Gastronomische Betriebe können zur Aufenthaltsqualität in der Innenstadt beitragen, wie hier beispielsweise an der Frankfurter Straße. Archiv-FOTO: Nietner
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Gastronomische Betriebe können zur Aufenthaltsqualität in der Innenstadt beitragen, wie hier beispielsweise an der Frankfurter Straße. Archiv-FOTO: Nietner

Stadtentwicklung

Hochheim: City-Festival und Leerstand-Management

Mit welchen Ideen die Innenstadt als "Herz der Gemeinschaft" aufgewertet werden soll

Hattersheim -Die Probleme mit den Innenstädten sind hinlänglich bekannt: Viele Ladenlokale stehen leer, Spielsalons und Wettbüros prägen selbst in kleineren Kommunen das Bild von früheren Einkaufsstraßen. Dazu kommen wilde Müllablagerung in ganzen Straßenzügen, ganz zu schweigen von Hunderten von Zigarettenkippen, die nach längeren Aufenthalten an manchen Stellen hinterlassen werden. Um diesen und weiteren Problemen in den Innenstädten entgegenzuwirken, wird seit einigen Jahren über Maßnahmen und Programme nachgedacht, die Abhilfe schaffen sollen. Für fast alle Maßnahmen wird Geld benötigt, um die Ideen für bessere Innenstädte realisieren zu können.

Die Stadt Hattersheim macht da keine Ausnahme. Deshalb bewarb sich die Kommune um Fördermittel vom Landesprogramm "Zukunft Innenstadt". Das Landesprogramm aus Mitteln des "Neuen Hessenplans" kam offensichtlich exakt zur richtigen Zeit: Es gab so viele Bewerbungen aus hessischen Städten und Gemeinden für das Programm 'Zukunft Innenstadt', dass das Hessische Wirtschaftsministerium beschlossen hat, die Mittel auf 27 Millionen Euro aufzustocken. Damit fließen in jeden der 21 Landkreise und in alle fünf kreisfreien Städte Fördermittel für lebendige Zentren. Für innovative und nachhaltige Maßnahmen zur Belebung der Stadtzentren und Ortskerne konnten Kommunen bis zu 250 000 Euro für ein Innenstadtbudget beantragen. Die Resonanz war überwältigend: Bis Ende Juni erreichten das Wirtschaftsministerium 176 Anträge für das Innenstadtbudget.

Auch die Stadt Hattersheim hatte sich mit einem Maßnahmenpaket, das auf vier Säulen zur Zukunftsgestaltung basiert, um eine Förderung beworben und erhält nun 250 000 Euro für die Belebung der Innenstadt. Doch was beinhaltet das Paket? Als Ideen werden ein Innenstadtfest sowie ein innovatives Leerstandsmanagement durch Co-Working sowie der Idee einer eSports-Arena genannt. Vor allem aber sollten die Bürger bei dem Projekt "mitgenommen" werden. Auf welche Weise dies geschehen soll, wird zu einem späteren Zeitpunkt dargelegt. Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) erklärte zu dem Maßnahmepaket: "Das Projekt ist eine Herausforderung, die wir gerne annehmen und nun gemeinsam mit allen Beteiligten erfolgreich umsetzen wollen." Denn die Innenstadt sei das "Herz" der Stadtgemeinschaft. Folglich sei das Ziel, im Rahmen des Landesprogramms allen Innenstadt-Akteuren "durch eine zukunftsorientierte lebendige, innovative und urbane Innenstadt dauerhaften Nutzen zu bieten". Dies soll mit kurzfristigen Aktivitäten, wie dem City-Festival, einer frühen Bürger-Beteiligung durch eine digitale Befragung, der mittelfristigen Behebung von Leerständen sowie mittel- bis langfristig mit dem Aufbau einer dauerhaften Beteiligungsplattform geschaffen werden.

Übrigens: Ausgewählt wurden die siegreichen Projekte für das Programm "Zukunft Innenstadt" gemeinsam mit Vertretern aus dem "Bündnis Innenstadt". Diesem gehörten unter anderem die Kommunalen Spitzenverbänden, der Handelsverband Hessen, der Hessische Industrie- und Handelskammertag sowie die Handwerkskammern, die Architekten- und Stadtplaner-Kammer Hessen und der Hotel- und Gastronomieverband (DEHOGA) an. meh

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