Beim CCM-Sommerfest im vorigen Jahr entstand dieses Bild. Da war die Corona-Krise kein Thema. Damals freuten sich (vorne, v. li.): Felix Huthmacher, Vorsitzender Frank Enders sowie Yvonne Höhl und Pressesprecher Markus Heuser.
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Beim CCM-Sommerfest im vorigen Jahr entstand dieses Bild. Da war die Corona-Krise kein Thema. Damals freuten sich (vorne, v. li.): Felix Huthmacher, Vorsitzender Frank Enders sowie Yvonne Höhl und Pressesprecher Markus Heuser.

Vereine

Okriftel: "Wir wollten kein langes Rumgeeiere"

Carneval Club Mainperle sagt nach intensiven Überlegungen sein komplettes Fastnachtsprogramm ab.

Okriftel -Fastnachtstreiben während Corona? Die Okrifteler Narren vom Carneval Club Mainperle (CCM) haben sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht. Nach ausgiebigen Gesprächen im geschäftsführenden Vorstand traf sich Anfang dieser Woche der Gesamtvorstand, um die wichtige Frage zu klären. Jetzt steht es endgültig fest: Der CCM wird sein närrisches Programm für die kommende Kampagne absagen. Aufgrund von Gesundheitsrisiken in Zeiten der Pandemie streichen die Fassenachter ihre drei geplanten Sitzungen. Der Vorstand, dem Elferräte, Trainer und Vertreter der Ausschüsse angehören, entschied dies am Montagabend einstimmig.

Das "Große Ganze" geht jetzt vor

Die Okrifteler sind nicht die ersten, die sich gegen eine Kampagne 2021 aussprechen. Unter anderem sagten Narren in Fulda sowie in der Nachbargemeinde Kriftel ihre Programme ab. Warum nun auch der CCM die Entscheidung herbeigeführt hat, erklärt Pressesprecher Markus Heuser. "Wir wollten kein wochenlanges Rumgeeiere", meinte der Okrifteler. Der Carneval Club sei seinen Zuschauern eine klare Entscheidung schuldig. Die Reaktion anderer Vereine habe allerdings keinen Einfluss auf die Entscheidung des CCM gehabt. Nachdem Vereinschef Frank Enders die Lage erläuterte und auf die steigenden Corona-Infektionszahlen hinwies, habe große Einigkeit im Vorstand geherrscht, berichtet Heuser. Die Absage der Sitzungen erfolge zum Schutz der Gäste, der Aktiven und der eigenen Familien. Die Mitglieder sollen in den nächsten Tagen mit einem Schreiben informiert werden.

"Niemand möchte erklären müssen, wieso man das gegen besseres Wissen durchgepeitscht hat, wenn es zu Ansteckungen kommt", erläutert Markus Heuser. Der CCM habe das große Ganze vor die Vereins- und vor die Einzelinteressen gestellt. "Wir wollen unsere Besucher nicht durch falsche Entscheidungen verlieren", so der langjährige Fassenachter. Dass die einjährige Auszeit dem Verein Zuschauer kosten könnte, glaube er hingegen nicht. Es sei wahrscheinlicher, dass das Publikum in der Kampagne 2022 besonders ausgehungert ist, erklärte Markus Heuser - der auch verantwortlicher Zugmarschall ist - auf Nachfrage.

Unter anderen Voraussetzungen hätten alle Beteiligten einen anderen Weg bevorzugt. "Natürlich tut es weh", erklärt Markus Heuser. Die Entscheidung des Vorstands bedeute, dass es eine Kampagne ohne Einnahmen werde. Dies sei aber nicht das Schlimmste. Außer einigen laufenden Kosten - zum Beispiel Versicherungsgebühren - fallen kaum Ausgaben an. Wenn die Sitzungen flach fallen, müsse der Verein auch kein Material und keine Musiker einkaufen, erläutert das CCM-Mitglied. Viel ärgerlicher als die finanzielle Seite, sei der Wegfall der Auftritte, auf die sich viele der Protagonisten gefreut hatten.

"Wir prüfen Wege, um unsere Aktiven bei der Stange zu halten", sagt Pressesprecher Heuser. Wer sich treffen möchte, soll dies in geeigneten Räumlichkeiten und unter Einhaltung von Hygienekonzepten tun können. Immerhin habe der Verein nun die Chance, sich locker und ohne Zeitdruck auf Auftritte im übernächsten Jahr vorzubereiten. "Der Fokus liegt auf 2022", sagt Markus Heuser. Die hinzugewonnen Probenzeit könne als "hochkreative Phase" genutzt werden. Immerhin müssen sich die Narren bis dahin kein neues Motto überlegen. Das aufwendige Kampagnenthema der Okrifteler gilt nämlich stets für zwei Jahre. 2022 werden die Aktiven deshalb, genauso wie in diesem Jahr, als Bewohner des unbeugsamen gallischen Dorfes von Asterix und Obelix auftreten.

Es gibt keine interne Feier

Inwiefern der CCM alternative Angebote im Internet schafft, um die lange Durststrecke zu überbrücken, bleibt abzuwarten. Es gebe auf jeden Fall Überlegungen, mit den Mitgliedern, aber auch mit den Zuschauern, über digitale Medien in Kontakt zu bleiben. Eine interne Feier als Ersatz für die gestrichene Kampagne sei momentan aber nicht vorgesehen. Das würde finanziell keinen Sinn machen, argumentiert Markus Heuser. Außerdem seien steigende Infektionszahlen nicht der richtige Rahmen für ein Fest, so der Pressesprecher. sas

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