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Die FDP-Direktkandidatin Kornelia Ahr-Wiehe möchte die Bürger motivieren, Vorschläge und Ideen an die Politiker heranzutragen.

Direktkandidatin der FDP

Kornelia Ahr-Wiehe: „Wohlstandslethargie regt mich auf“

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Prognosen für die Landtagswahl am 28. Oktober sind schwierig. Fest steht aber, dass aus jedem Wahlkreis ein Vertreter direkt ins Hessen-Parlament einziehen wird. Wir stellen für die beiden Main-Taunus-Wahlkreise die Direktkandidaten der im Hessischen Landtag vertretenen Parteien vor. Heute: Kornelia Ahr-Wiehe (FDP, Wahlkreis 33 – Main-Taunus II).

Sie sieht es als einen Auftrag, Bürgerinteressen zu vertreten. Deshalb hat die Vorsitzende der Hattersheimer FDP nicht lange gezögert, als sie gefragt wurde, ob sie als Direktkandidatin der Liberalen im östlichen Main-Taunus-Kreis antreten wolle. Nun will Kornelia Ahr-Wiehe „die Leute mitnehmen“ indem sie ihnen Erklärungen bietet.

Dass sie als Direktkandidatin der FDP bei der anstehenden Landtagswahl nicht wirklich eine Chance hat, belastet Ahr -Wiehe nicht. Die besten Ideen würden sich ohnehin durchsetzen, ist die von Haus aus liberal geprägte 53-Jährige überzeugt. Deshalb sei es notwendig, dass sich die Bürger bei wichtigen Themen einbringen und Vorschläge machen. „Wohlstandslethargie regt mich auf“, sagt Ahr-Wiehe. Probleme auszusitzen sei nicht der richtige Weg. Als Politikerin will sie „mit den Bürgern in Kontakt bleiben“ und „nicht im Elfenbeinturm sitzen“.

Wichtige Themen im Wahlkreis sind für die Hattersheimer Liberale Schule, Umweltschutz und Verkehr. Im und rund um den Main-Taunus-Kreis lägen zahlreiche Verkehrskreuze. Die Konzepte der Landesregierung bräuchten „ein Update“, sagt Ahr-Wiehe. Auto-, Luft- und Radverkehr müssten besser miteinander verbunden werden. „Connected mobility“, in Verbindung gebrachte Verkehrsströme, ist für die Landtagsdirektkandidatin das Stichwort beim Thema „Mobilität von morgen“. Die Digitalisierung könne das möglich machen. Die Bürger müssten an neue technologische Entwicklungen herangeführt werden. Es müsse im MTK

Wasserstofftankstellen

und ausreichend viele Ladestationen für E-Autos und -Bikes geben.

Ein großes Problem im Osten des MTK sei der Fluglärm. Es gebe Möglichkeiten Flugzeuge leiser zu machen. Es müsse über alle Ideen nachgedacht werden. Sie selbst fahre gerade in Deutschland „lieber Zug“.

Grundsätzlich gelte es, „das Minimum Natur, das es noch gibt, zu erhalten“. Es müssten Wirtschaftsunternehmen geholt werden, die nachhaltig arbeiten. Ein Schwerpunkt im Osten des MTK bilde die Logistik-Branche. Auch dabei sollte auf Nachhaltigkeit geachtet werden.

Der Main-Taunus-Kreis dürfe bei allem wirtschaftlichen Fortschritt seine Lebensqualität nicht verlieren, die er mitten im Herzen von Europa und mitten im Verkehrsgeschehen habe. Die Bürger müssten ihren Arbeitsplatz nahe am Wohnort finden. Das sei möglich, wenn der Kreis wirtschaftlich und beim Umweltschutz den Anschluss halte.

Ein dickes Brett müsse beim Thema Schule gebohrt werden, sagt Kornelia Ahr-Wiehe. Da bewege sich der Kreis noch sehr in einer „tradierten Denkwelt“. Lehrer seien frustriert vom System. Lehrpläne müssten „in eine moderne Richtung gebracht werden“.

Verbesserungen gebe es aber nicht ad hoc. Man müsse „in kleinen Teilen“ anfangen; zum Beispiel bei der Ausstattung der Schulen mit Tablets. Statt Milliarden in nicht funktionierende Hubschrauber zu stecken sollte die Bundesregierung lieber in Kinder investieren, so Ahr-Wiehe.

Gute Erfahrung gebe es an Schulen mit Quereinsteigern. Sie seien motiviert und könnten den Schülern Impulse für neue Berufsfelder geben. Sie wüssten zudem, wie Digitalisierung eine Hilfe bei der Hausaufgabenkontrolle sein kann. Bei allem sei wichtig, dass Schulen selbst entscheiden. Alle Themen müsse die Politik ganzheitlich sehen und angehen. Die Bürger motiviert Ahr-Wiehe den Mut aufzubringen, Politikern was zu sagen, ihnen Vorschläge zu machen. Viele Sachen müssten neu gedacht und ausprobiert werden. Dabei gibt es für die Hattersheimerin noch einen Schlenker zur Kultur: Sie bringe „viele neue Idee hervor“. Kultur halte die Gesellschaft am Leben.

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