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Hier, in der Verlängerung der Vogelweidestraße, soll die neue Grundschule gebaut werden.

Einigung erzielt

Standort für neue Grundschule in Hattersheim steht fest

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Der Standort für die neue Grundschule steht so gut wie fest. Freilich fängt damit die Arbeit für Stadt und Kreis erst an.

Drei Klassen pro Jahrgang gibt es an der Regenbogenschule – mehr sind in dem Gebäude nicht unterzubringen, und einen Platz für eine Erweiterung gibt es nicht. Dort steht auch der Ausbau zur Ganztagsschule im Mittelpunkt des Interesses. Die Robinsonschule wiederum wird in absehbarer Zeit durchweg fünf Klassen je Jahrgang haben, auch dort ist mehr nicht drin. Voraussichtlich fehlen im nächsten Schuljahr schon mindestens zehn Plätze, so dass vorübergehend ein Raum im benachbarten Schulkinderhaus in Anspruch genommen werden muss.

Das aber kann keine Dauerlösung sein. Vor allem aber wird in Hattersheim weiter gebaut, vor allem an der Voltastraße und an der Ölmühle. Mit 750 Wohnungen rechnen Stadt und Kreis, und nach allen statistischen Erfahrungen bedeutet dies 30 bis 35 Grundschulkinder pro Jahrgang. Also muss eine neue Grundschule her. Der dafür zuständige Kreis hat dies bereits im vergangenen Jahr beschlossen.

Auf dem Weg zum ersten Unterricht im Neubau wurde jetzt ein wichtiges Zwischenziel erreicht. Wie Bürgermeister Klaus Schindling bei einer Bürgerversammlung im Okrifteler Haus der Vereine berichtete, ist es dem Main-Taunus-Kreis gelungen, die notwendigen Grundstücke zu kaufen. Noch seien die Kaufverträge nicht unterschrieben, so Schindling, aber dies stehe kurz bevor. Schindling: „Wir können mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Schule da hin kommt.“

„Da“, das ist ein Gelände jenseits der Spindelstraße an der Stelle, wo die Vogelweidestraße in die Feldgemarkung übergeht. Man habe insgesamt neun Standorte untersucht, so Schindling. Acht davon lagen, auf Wunsch des Kreises, südlich der Bahnlinie. Die meisten fielen wieder aus der Liste, weil sie nicht geeignet sind. In einem Fall ist ein Regenrückhaltebecken betroffen, ein anderes liegt im Regionalen Grünzug. Oft hat sich herausgestellt, dass die Eigentümer nicht verkaufen wollen. Eine Enteignung aber wolle man vermeiden, so Schindling. Das hat nicht nur damit zu tun, das so etwas in der Bevölkerung nicht gut ankommt – Enteignungsverfahren können sich, wenn die Eigentümer alle Möglichkeiten ausschöpfen, über Jahre hinziehen. Die neu Grundschule aber wird schnell gebraucht.

Es wird aber ohnehin noch eine ganze Weile dauern, bis die Bagger rollen können. Ohne einen gültigen Bebauungsplan wird es keine Baugenehmigung geben, und in einem Bebauungsplan müssen viele Gutachten erarbeitet werden, vom Klima- bis zum Artenschutz. Auch können Behörden, Institutionen und die Bürger Anregungen und Bedenken vortragen – gelegentlich tauchen dabei Probleme auf, an die zuvor niemand dachte.

Bürgermeister Schindling sieht in der Frage der Erschließung noch eine besondere Aufgabe für die Stadt. Er will auf jeden Fall vermeiden, dass in der Vogelweidestraße ein Verkehrschaos durch die Eltern entsteht, die ihre Kinder mit dem Auto bringen. Das sogenannte „Elterntaxi“ ist zwar weithin unerwünscht, aber Schindling glaubt nicht, dass sich dies alle Eltern abgewöhnen lassen.

Auf dem Tisch liegt die Idee einer Haltezone im Südring, so dass die Kinder wenigstens noch ein paar Meter zu Fuß gehen. Gegen die Idee wurden aber aus dem Südring bereits Vorbehalte angemeldet.

Wie Schindling weiterhin berichtete, wird auch schon daran gedacht, dass all die Grundschüler nach der vierten Klasse einer weiterführende Schule besuchen müssen. Vorbereitet werde daher auch eine Erweiterung der Heinrich-Böll-Schule, und dieses Vorhaben sei in der Prioritätenliste des Kreises nach vorne gerückt. Eine grundlegende Sanierung der Schule war ohnehin geplant.

An der Heinrich-Böll-Schule soll nach den Worten des Bürgermeisters auch eine größere Turnhalle entstehen. Die neue Grundschule übrigens bekommt ebenfalls eine eigene Turnhalle.

Die neue Halle an der Heinrich-Böll-Schule soll vor allem auch mit Blick auf den Bedarf der Vereine gebaut werden – wenn durch die neuen Baugebiete die Zahl der Einwohner wächst, wollen mutmaßlich auch mehr Hattersheimer sich in einem Verein sportlich betätigen.

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