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Seit Monaten tut sich nichts auf dem Gelände der ehemaligen Wellpappe. Die Bauträger wollten hier schon längst mit dem Bau von Eigentumswohnungen und Reihenhäusern begonnen haben.

Ärgernis in Hattersheim

Laute Klimaanlage legt Bauprojekt lahm

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Eine lärmende Klimaanlage der Firma Precision auf der anderen Seite der Bahnstrecke muss erst abgedämmt werden, bevor mit dem Bau begonnen werden kann. Bürgermeister und Bauträger sind verärgert.

Wer über die Voltastraße fährt, kann zwei auffällige Baustellen beobachten. Südlich der Bahngleise entstehen ein großes Rechenzentrum sowie ein neues Wohn- und Gewerbegebiet. Autofahrern, die regelmäßig in dieser Gegend unterwegs sind, wird allerdings auffallen, dass es nur auf einem der beiden Gelände so richtig vorangeht. Das Rechenzentrum des Unternehmens E-Shelter nimmt sichtbar Form an, während das ehemalige Wellpappe-Holfelder-Areal brach liegt. Dort ist ein Projekt vorgesehen, das Wohneinheiten für etwa tausend Menschen schaffen soll. Die Maßnahme scheint seit den Abrissarbeiten eingeschlafen zu sein.

Bereits im Mai berichtete Bürgermeister Klaus Schindling (CDU), dass alle Beteiligten in den Startlöchern stünden. In den vergangenen sechs Monaten hat sich aber nicht viel getan. Schuld an der Verzögerung habe nicht die Stadt, betont der Verwaltungschef, der einen Fortschritt beim Wohnungsbau am Bahnhof begrüßen würde. Die Ursache sitzt auf der anderen Seite der Bahn – auf dem Dach eines Gewerbegebäudes. Schuld ist eine Klimaanlage.

Nördlich der Bahnlinie befinden sich die Räume des Unternehmens Precision. Der Hersteller von Zerstäubern und Sprühköpfen für Deos und Seifen hat eine lärmende Klimaanlage auf seinem Gebäude in der Schulstraße. Solange der Betreiber das Gerät nicht baulich abgrenzt, um die Geräusche abzudämpfen, kann der Wohnungsbau an der Voltastraße nicht beginnen. So steht es im Gutachten zum Bebauungsplan. Den Bauträgern Kleespies und Interhomes bleibt nicht viel mehr übrig als abzuwarten. Das Entlüftungsproblem sei immer noch nicht gelöst, sagt Schindling.

Die Investoren, die bereits in die Entwicklung des Baugebietes Südwest eingebunden waren, planen 170 Eigentumswohnungen und 90 Reihenhäuser auf dem ehemaligen Wellpappe-Areal. Das 70 Millionen Euro schwere Projekt schafft Wohnraum für etwa tausend Menschen. Das Wohngebiet soll über Fuß- und Radwege an das benachbarte Schokoladenquartier angebunden werden. Eigentlich erscheint die Lage des Geländes aufgrund der Nähe zum Bahnhof ideal. Der Standort macht die künftigen Wohnungen attraktiv für Pendler. Im Vorfeld hat sich das Areal nun aber als großes Ärgernis erwiesen. Die störende Klimaanlage vergiftet das Klima zwischen den beteiligten Parteien. Interhomes und Kleespies hätten der Precision sogar schon angeboten, die Dämmung der Klimaanlage zu bezahlen, erklärt Bürgermeister Schindling. Doch auch dies brachte bisher keinen Fortschritt. Precision habe sich noch nicht zu diesem Geschenk geäußert. Das Problem seien mehrere Eigentümerwechsel, die ein Vorankommen in den Gesprächen mit dem international agierenden Unternehmen erschweren, erläutert der Rathauschef, der hofft, dass Precision „in die Pötte“ kommt.

Sascha Kröner

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