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Der Lehrer Henrik Schuppan und Nabu-Experte Bernd Zürn (von links) hängen mit den Schülern die Nistkästen auf.

Heinrich-Böll-Schule

Ein neues Zuhause für Vögel

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Arbeiten mit Holz und auch noch was Gutes für die Natur tun, das haben zwölf Schüler der Heinrich-Böll-Schule in ihrem Wahlpflichtfach geschafft. Nun haben sie ihre Vogelhäuschen mit Unterstützung des Flörsheimer Naturschutzbundes (Nabu) auf dem Schulgelände aufgehängt.

„Das Einflugloch immer Richtung Osten und auf jeden Fall mindestens in Höhe von 2,50 Metern aufhängen, damit keine Katzen an den Nistkasten kommen können.“ Das ist die wichtigste Anweisung an einem angenehm kühlen Sommermorgen kurz vor den Ferien an der Heinrich-Böll-Schule. Zwölf Schüler haben sich zusammen mit ihrem Lehrer Henrik Schuppan und dem Naturschutzbund-Experten Bernd Zürn aufgemacht. ihr Projekt „Nistkästenbau“ zu vollenden.

„Wir haben vier Wochen an den Kästen gearbeitet“, berichtet Schülerin Leticia. „Zuerst haben wir alle ein langes Brett bekommen und dann die Maße. Danach kam das Ausmessen und das Zusägen. Es hat wirklich Spaß gemacht.“ Mitschülerin Namra fügt hinzu: „Wir haben mit den Nistkästen auch etwas Nützliches gebaut.“

Und genau das war es, was Biologie- und Erdkundelehrer Henrik Schuppan im Sinn hatte: Etwas Nützliches zu bauen, dass den Jugendlichen den Umgang mit Holz und der Natur näherbringt. „In der siebten Klasse stehen Vögel auf dem Lehrplan. Da dachte ich mir, dass das passt.“ Und auch der Experte vom Nabu ist begeistert. Fachmännisch betrachtet Bernd Zürn die Nisthilfen der Schüler. „Das habt ihr gut gemacht“, sagt er schlicht. Dann führt er aus: „Ihr habt 35 Millimeter-Löcher gemacht, da passen alle Vögel durch. Für die Reinigung ist es gut, dass ihr die Kästen nach vorne öffnen könnt, und auch die Aufhängung ist lang genug.“ Zufrieden betrachtet Zürn die 20 Nistkästen. Dann geht es los über den Schulhof, die passenden Bäume suchen.

Einige Nistkästen kommen an Bäume direkt auf dem Schulhof, andere werden hinten auf der Wiese des Schulgeländes platziert. „Stört es die Vögel nicht, wenn in den Pausen Lärm ist?“, fragt einer der Schüler. „Nein, die Vögel fühlen sich dadurch nicht gestört“, antwortet der Nabu-Experte. Jeder Schüler hat die Ehre, seinen Nistkasten selbst an die Bäume zu nageln. Also rauf auf die Leiter und erst mal die Balance halten – während man mit einer Hand das Häuschen hält und mit der anderen versucht, den Aluminiumnagel im Baum zu versenken. „Wir nehmen Aluminiumnägel, weil die besser für den Baum sind“, erklärt Zürn den Schülern.

Mit festem Stand steht Dario auf der Leiter und versucht sein Vogelhäuschen an den Baum zu nageln, unten steht sein Mitschüler David und hält die Leiter fest. „Es macht Spaß, oben auf der Leiter zu stehen, und Höhenangst habe ich keine“, erzählt der 13-jährige Dario mit Verweis darauf, dass er bei der Freiwilligen Feuerwehr ist. Auch die anderen Kinder schaffen es, ihre Häuschen an die Bäume anzubringen. Das ist gut für die Vögel, denn leider finden sie kaum noch Nistplätze, weil ihnen der Unterschlupf in dieser immer moderner werdenden Welt fehlt.

In der nächsten Brutzeit können nun ganz viele Vögel auf dem Schulgelände der Heinrich-Böll-Schule ein neues Zuhause finden. „Und die kommenden siebten Klassen werden sich um die Nistkästen kümmern. Deshalb haben wir auch die Klappen eingebaut, damit die Schüler sie an den Bäumen reinigen können“, erklärt Schuppan. Doch das ist noch nicht alles: „Es ist geplant, dass wir mit den Informatikern zusammen in einen der Nistkästen eine Webcam einhängen, so dass wir die komplette Brut beobachten können.“

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