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Das Archiv-Foto zeigt die Übergabe eines von der Leberecht-Stiftung finanzierten Therapiepferdes an die RSG. Damals freuten sich (v.l.) Daniela Hermann (stellv. Vorsitzende), Sandra Schäfer(Leberecht), RSG-Chefin Katrin Förster, Layana und Lina sowie Gabriela Conrad.

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Hattersheim Wegen großer Nachfrage sind weitere Pferde nötig

Warum die Arbeit der RSG Wiesenhof mit einem mittelständischen Unternehmen vergleichbar ist.

Eddersheim -Die Reitsportgruppe (RSG) Eddersheim kann sich nicht über einen zu geringen Zuspruch beklagen. Im Gegenteil: Trotz der Corona-Krise, die eine zehnwöchige Schließung erforderte, erfreuen sich die verschiedenen Angebote großer Beliebtheit. In den Einstiegsgruppen, dem Einzel- und Gruppenunterricht, dem Voltigier-Training und im therapeutischem Reiten zählt der Verein über 300 aktive Mitglieder - das Potenzial ist damit aber noch nicht ausgeschöpft. "Für jedes unserer Angebote haben wir so viele Anfragen, dass wir die Zahl locker verdoppeln könnten", berichtete die stellvertretende Vorsitzende Daniela Herrmann auf der Hauptversammlung. Der Verein führt momentan Wartelisten.

Für den Vorstand ist die Nachfrage ein Zeichen, dass sich die RSG mit ihrem Reit- und Therapiezentrum Wiesenhof auf dem richtigen Weg befindet. Gleichzeitig wird das Voranschreiten auf diesem erfolgreichen Weg zu einer immer größeren Herausforderung. Laut Daniela Herrmann war die Zahl der Interessenten zeitweise höher als die der gemeldeten Aktiven. "Das ist zwar einerseits ein großes Lob für unsere Arbeit, setzt uns andererseits aber ziemlich unter Druck", erklärte sie. Besonders beim therapeutischen Reiten sei es sehr schwer, wenn man Eltern mitteilen müsse, dass ihre Kinder vorerst keinen Platz in der Reittherapie bekommen. Deshalb habe die Ausweitung der Angebote und räumlichen Möglichkeiten für den Verein eine hohe Priorität.

Vorsitzende Katrin Förster deutete mehrere Projekte und Investitionen an, denen sich der Vorstand aufgrund der ständig wachsenden Zahl an Interessenten widmen muss. "Wir würden unsere Kapazitäten gerne deutlich erweitern", so Förster. Dafür benötige die RSG allerdings nicht nur zusätzliche Übungsleiter, sondern weitere Schulpferde und vor allem zusätzliche Kapazitäten in den Reithallen. "Es müsste eine weitere Halle gebaut werden", betonte die RSG-Chefin.

Mit Großprojekten und Investitionen kennt sich das Team des Wiesenhofs aus. In den vergangenen Jahren stemmte die RSG unter anderem die Sanierung der bestehenden Reithallen und den Bau eines neuen Therapie-Reitwegs. Vor wenigen Tagen kamen weitere Veränderungen hinzu: Der Verein beschäftigt seit Anfang des Monats zwei Angestellte, die sich um die tägliche Versorgung der Schulpferde kümmern. "Im Ehrenamt ist das nicht machbar", erläuterte Katrin Förster. "Die Pferde müssen drei Mal täglich gefüttert werden, sie müssen auf die Koppeln und Paddocks gebracht werden, und es muss jemand da sein, der die Aufsicht führt und im Notfall Verletzungen oder Krankheiten rechtzeitig entdeckt und erkennt." Für die berufstätigen Mitglieder sei dies nicht mehr nebenher zu leisten.

Der Verwaltungs- und Arbeitsaufwand erhöht sich auch in anderen Bereichen. Immerhin sind fast 60 Übungsleiter und Helfer, rund 350 Mitglieder und 17 vereinseigene Pferde unter dem Dach der RSG im Einsatz. Allein schon die Versorgung der Tiere mit Heu und Stroh verursache hohe Kosten, sagte Daniela Herrmann. Mit all diesen Anforderungen gleiche der Verein schon längst einem mittelständischen Unternehmen, verglich die stellvertretende Vereinsvorsitzende. "Eigentlich müssten wir auch für die Verwaltung und Organisation jemanden einstellen, der sich in Vollzeit und nicht nur stundenweise nach Feierabend damit beschäftigen kann", so Herrmann. Dies sei aber finanziell leider nicht drin. Nachdem die ursprünglich geplante Hauptversammlung der RSG Eddersheim im März wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste, fand der Ersatztermin nun in der halboffenen Reithalle unter Wahrung der Abstands- und Hygieneregeln statt. Dabei kam es auch zur alle zwei Jahre anstehenden Vorstandswahl. Die Vereinsmitglieder bestätigten die Vorsitzende Katrin Förster und Stellvertreterin Daniela Herrmann in ihren Ämtern. Den Posten der Schatzmeisterin übernimmt Anna-Lena Liebe. sas

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