Im Vorjahr stand die Damensitzung der Wilden Weiber unter dem Motto "Auf nach Fernost - Die Wilden Weiber im Land des Lächelns". Nun ist wegen der Corona-Krise niemanden zum Lächeln zumute: Die neue Kampagne wurde abgesagt.
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Im Vorjahr stand die Damensitzung der Wilden Weiber unter dem Motto "Auf nach Fernost - Die Wilden Weiber im Land des Lächelns". Nun ist wegen der Corona-Krise niemanden zum Lächeln zumute: Die neue Kampagne wurde abgesagt.

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Okriftel: Wilde Weiber sagen ebenfalls Sitzungen ab

Die Vorsitzende des Fastnachtsvereins erklärt, warum sich der Vorstand so entschieden hat.

Okriftel -Das Motto für die nächste Kampagne der Wilden Weiber Okriftel (WWO) steht seit einigen Monaten fest: "Die WWO's - süß und wild - im Candy-Land" lautet das zuckersüße Thema, das die Aktiven des Fastnachtsvereins schon zu ersten Vorbereitungen inspiriert hatte. Sobald das Motto stehe, rattere es in den Köpfen der Mitglieder, berichtet die Vorsitzende Daniela Heislitz. Mittlerweile gebe es erste Entwürfe für die Kostüme, und die Arbeit am Bühnenbild sei vorangeschritten. Die Ergebnisse werden dem Publikum allerdings nicht, wie geplant, im Januar präsentiert. Aufgrund der Corona-Krise haben die Wilden Weiber beschlossen, ihr Programm auf das Jahr 2022 zu vertagen.

"Es ist nichts verloren, nur aufgeschoben", betont Daniela Heislitz. Ursprünglich hatten die Freundinnen der Okrifteler Fastnacht vier Sitzungen angesetzt, zu denen sie 1200 Besucherinnen erwarteten. Der erste närrische Abend hätte am 8. Januar über die Bühne gehen sollen. "Das kommt natürlich viel zu früh", sagt die Vorsitzende angesichts andauernder Corona-Einschränkungen. Die WWO haben ein Schreiben aufgesetzt, in dem sie sich an Mitglieder und das Stammpublikum wenden. Telefonische Vorbestellungen für die Sitzungen hatten nämlich bereits begonnen. Die Anfragen seien zögerlicher eingegangen als in den vergangenen Jahren, sagt Daniela Heislitz. Es habe aber schon einige Bestellungen gegeben. Geld sei noch nicht geflossen.

Das Herz sagt "ja", der Verstand "nein"

In ihrem Schreiben an Mitglieder und Gäste erklären die Wilden Weiber, dass sie lange überlegt hätten, wie ein mögliches Hygiene- und Abstandskonzept aussehen könnte. "Gerne hätten wir zumindest einer geringeren Anzahl an Gästen ermöglicht, die Tradition der Saalfastnacht zu erleben", so der Verein. Weil Großveranstaltungen bis zum Ende des Jahres untersagt sind und der Saal im Haus der Vereine derzeit nur für 70 Personen zugelassen ist, seien die alternativen Konzepte und Ideen schließlich hinfällig geworden. Die Versammlung der Aktiven habe das einstimmig beschlossen, erklärt Daniela Heislitz auf Nachfrage. "Wir wollen kein Risiko eingehen."

"Unser Herz würde sehr gerne mit Euch eine närrische Zeit erleben - unser Verstand weiß, dass das so leider nicht möglich sein wird", schreiben die WWO zum Ende ihres Briefes. Dem Kreisblatt erläutert Daniela Heislitz, dass dies auch eine finanzielle Frage sei. Mit 70 Besuchern sei es nicht möglich, die normalerweise für 300 Gäste konzipierten Programme zu finanzieren. Die Wilden Weiber setzten auf viele eingekaufte Künstler von außerhalb. Der Preis für die Tickets müsste bei so wenigen Zuschauern extrem in die Höhe geschraubt werden, sagt die Vorsitzende. Sie macht zugleich deutlich, dass eine Sitzung unter Corona-Bedingungen einfach nicht dasselbe wäre: Das große Finale mit allen Aktiven würde genauso wegfallen wie die anschließenden gemeinsamen Stunden an der Sektbar. "Wir möchten gerne gemeinsam feiern, nicht auf Abstand", betont Heislitz. Besonders Leid tue ihr die Entscheidung für die hauptberuflichen Künstler, erklärt die Okriftelerin. "Denen fallen alle Aufträge weg." Die Aktiven, die normalerweise für die WWO-Sitzungen engagiert werden, hätten die Situation jedoch eingesehen. Man habe sich auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit im Jahr 2022 verständigt. "Fassenachter geben nie auf", betont Daniela Heislitz.

Mit der Entscheidung der Okrifteler Närrinnen steht nun fest, dass es zum Jahresbeginn überhaupt keine Sitzungen im Haus der Vereine geben wird. Vor den Wilden Weibern hatte bereits der Okrifteler Carneval-Club Mainperle (CCM) die Absage seines Programms erklärt. sas

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