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Noch sind die Türen der Kita ?Sonnenschein? für die kleinen Nutzer geschlossen. Doch ab 7. Januar, darüber informiert auch ein Zettel an der Glasscheibe, geht hier wieder der normale Betrieb weiter.

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Keine Ratten in der Hattersheimer Kita "Sonnenschein"

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Die Ratten sind heraus aus der Kindertagesstätte „Sonnenschein“. Die evangelische Kirchengemeinde will so etwas nicht noch einmal erleben.

Die Eltern der Kindergartenkinder seien sehr verständnisvoll gewesen, sagt Dietrich Muth vom Vorstand er evangelischen Kirchengemeinde. Beschwerden und Kritik seien ihm nicht zu Ohren gekommen. Zumal es keinen Anhaltspunkt dafür gibt, dass die Gemeinde für das Problem verantwortlich gemacht werden kann. Schon eher handelte es sich nach Muths Vermutung um eine Folge der städtischen Abbrucharbeiten in der Untertorstraße.

Von Ratten ist die Rede. Nagetiere, die keiner gerne im Haus hat, oder in einer Einrichtung, in der Kinder betreut werden. Nun hat in der evangelischen Kindertagesstätte zwar nie jemand eine Ratte gesehen. Aber dass es sich bei dem, was die Erzieherinnen da in den Gruppenräumen gefunden hatte, um Rattenkot handelte, daran gab es keinen Zweifel. Und der kann voll von gefährlichen Krankheitserregern sein.

Reinigungsarbeiten

Dass heftig Alarm gegeben wurde, das findet Muth durchaus richtig. Inzwischen ist aber geklärt, dass keine Ratten in dem Gebäude sind. Und deshalb können die Kinder im nächsten Jahr wieder in ihre angestammten Räume zurück. Zur Zeit finden noch Reinigungsarbeiten statt, zwischen Weihnachten und Silvester ist die Einrichtung dann ohnehin, wie in jedem Jahr, geschlossen. In der ersten Januarwoche findet dann der Umzug aus den Ausweichquartieren statt, und am 7. Januar geht der reguläre Betrieb in den Einrichtungen wieder los. Muth lässt schon durchblicken, dass die ganze Angelegenheit erheblich Nerven gekostet hat. Ausweichquartiere waren zu finden, die Eltern zu benachrichtigen. Außerdem müssen in solchen Fällen verschiedene Behörden eingeschaltet werden. Schließlich rückte der Schädlingsbekämpfer an.

Der hat sich auf die Suche nach den Ratten gemacht, aber keine angetroffen. Anschließend wurde alle drei bis vier Tage kontrolliert. Weder wurden Ratten gesichtet, noch neuerlich Exkremente gefunden. Auch nicht irgendein Platz, wo sich die Nagetiere niedergelassen hatten, um dauerhaft zu bleiben. Der Schädlingsbekämpfer wiederholte seine Kontrollen eine ganze Weile, bis er schließlich Entwarnung geben konnte.

„Die Ratten sind hier nur vorbei gezogen, auf der Flucht vielleicht“, sagt Muth. Ganz in der Nähe reist die Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft Häuser ab, eines davon stand über viele Monate leer. Gut möglich, dass sich dort Ratten eingenistet hatten. Dann dürfte es ihnen zu ungemütlich geworden sein, als die Bagger anrückten. Die Tiere folgten dann vermutlich dem Bach, und von dort aus ist es bis zur Kindertagesstätte nicht weit. Freilich sind das alles Spekulationen.

Muth hat immer noch allerlei zu tun. Verschiedene Behörden müssen benachrichtigt, das Gebäude selbst muss zweimal gründlich gereinigt werden. Nicht nur muss völlig ausgeschlossen sein, dass irgendwo doch noch Exkremente der Ratten herumliegen.

Muth möchte auch, dass es eine solche Aufregung nicht noch einmal gibt. Einmal im Quartal werde das Gebäude künftig auf Schädlinge hin überprüft, hat die Kirchengemeinde beschlossen. Und geprüft wird, ob außerhalb des Kindergartenzaunes auch noch irgendwelche Abwehrmaßnahmen ergriffen werden können – für alle Fälle. „Das war alles ein Riesen-Aufwand“, sagt er. Zu der Arbeit und der Aufregung kommen die Kosten. Wie viel es genau wird, das steht noch nicht fest, aber auf einige tausend Euro werden sich die Ausgaben am Ende schon addieren. Für manche Eltern dürfte es auch Problem gewesen sein, dass die Betreuung für drei Tage komplett unterbrochen werden musste.

Bitte keine dritte Aktion

Und den Kindern gefällt es ebenfalls in ihren angestammten Räumen am besten. Die Kinder unter drei Jahren bekamen vorübergehend in den Containern der Kindertagesstätte am Schlockerhof eine Bleibe, die Älteren wurden im Kirchenunterbau betreut. „Das hatten wir vor Jahren schon mal, bei der Erweiterung des Kindergartens“, erinnert sich Dietrich Muth. Eine dritte Aktion dieser Art wünscht er sich nicht.

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