegt habe." Laut Post-Sprecher Heinz-Jürgen Thomeczek sind die Vorschriften der Deutschen Post in solchen Fällen klar. "Pakete dürfen nicht einfach abgelegt werden", erklärt der Fachmann. Der Zusteller müsse die Auslieferung im Beisein des Kunden abzeichnen. Für den Fall, dass tatsächlich Pakete verschwinden, werde intern geklärt ob der Zusteller dafür die Schuld trägt. Thomeczek bittet um Hinweise über die Hotline der Post, falls Pakete tatsächlich ohne Kontaktaufnahme abgestellt werden, "Das ist nicht haltbar", bekräftigte der Unternehmenssprecher.

Empfänger in Hattersheim bei Frankfurt über Deutsche Post: "Thema verfehlt, setzen, sechs"

Im Falle des Eddersheimers Volker Borchert hatte die Post mitgeteilt, dass es vorkommen könne, dass Briefe beim Empfänger zwischen den Zeitungen verloren gehen. Borchert hatte berichtet, dass seine Kreditkarte gesperrt wurde, nachdem ihm eine Abrechnung nicht zugestellt wurde. Die Erklärung der Post weist der Eddersheimer als unsinnig zurück. Wenn er die Briefe verloren hätte, wären sie ja nicht als unzustellbar an das Kreditinstitut zurückgegangen. "Thema verfehlt, setzen, sechs", meint Volker Borchert zur Reaktion der Deutschen Post auf seine Beschwerde. (sas)

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