Die Heddingheimer Straße endet im Gewerbegebiet Nord bisher als Sackgasse. Dies soll sich bald ändern, ein Durchstich der Straße bis zum Keltenkreisel ist vorgesehen.
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Die Heddingheimer Straße in Hattersheim endet im Gewerbegebiet Nord bisher als Sackgasse. Dies soll sich bald ändern, ein Durchstich der Straße bis zum Keltenkreisel ist vorgesehen.

Gewerbegebiet Nord

Hattersheim: Zwei „dicke Fische“ wollen sich hier ansiedeln

Gespräche mit internationalen Unternehmen stehen kurz vor dem Abschluss. Wie Hattersheim immer mehr zum Vorreiter und zur Digital City wird.

Hattersheim - Wenn in einigen Jahren alle Neubauten auf den Wohn- sowie Gewerbeflächen fertiggestellt sind, dann sind im gesamten Stadtgebiet über 1 Milliarde Euro investiert worden. Diese Zahl ist schlichtweg gigantisch für die knapp 28.000-Einwohner zählende Stadt. Klar ist: Hattersheim ist unbestritten im Main-Taunus-Kreis zum Vorreiter für die Ansiedlung von international agierenden Unternehmen geworden, die riesige Rechenzentren betreiben. Diese werden für die Digitalisierungs-Offensive benötigt, die landauf und landab propagiert wird.

Kein Wunder also, dass Hattersheim nach der Ansiedlung von E-Shelter an der Voltastraße sowie dem Erwerb des Kastengrund-Areals durch das ebenfalls weltweit operierende Unternehmen Digital Realty (das ebenso Rechenzentren betreibt) nun häufig als Digitial City bezeichnet wird. Vor einigen Wochen kündigte Verwaltungschef Klaus Schindling (CDU) den Stadtverordneten an, dass der Magistrat in aussichtsreichen Verhandlungen mit weiteren "dicken Fischen" sei. Es gehe dabei um die Gewerbeflächen im Norden der Stadt, genauer gesagt an der Heddingheimer Straße. Dort, zwischen Friedhof und Autobahnzufahrt, wollte sich einst das Unternehmen Bauhaus mit einem Riesenmarkt ansiedeln. Die Pläne wurden nicht realisiert, weil der Regionale Planungsverband diesem Vorhaben einen Riegel vorschob.

Hattersheim: Interesse an Baugrund weit größer als Flächenangebot

Verwaltungschef Klaus Schindling hatte stets erklärt, dass für eine Vermarktung des Gewerbegebietes Nord ein Durchstich der Heddingheimer Straße bis hin zum Keltenkreisel erfolgen müsse. Nun soll diese Vorstellung umgesetzt werden. In dem künftigen Gewerbegebiet will sich nämlich nicht nur das zu E-Shelter gehörende Unternehmen NTT ansiedeln, sondern auch das Unternehmen Ionos (United Internet), das bisher unter dem Namen 1&1 firmierte. Ionos ist der derzeit führende europäische Anbieter von Cloud-Infrastruktur, Cloud-Services und Hosting-Dienstleistungen.

Die Gespräche mit den beiden Interessenten über die künftige Nutzung des rund 72.000 Quadratmeter großen Gewerbegebietes seien so weit fortgeschritten, dass die Stadt Hattersheim derzeit nur noch mit diesen zwei Unternehmen in Verhandlungen stehe, berichtete der Verwaltungschef auf Nachfrage. Das Interesse an der Erweiterungsfläche des Gewerbegebiets Nord sei bei namhaften Unternehmen groß gewesen, "sogar weit größer als das Flächenangebot es hergibt", erläuterte Bürgermeister Schindling. Die Entscheidung, an wen Gewerbeflächen verkauft werden, solle "einen Mehrwert für Hattersheim erzielen und gleichzeitig zukunftsweisend sein". So möchte Ionos seinen Hauptsitz in Hattersheim ansiedeln. Das Unternehmen plant - unter anderem - den Bau eines Bürogebäudes für 100 Mitarbeiter.

Hattersheim: Durchstich der Heddingheimer Straße entscheidend

Von elementarer Bedeutung bleibe bei der Erweiterung des Gewerbegebietes Nord weiterhin der Durchstich der Heddingheimer Straße zum Keltenkreisel, da es die vorhandenen Firmen in der Heddingheimer Straße stärke und zu einer deutlichen verkehrlichen Entlastung der Innenstadt führe, erklärte der Verwaltungschef. Seit der Ansiedelung von NTT, dem für den Kastengrund vorgesehenen Standort für das Unternehmen Digital Realty sowie den beiden neu angesiedelten Unternehmen Yaskawa und GMS GmbH sowie Thing Technologies sei Hattersheim "zu einem gefragten Standort der Digitalisierungsbranche geworden", erklärte Klaus Schindling.

Außerdem soll Hattersheim endlich ein Ärztezentrum bekommen. Jetzt ist klar, wo es entstehen soll.

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