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Klaus Schindling am vergangenen Samstag an seinem neuen Arbeitsplatz . . .

Erster Arbeitstag für Klaus Schindling

Neuer Hattersheimer Bürgermeister will nur einen neuen Stuhl

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Klaus Schindling hat am Samstag seinen Dienst als Rathauschef der Stadt Hattersheim angetreten.

Hände schütteln, noch mal Hände schütteln und mit vielen Menschen reden – so sieht ein Teil des Alltags eines Bürgermeisters aus, der nun einer Kommune vorsteht, die immerhin 28 000 Einwohner hat. Im Falle von Klaus Schindling (CDU), der im März mit einer äußerst knappen Mehrheit – nämlich 97 Stimmen – die Stichwahl gegen Antje Köster (SPD) gewonnen hat, kommt der Amtsantritt fast einem historischen Ereignis gleich. Denn im Hattersheimer Rathaus ist eine neue Epoche angebrochen. Auf dem Stuhl, auf dem einst Hans Franssen und danach Antje Köster (beide SPD) saßen, nimmt nun Klaus Schindling (CDU) den Platz als neuer Verwaltungschef ein. Er ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges erst der zweite Bürgermeister, den nicht die Sozialdemokraten stellen. Für Hattersheim ist das eine Zäsur. Für die Verwaltungsmitarbeiter geht es erst einmal so weiter wie bisher.

Doch was denkt und fühlt ein Rathauschef, der gerade die Amtsgeschäfte übernommen hat? Klaus Schindling antwortet spontan: „Ich habe auf der Fahrt von Okriftel nach Hattersheim an der einen oder anderen Stelle schon genauer geguckt als sonst und mich gefragt, warum das da so aussieht. Ich werde bei den zuständigen Rathausmitarbeitern nachfragen, was da los ist.“ Das Nachfragen wird wohl nicht vor 8 Uhr morgens geschehen. Das ist die Zeit, zu der der neue Bürgermeister in seinem Büro zu arbeiten anfängt. Wie viele Stunden er arbeite, hänge von verschiedenen Faktoren ab: „Als ehemals Selbständiger bin ich es gewohnt, dass ich viel und lange arbeite“, sagt Schindling. Allerdings: Zuhause möchte er dann am späten Abend oder nachts nicht weiter schaffen: „Nein, mein Arbeitspensum möchte ich im Büro erledigen, egal wie lange das dauert“, stellt er klar. 24 Stunden täglich am PC mit dem Rathaus verbunden zu sein, davon hält er nichts. Für die wichtigen Dinge gebe es ja ein Smartphone, das dafür unterwegs absolut ausreiche.

Der neue Rathauschef Klaus Schindling hat schon einiges hinter sich gebracht; all das, was jeder Arbeitnehmer bei einer neuen Firma erledigen muss. Schlüssel abholen, Dienst-Handy und Handy-Rufnummer erklärt bekommen. Wie und von wem der Rathauschef bei Notfällen informiert wird, wurde ihm ebenfalls mitgeteilt.

Bereits vor seinem ersten offiziellen Arbeitstag am 1. Oktober war Schindling als Gast auf Vereinsfesten erwartet worden – und hat diese Erwartungen nicht enttäuscht. Mehrere Pflichttermine vor dem Amtsantritt hatte der Okrifteler zudem bereits hinter sich gebracht. So die Übergabe der Amtsgeschäfte im Rathaus, die Amtseinführung und Vereidigung. Am Samstag setzte er sich zum ersten Mal auf den Chefsessel im Rathaus im Nassauer Hof. Verändern will er an dem Büro seiner Vorgänger nichts. Erstens sei die Einrichtung völlig in Ordnung, und zweitens müsse die Stadt sparen, meint Schindling. Lediglich einen neuen Stuhl werde er brauchen.

Am Samstagmorgen besuchte der 48-Jährige eine 80 Jahre alte Hattersheimerin, der er zum Geburtstag gratulierte. 45 Minuten Zeit hat sich Klaus Schindling dafür genommen. Das Gespräch mit der Dame, die sehr nett gewesen sei, habe ihn nachdenklich gemacht: „Das packt man danach nicht einfach so weg, wenn jemand die Höhen und Tiefen aus seinem Leben erzählt.“ Die 80-Jährige habe übrigens genau gewusst, dass es sein erster Arbeitstag als Rathauschef war und habe sich mit ihm darüber unterhalten.

Die erste Dienstreise steht bereits in dieser Woche an. Gemeinsam mit Mitarbeiter Alexander Schwarz und der Ersten Stadträtin Karin Schnick besucht Schindling die Immobilien-Messe Expo-Real in München. „Ich werde versuchen, dort Kontakte zu Immobilienentwicklern und Bauträgern zu knüpfen“, nennt der Bürgermeister seinen selbst auferlegten Arbeitsauftrag in der bayerischen Hauptstadt.

Klaus Schindling weist darauf hin, dass Bürger, die mit ihm sprechen möchten, mit der Mitarbeiterin im Vorzimmer unter der Rufnummer (0 61 90) 97 01 01 einen Termin dafür ausmachen können. Zudem wird er in den Stadtteilen Sprechstunden anbieten.

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