+
Auf den Parkplatz vor dem Posthof mussten einige Stände ausweichen. Auch wenn sie mehr Platz hatten, vermissten die meisten Standbetreiber und Besucher die heimelige Atmosphäre des Posthofes.

Weihnachtsmarkt

Hattersheimer Weihnachtsmarkt: Stände müssen auf Parklatz ausweichen

  • schließen

Rund 100 Stände empfingen gestern die Besucher des Hattersheimer Weihnachtsmarkts – nicht alle am gewohnten Ort.

Besser, schlechter oder einfach nur anders? Die Meinungen über die auffällige Veränderung des Hattersheimer Weihnachtsmarktes gingen gestern auseinander. Stände, die sich sonst im Alten Posthof befanden, mussten diesmal auf den Parkplatz an der Mainzer Landstraße umziehen, da der Innenhof momentan saniert wird. Das war ungewohnt für alle Beteiligten. Fast jeder, der dieser Zeitung Auskunft gab, konnte der Notlösung aber auch etwas Positives abgewinnen.

„Im Innenhof war’s besser“, raunte der zehn Jahre alte Niklas am Stand der Robinsonschule. Die Schüler der Hattersheimer Grundschule präsentieren sich normalerweise in der überdachten Scheune neben dem Innenhof des Posthofes. Aufgrund der Bauarbeiten mussten auch sie umziehen. Am alten Standort habe er sich auf den Boden setzen können, ohne eine nasse Hose zu kriegen, argumentierte Niklas. Lehrerin Maike Bohlmann sah hingegen die positiven Aspekte des Wechsels. „Wir haben mehr Platz und konnten ein größeres Zelt aufstellen“, erklärte die Pädagogin. So kriege sie ihre Schüler viel besser unter. Gemütlicher finde sie allerdings den Innenhof des Alten Posthofes, räumte die Lehrerin ein.

Nahe der Straße lauter

In Bezug auf die Atmosphäre hatte der Posthof auch am Stand des Hattersheimer Tierheims ganz klar die Nase vorn. „Im Innenhof ist es einfach heimeliger und geschützter“, erläuterte Sandra Schotte-Stietzel, die Weihnachtsplätzchen für Hund und Katze verkaufte. Der Parkplatz an der Mainzer Landstraße sei lauter. Nur wenige Meter trennten das Zelt der Tierheim-Mitarbeiter von der vielbefahrenen Mainzer Landstraße. Mit dem Besucherzuspruch auf der offenen Fläche war Sandra Schotte-Stietzel jedoch zufrieden. Es seien wahrscheinlich sogar mehr Menschen als früher im Innenhof. „Vielleicht wurden einige vom Schnee angelockt“, kommentierte sie das optimale Weihnachtsmarkt-Wetter.

„Wenigstens haben wir Schnee“, meinte auch Waltraud Pehl vom Frauenchor Cantabile. Ansonsten fand die Sängerin das Umfeld im Posthof stimmungsvoller. Ihr diesjähriger Stand an der Ecke des Parkplatzes habe allerdings den Vorteil, dass er beim Aufbau gut mit dem Auto zu erreichen gewesen sei. Die Männer vom Stammtisch „Böse Buben“ konnten dem neuen Platz hingegen wenig Gutes abgewinnen. „Hoffentlich ist das nur in diesem Jahr so“, betonte Steffen Wadenbach. „Die Atmosphäre im Posthof passt einfach besser zu Weihnachten“, stellte Harald Beck fest. Unter den Marktbesuchern gab es positive Stimmen: Die Lösung auf dem Parkplatz sei besser als gedacht, erklärte Myriam Winkler. Sie sei positiv überrascht. Es sei praktisch, dass das Gelände so weitläufig ist, pflichtete ihr Claudia Banowski bei.

Hatten gute Laune, trotz einem Bauzaun neben ihrem Stand: Gerda Bont, Elke Wilken und Johanna Schnee (von links) von der Chorgemeinschaft.

Auch auf andere Stellen des Marktgebietes hatte die Baustelle im Innenhof Auswirkungen: Auf dem Parkplatz an der Ecke Sarceller Straße/Erbsengasse standen Toiletten und Material der Bauarbeiter. Die Hattersheimer Chorgemeinschaft musste sich deshalb direkt neben einem Bauzaun einrichten. Der festlichen Atmosphäre tat dies jedoch keinen Abbruch, „Den Stand haben wir uns schön dekoriert“, meinte Gerda Bont und verwies auf die verschneite Winterlandschaft, die den Zaun schmückte. Die Sänger hatten ein Banner über die Absperrung gehängt.

Die Verlegung zahlreicher Stände auf den Parkplatz an der Mainzer Landstraße sei logistisch etwas aufwendiger gewesen, weil die Wege zu den Stromkästen länger ausgefallen seien, erklärte Daniel Neumann vom Hattersheimer Kulturforum. Auch er räumte ein, dass die Fläche im Innenhof des Posthofes schöner ist. Es sei jedoch gelungen, kurzfristig auf dem Parkplatz Atmosphäre zu schaffen – unter anderem indem die Stadt festliche Beleuchtung an der Fassade des Posthofes anbringen ließ.

Baufahrzeuge

Am bisherigen Schauplatz im Posthof standen gestern mehrere Baufahrzeuge. Eigentlich sollte die Erneuerung des Pflasters im Innenhof bis zum Weihnachtsmarkt abgeschlossen sein. Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) erklärte gegenüber dieser Zeitung, dass die Überprüfung zum Erhalt eines Baumes länger dauerte, als erwartet. Die Stadt begann trotzdem vor dem Weihnachtsmarkt mit den Arbeiten, um die Maßnahme bis zum Frühjahr abzuschließen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare