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Immer wieder wird am Grünen Haus nahe des Weihers Unfug getrieben. An den Bänken ist offenbar wieder mal gezündelt worden.

Vandalismus

Immer wieder gibt es rund um das Grüne Haus kaputte Bänke oder Müll

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Die Stadt hat dem Vandalismus rund um das Grüne Haus den Kampf angesagt. Die SPD möchte, dass das Thema auch politisch auf der Tagesordnung bleibt.

Leere Wodka-Flaschen liegen herum, der Holztisch wurde schon einmal angezündet, und kaum dass er wieder repariert war, mit Farbe beschmiert. Was rund um das sogenannte Grüne Haus passiert, ist schon ein Problem. Die SPD fordert, dass die Stadt ihre Anstrengungen intensiviert, die Mehrheit findet, dass die Stadt ihre Hausaufgaben durchaus erledigt.

Schon 2017 habe man einmal mit einem Antrag auf Besserung gedrungen, erinnerte SPD-Fraktionschef Marek Meyer im Sozialausschuss. Die Stadt habe zwar mehr unternommen, aber zu einer dauerhaften Lösung des Problems sei es nicht gekommen. Da war die SPD auch nicht bereit, ihren erneuten Antrag für erledigt zu erklären, nachdem Bürgermeister Klaus Schindling über die verstärkten Bemühungen der Verwaltung berichtet hatte. Schließlich einigte man sich darauf, die Situation einige Monate zu beobachten und dann erneut zu bewerten.

Schindling berichtete, dass die Stadt die Streifen der Ordnungspolizei dort verstärkt habe. Dies hat jedoch seine Grenzen bei lediglich vier Mitarbeitern, aber immerhin sind diese auch bis 21 Uhr unterwegs, und es gibt auch Wochenenddienste. Der Rathauschef ließ erkennen, dass er das Personal der Ordnungspolizei gerne aufstocken würde – noch vor einer Weile waren dort nur drei Mitarbeiter tätig. Allerdings gibt es noch andere neuralgische Punkte im Stadtgebiet, aus den unterschiedlichsten Quartieren werden gelegentlich Rufe laut, schärfer gegen Falschparker und Raser vorzugehen.

Außerdem wurde auch die Landespolizei darauf hingewiesen, dass die Stadt dort einen etwas schwierigen Bereich hat. Wie viel das bringen kann, ist die Frage – die Polizei hat im Kreisgebiet auf einem Netz von mehr als 8000 Kilometern Straße acht Streifenwagen im Einsatz. Da kann nur gelegentlich einer am Grünen Haus sein. Ein Problem ist dabei sicher auch, dass das Haus nicht direkt an einer Straße liegt. Wer Unfug vor hat, kann sich dort ziemlich unbeobachtet fühlen von der Polizei und von Passanten .

Schindling legt auch Wert darauf, dass aufgetretene Schäden schnell wieder beseitigt werden – aller Erfahrung nach liegt neben einer beschädigten Bank schnell besonders viel Müll, und es werden weitere Schäden angerichtet. Die Sozialwissenschaftler nennen dies den „Broken-Windows-Effekt“ - ist erst einmal ein Fenster eingeschlagen, werden die anderen auch bald kaputt gemacht. Gelöst sei das Problem noch nicht, so Schindling. Zwar habe sich die Lage gebessert, sei ihm gesagt worden, aber die Stadt müsse sich weiter darum kümmern.

Sollte sich zeigen, dass dort vor allem Jugendliche Unfug treiben, werde auch die städtische Jugendarbeit aktiv, kündigte der Bürgermeister an. Wobei für ihn noch nicht feststeht, dass dem tatsächlich so ist. Eine nahe liegende Vermutung sei es aber schon. Eher vorsichtig reagierte Schindling auf die Frage des WPH-Stadtverordneten Ralf Depke nach der Möglichkeit befristeter Videoanlagen. Dies sei schon ein Thema, aber aus Datenschutzgründen sehr sensibel. Das Ausmaß an Kriminalität, das erforderlich sei, um für eine Videoüberwachung eine Genehmigung zu bekommen, sei nicht erreicht.

Schindling erinnerte noch daran, dass die Stadt sich für das neue

Programm „Kompass“

der Hessischen Polizei angemeldet habe, bei dem es darum geht, im Zusammenwirken von Polizei, Bürgern und Verwaltung Ursachen für Kriminalität aufzuspüren und für Abhilfe zu sorgen. In diesem Rahmen könnte auch das Gebiet rund um das Grüne Haus betrachtet werden. Allerdings ist jetzt erst der Startschuss für das Projekt gefallen – eine schnelle Wirkung wird es nicht entfalten.

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