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Das soll es nicht mehr geben: Pfützen und rutschige Pflastersteine im Hof des Alten Posthofs.

Sanierung gestartet

Stolperfallen gibt’s im Innenhof des Alten Posthofs im Hattersheim bald nicht mehr

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Später als geplant sind die Abeiten zur Sanierung des Innenhofes im Alten Posthof gestartet. Die Arbeiten sind sehr umfangreich.

Der Weihnachtsmarkt zieht um. Zumindest die Stände, die sich bisher im Rahmen des Marktes im Innenhof des Alten Posthofes präsentierten, benötigen in diesem Jahr einen neuen Standort. Das Pflaster im Außenbereich muss nämlich erneuert werden. Im April hieß es noch, dass die Sanierung bis zum Weihnachtsmarkt abgeschlossen sein soll. Dafür ist die Zeit nun zu knapp. Die festlichen Buden öffnen zum dritten Advent am Sonntag, 16. Dezember.

Zeitweise Notlösungen

Die Stadt weist darauf hin, dass der Auftrag für die Sanierung erteilt wurde und die Planungen auf Hochtouren laufen. Die Maßnahme starte kurzfristig am 3. Dezember. Für den Weihnachtsmarkt bedeutet dies, dass die Stände, die im Posthof angesiedelt waren, auf den benachbarten Parkplatz wechseln. Die Verwaltung kann dieser Ausnahmeregelung sogar etwas Positives abgewinnen. Die veränderte Aufteilung führe zu neuen Laufwegen und vielleicht sogar dazu, dass manche Stände durch die Besucher besser wahrgenommen werden.

Die anstehenden Arbeiten im Alten Posthof haben Auswirkungen auf andere Veranstaltungen und Aktivitäten. Die Aufführungen des Weihnachtsmärchens „Weihnachten bei Opa Franz“ am 12. und 13. Dezember werden vom Kutschersaal im Posthof in das Feuerwehrhaus, Schulstraße 35, verlegt. Der von Vereinen und Volksbildungsgruppen stark frequentierte Kutschersaal ist ausschließlich über den Innenhof zu erreichen und kann deshalb während der rund dreimonatigen Bauphase nicht belegt werden. Für die zehn Gruppen, die den Saal regelmäßig nutzen, habe sich das Kulturforum um Ausweichräume bemüht. Dies seien zum Teil Notlösungen, räumt Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) ein. Es sei nachvollziehbar, dass nicht alle Nutzer damit zufrieden sind. „Aber wir hoffen, dass wir mit der Unterbringung für die nächsten drei Monate gute Lösungen gefunden haben“, so der Rathauschef.

Hintergrund der Sanierungsarbeiten sind Schäden, die durch das Wachsen der Baumwurzeln entstanden. Eine der beiden Platanen im Hof musste bereits im Frühjahr weichen, weil sich die Pflastersteine aufgrund des Wachstums der Wurzeln verschoben. Nun wird das komplette Basaltpflaster ausgebaut.

Doch warum überschneidet sich die Sanierung überhaupt mit dem Weihnachtsmarkt? Auf Nachfrage dieser Zeitung erläutert Rathauschef Schindling, dass die Verzögerung mit dem Erhalt des verbliebenen Baumes zu tun habe. Um weitere Schäden am Pflaster zu vermeiden, sei ein Großteil der Wurzeln weggeschnitten worden. Anschließend sei bei einem sogenannten „Zugversuch“ mit Seilen getestet worden, ob die Platane immer noch stabil steht. Die Stadt lässt darüber hinaus eine Vorrichtung installieren, die das Aufsteigen der Wurzeln verhindern soll. Die Überprüfungen zum Erhalt des Baumes hätten länger gebraucht als erwartet, berichtet der Bürgermeister. Trotzdem wolle die Stadt noch vor dem Weihnachtsmarkt mit den weiteren Schritten beginnen, damit die Arbeiten rechtzeitig zum Freiluftprogramm im Frühjahr fertig sind. Im Zuge der Pflaster-Sanierung geht die Stadt auch gleich noch verschiedene andere Aufgaben an. So soll unter anderem die Entwässerungsanlage modernisiert und an die Sarceller Straße angeschlossen werden. Die Stromversorgung im Hof wird darüber hinaus an die Erfordernisse heutiger Veranstaltungen angepasst. Neue Laternen mit Energiesparlampen sind vorgesehen. Außerdem soll der Durchgang in Richtung Nassauer Hof erneuert werden. Schließlich werden noch neue Flächen für die Fassadenbegrünung im Innenhof angelegt und bepflanzt.

Auf Wunsch des Bürgermeisters soll das neue Pflaster über einen gesonderten Streifen verfügen, der leichter begehbar und mit Kinderwagen oder Rollatoren befahrbar ist. Die groben Steine werden in diesem Abschnitt des Innenhofes nahezu ohne Fugen verlegt, so dass eine möglichst ebene Oberfläche entsteht. Verwaltungschef Klaus Schindling zeigt sich zuversichtlich, dass der Innenhof im Frühjahr „ohne Stolperfallen in neuem Glanz erstrahlt.“ Für die Sanierungsmaßnahme waren ursprünglich 145 000 Euro im städtischen Haushalt vorgesehen. Da der Austausch des Pflasters nun mit einer Sicherung der Grundsubstanz verbunden sei, wachse die Investition auf rund 380 000 Euro, schätzt Schindling.

Die Verwaltung bezeichnet die Arbeiten als nächsten Schritt auf dem Weg zum Abbau des Investitionsstaus. „Eigentum verpflichtet“, meinte dazu der Bürgermeister.

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