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Ein Teil der Gebäude auf dem Phrix-Areal, die für Wohnzwecke umgebaut werden, sind bereits entkernt worden.

Phrix-Gelände

Am Main soll für hunderte Menschen ein ungewöhnliches Viertel mit Vorbildcharakter entstehen

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Die letzten planungsrechtlichen Hürden sind genommen, nun wird schon mit Hochdruck auf dem ehemaligen Phrix-Gelände gearbeitet. Für Okriftel könnte dies ein Kleinod werden.

Hattersheim - Es ist ein ambitioniertes Projekt. Anders kann der Umbau sowie Ausbau der ehemaligen Phrix-Fabrik an der Rheinstraße nicht bezeichnet werden. Für das gesamte Gebiet des Phrix-Areals wurde ein sogenannter städtebaulicher Rahmenplan entworfen. Der Plan wurde öffentlich ausgelegt. Nachbarkommunen sowie Behörden konnten ihre Stellungnahmen zu dem Plan abgeben. 

Einige der Eingaben wurden in den Rahmenplan aufgenommen. An der grundsätzlichen Ausrichtung für die 64 000 Quadratmeter große Fläche ändert sich damit aber nichts. Einmütig beschloss die Stadtverordnetenversammlung auf ihrer jüngsten Sitzung den Bebauungsplan mit der Bezeichnung „Phrix“. Rund um das ehemalige Fabrikgelände gibt es zwei Probleme. Zum einen die benachbarten Einkaufsmärkte, zum anderen die Verkehrssituation in den angrenzenden Straßen. Beides, so waren sich Baufachleute und Verkehrsplaner aber einig, seien keine Probleme für die künftigen Bewohner des Quartiers.

Phrix-Gelände: 120-Millionen-Investition

Die wichtigsten Ziele für die Entwicklung des Geländes sind klar. Zum einen wird es nun eine geordnete und neu strukturierte Fläche im Stadtteil geben. Die Erhaltung sowie Sanierung des erhaltenswerten Gebäudebestands und dessen Ergänzung durch Neubauten prägen den künftigen Charakter des Wohnquartiers. Vor allem die Schaffung von neuem Wohnraum, wenn auch im hochpreisigen Segment, und die Ansiedlung von gewerblicher Nutzfläche stehen dabei im Vordergrund der Bemühungen, um aus der einstigen Ruine an der Rheinstraße ein Vorzeigeobjekt zu machen.

 Die Sicherung „eines verträglichen Nebeneinanders der vorhandenen und geplanten Nutzungen unter Belangen des Lärm- und sonstigen Immissionschutzes“ sowie eine ökologisch nachhaltige Entwicklung haben sich die Stadt Hattersheim sowie der Investor, die Prinz von Preußen Grundbesitz AG, auf die Fahnen geschrieben. 

Unternehmen Main Riverside zieht auf Phrix-Gelände Gebäude hoch

Das in Bonn ansässige Unternehmen hatte das Gelände erworben und investiert dort nach eigenen Angaben bis zu 120 Millionen Euro. Der Investor gründete eigens für die Abwicklung der Baumaßnahme das Unternehmen Main Riverside Lofts GmbH und Co. KG. Mit dieser Firma hat die Stadt den städtebaulichen Vertrag geschlossen. Auf der insgesamt vier Hektar großen bisherigen Industriebrache sollen zwei neue Wohngebäude hochgezogen werden. Eines davon erstreckt sich dann entlang des Parkplatzes vor dem Penny-Markt, das zweite Gebäude in Richtung Main. Die künftigen Bewohner des Phrix-Areals werden ihre Autos in einem neuen Parkhaus abstellen können. Gerechnet wird derzeit noch mit rund 650 Bewohnern, die künftig in dem Bereich zwischen der Rheinstraße sowie dem Mainufer leben werden.

Der städtebauliche Vertrag sieht die Übernahme von Infrastrukturkosten sowie Vereinbarungen vor, an die sich der Investor des Geländes sowie spätere Eigentümer nach dem Verkauf der Wohnflächen zu halten haben. So wurde in dem Vertragswerk geregelt, dass bestimmte Flächen auf dem Grundstück für die Öffentlichkeit frei zugänglich sind. Damit wird die fußläufige Einbindung des Areals gesichert. Auch für Fahrradfahrer sollen Durchfahrtsmöglichkeiten auf extra dafür angelegten Wegen geschaffen werden.

Auf dem ehemaligen Fabrikgelände entstehen 240 Wohneinheiten. Dazu kommt die Nutzung eines Teilbereichs als Gewerbefläche für Geschäfte dazu. Das Frankfurter Büro Albert Speer und Partner ist für die Planungen zuständig.

Verkehrsbelastung in Hattersheim steigt

Durch den Zuzug der künftigen Bewohner gibt es damit gleichfalls eine größere Verkehrsbelastung im Stadtteil. Das zunehmende Verkehrsaufkommen ist die größte Sorge von Okriftelern. Das Planungsbüro Albert Speer und Partner hatte auf einer Bürgerversammlung berichtet, dass die Entwicklung des Areals rund 1000 zusätzliche Autofahrten pro Tag mit sich bringe. Dies seien nicht viel mehr als der benachbarte Penny-Markt derzeit anziehe. Würde das Gelände künftig als reines Gewerbegebiet genutzt, entstünden 1500 Fahrten mit viel mehr Lieferfahrzeugen.

Wegen des kontaminierten Bodens auf dem Areal hatte es einst Kritik gegeben. Die Stadtplaner hatten darauf hingewiesen, dass es gängige Praxis sei, bei Schwermetallen im Untergrund die Oberfläche zu versiegeln. Begrünt werden soll außerdem vor allem der südliche Bereich am Mainufer. Dort wird zudem der bereits existierende Radweg ausgebaut. Die Prinz von Preußen Grundbesitz AG plant weiterhin mit drei Bauabschnitten für die Neubauten sowie mit fünf bis sechs Bauabschnitten für die komplette Sanierung der denkmalgeschützten Gebäude auf dem Gelände.

2017 hatte das Hattersheimer Stadtparlament dem Umbau des Phrix-Areals zugestimmt. Wohnen im Rhein-Main-Gebiet wird immer teurer. Mieterbund schlägt Alarm

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