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Derzeit müssen die Gottesdienstbesucher zunächst eine steile Treppe bis zum Eingang der Kirche überwinden, dann folgen noch weitere Stufen bis ins Innere des Gotteshauses.

Umbau

Bald ist die Kirche in Hattersheim barrierefrei

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Drei Gebäude hat die evangelische Kirchengemeinde zwischen Lindenstraße, Rathausstraße und Schulstraße. Eines davon wird verschwinden.

Bis zum 15. Mai müssen sich die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde noch gedulden. Dann wird der beauftragte Architekt nämlich präsentieren, wie der Komplex aus Gemeindezentrum und Kirche sich später einmal darstellen soll. Wobei es einen genauen Zeitplan für die Umbauten noch nicht gibt, und das wiederum hängt mit nicht ganz geklärten Finanzierungsfragen zusammen.

Zum Glück für die Gemeinde ist das kein Thema beim Pfarrhaus. Das wird im kommenden Jahr gründlich saniert, berichtet Joachim von zur Mühlen vom Kirchenvorstand auf Anfrage dieser Zeitung. Nachdem die Baugenehmigung eingetroffen war, sollten die Arbeiten noch im Dezember beginnen. Dazu ist es zwar nicht mehr gekommen – es ist bei einer immer noch boomenden Baukonjunktur gar nicht so einfach, eine Firma zu finden, die den Auftrag annehmen will. Aber demnächst soll es nun los gehen, und ein rundes Jahr lang soll gebaut werden. Die Gemeinde hat sich damit gegen den Abbruch entschieden, der auch einmal im Gespräch war. Nach den Plänen der Gemeinde zieht dann der Pfarrer dort ein.

Unterkirche wird erweitert

Abgerissen wird also nicht das Pfarrhaus, aber das Gemeindezentrum. Das wurde schon vor Jahren entschieden, aber auch bei der Kirche ziehen sich solche Dinge hin, zumal wichtige Dinge mit den übergeordneten Ebenen abgesprochen werden müssen. Ersetzt wird das Gemeindezentrum durch eine Erweiterung der Unterkirche. Die wird so umgebaut, dass mehr Licht in die Räume fällt, aber es sollen auch neue Räume geschaffen werden.

Nach den Worten von zur Mühlens soll der Haupteingang bei der Gelegenheit zur Rathausstraße hin verlegt werden. Außerdem werden komplett neue sanitäre Anlagen gebaut. Allerdings gibt es dafür noch keinen Zeitplan. Dies muss vor allem auch mit den Arbeiten zur Sanierung der Kirche selbst koordiniert werden. Zuletzt war die Gemeinde sehr froh, dass die Räume in der Unterkirche uneingeschränkt zur Verfügung standen – dort mussten übergangsweise die Kindergartenkinder betreut werden, deren eigene Einrichtung geschlossen worden war, weil sich dort Ratten breit gemacht hatten.

Wenigstens dieses Problem ist die Gemeinde jetzt los. Dafür hat sie andere am Bein. Für die verschiedenen Sanierungsvorhaben wird sie ungefähr 2,2 Millionen Euro ausgeben müssen. 1,7 Millionen gibt die Landeskirche dazu; es bleibt noch eine halbe Million, die die Gemeinde selbst aufbringen muss – wenn es nicht, wie es bei Sanierungsprojekten immer wieder passiert, zu unvorhergesehenen zusätzlichen Kosten kommt.

Spendenaufruf

Pfarrer Johannes Kraus hat im Gemeindebrief schon um Spenden gebeten. „Wir brauchen jede Unterstützung“, sagt Kraus. Von zur Mühlen lässt außerdem durchblicken, dass die bisherigen Überlegungen der Gemeinde, wie sie die halbe Million Euro auftreiben kann, ins Stocken geraten sind. Mehr in die Karten schauen lassen möchte er sich dabei nicht, aber natürlich hat der Kirchenvorstand die Hoffnung, dass man noch zu einer Lösung kommt.

Vielleicht ist man dann am 15. Mai, wenn die Umbaupläne vorgestellt werden, schon einen Schritt weiter. Fest steht, dass auch an der Kirche einiges auf Vordermann gebracht werden muss. Zurzeit wird versucht zu rekonstruieren, welche Farben ursprünglich verwendet wurden, um diese auch wieder einzusetzen.

Wichtiger für das Gemeindeleben ist natürlich, dass die Kirche einen Aufzug bekommt. Das Gotteshaus ist nämlich nicht barrierefrei zu erreichen, deshalb soll ein Aufzug her. Es gebe eine Gebäudelücke, in die eine solche Anlage gut passe, so von zur Mühlen. Der Aufzug „ermöglicht es wirklich allen Menschen, an unseren Gottesdiensten und vielfältigem Gemeindeleben teilzunehmen“, betont Pfarrer Kraus. Deshalb hofft er auch, dass sein Spendenaufruf auf offene Ohren stößt.

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